MECKLENBURGISCHE SEENPLATTE

Müllabfuhr wird 2019 für die Bürger teurer

Auf Beschluss des Kreistags gelten ab 2019 neue Müllgebühren und die werden höher sein als bisher. Immerhin, einige kleinere Erleichterungen gibt es künftig auch.
Georg Wagner Georg Wagner
Die Wege für die Müllabfuhr sind geblieben, Diesel ist teurer geworden. Das ist einer der Faktoren für die Erhöhung der Müllgebühren.
Die Wege für die Müllabfuhr sind geblieben, Diesel ist teurer geworden. Das ist einer der Faktoren für die Erhöhung der Müllgebühren. Georg Wagner
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Demmin.

Wenn nach Neujahr die Müllabfuhr die Reste von Weihnachts- und Silvesterfeiern abholt, dann könnte sich bei manchem Bürger ein Anflug von Ärger in die Hoffnungen für 2019 mischen. Denn das Jahr wird mit einer Preiserhöhung beginnen. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte werden ab dem 1. Januar die Müllgebühren steigen.

Nachdem sich das schon in den Ausschusssitzungen der vergangenen Monate abgezeichnet hat, ist es jetzt amtlich. Der Kreistag hat in seiner jüngsten Sitzung ohne weitere Diskussionen die neue Abfallgebührensatzung beschlossen. Demnach muss beispielsweise in den drei Altkreisen Demmin, Müritz und Mecklenburg-Strelitz ein Haushalt mit vier Personen im Jahr 2019 für seine Tonne mindestens 153,24 Euro bezahlen, also 8,52 Euro mehr als bisher. In der Stadt Neubrandenburg gelten wegen der Biotonne teilweise andere Gebührensätze.

Neukalkulation sei der Grund

Zugrunde liegt dem die nach drei Jahren fällige Neukalkulation von Kosten, Preisen und Gebühren. Teurerer Diesel, höhere Löhne, steigende Kosten des Kreises für die Entsorgung von Grünschnitt, Bauschutt und Altholz, dazu geringere Erlöse für Schrott und Altpapier – das alles zusammen wirkt sich laut Kreisverwaltung auf die Entsorgungskosten aus. Deren voraussichtliche Gesamtsumme hat das baden-württembergische Wirtschaftsberatungsunternehmen Econum auf 21,7 Millionen Euro geschätzt. Das entspricht im Vergleich zu 2018 einem Anstieg um rund 300.000 Euro, die der Kreis nun auf die Grundstückseigentümer und damit auf die Bürger umlegt.

Wie bisher liegt der Kalkulation der Schlüssel beziehungsweise Einwohnergleichwert von zehn Litern Restabfall pro Person und Woche zugrunde, der Abfuhr-Rhythmus bleibt weiterhin bei zwei Wochen. Damit muss die eingangs genannte, vierköpfige Familie mindestens eine 80-Liter-Tonne verwenden. Die kleinste Tonne hat weiterhin ein Volumen von 60 Litern.

Bei 60 Litern steigt Preis um rund sieben Euro

Für sie wird im nächsten Jahr eine Gebühr von 119,88 Euro statt bisher 112,92 Euro fällig. Allerdings können Bürger bei dieser Tonnengröße eine Ermäßigung beantragen, falls höchstens zwei Personen das entsprechende Grundstück als Haupt- oder Nebenwohnsitz nutzen und glaubhaft dargelegt wird, dass das Volumen regelmäßig nicht ausgeschöpft wird. Bei Grundstücken mit einem Bewohner, der sogenannten Eindrittelnutzung, würde die kleine Tonne dann 52,92 Euro kosten, bei zwei Bewohnern (Zweidrittelnutzung) wären es 86,40 Euro.

So setzt es sich fort. Die 120-Liter-Tonne kostet künftig 201,60 Euro (alt: 190,56), die 240-Liter-Tonne 383,64 Euro (alt: 363,48). Teurer wird es auch bei den Containern mit 1100 Liter. Hier liegen die neuen Gebühren je nach Häufigkeit der Abholung zwischen 1294,44 Euro und 7668,84 Euro im Jahr. Weil Vermieter in aller Regel diese Kosten auf die Mieter umlegen, betrifft die Gebührensteigerung damit auch Mieter in großen Wohnblocks.

Auch Wertstoffhöfe ziehen Preise an

Teurer wird es teilweise auch auf den Wertstoffhöfen. Zwar bleibt hier die Gebühr für Grünabfälle mit vier Euro je halbem Kubikmeter gleich, was auch für Asbest mit 50 Euro je halbem Kubikmeter sowie für teer- und bitumenhaltige Abfälle mit 115 Euro gilt, doch dafür steigt die Gebühr für Bauschutt besonders drastisch an. Statt bisher 20 sind nun 30 Euro für den halben Kubikmeter zu berappen. Bei Baumischabfall kostet der halbe Kubikmeter künftig 43 Euro statt bisher 40.

Insgesamt liegen die Steigerungen etwa zwischen fünf und acht Prozent und damit erheblich über der gegenwärtigen Inflationsrate. Aber es gibt auch kleine Erleichterungen. Sperrmüll etwa wird wie bisher über die Abrufkarte oder das Online-Formular des Landkreises weiterhin kostenlos abgeholt. Zudem können Bürger ihn nun öfter in haushaltsüblichen Mengen an den Wertstoffhöfen abgeben. Dafür müssen sie ihn aber selbst hinbringen.

Völlig neu ist die Saisontonne. Sie gilt laut Kreisverwaltung beispielsweise für Ferienhäuser, Ferienwohnungen oder Wochenendhäuser, bei denen der Müll vom 1. Mai bis 31. Oktober nun über diese Tonne entsorgt wird. In den übrigen Monaten kann die Müllentsorgung weiter über Restmüllsäcke erfolgen.

Die Müllgebühren in den Altkreisen Demmin, Müritz und Mecklenburg-Strelitz pro Jahr und Tonnengröße 

                      Alt            Neu
60 Liter       112,92 €    119,88 €
80 Liter       144,72 €    153,24 €
120 Liter     190,56 €    201,60 €
240 Liter     363,48 €    383,64 €

1100 Liter, Leerung ...
14-tägig               1176,12 €    1294,44 €
1 x pro Woche     2334,84 €    2569,32 €
2 x pro Woche     4652,04 €    5119,08 €
3 x pro Woche     6969,24 €    7668,84 €

Bei 60-Liter-Tonnen ist auf Antrag eine Ermäßigung möglich, wenn das betreffende Grundstück nur von höchstens zwei Personen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz genutzt wird. Dafür muss der Eigentümer nachweisen, dass er regelmäßig weniger als dieses Volumen nutzt. In der Stadt Neubrandenburg gelten wegen der Biotonne andere Gebührensätze.

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