SPEZIALISTIN NUN IN VORPOMMERN TÄTIG

Neue Chefärztin bringt den Befreiungsschlag für die Kinderklinik

Endlich ist die Suche vorbei. Seit Anfang Mai ist die Chefarztposition in der Pädiatrie des Demminer Kreiskrankenhauses wieder besetzt. Mit Dr. Vanda Tuxhorn hat die Hansestadt eine Ärztin gewonnen, für die schon früh feststand, welche Patienten ihr besonders am Herzen liegen.
Dr. Vanda Tuxhorn hat seit Anfang Mai die Chefarztstelle in der Pädiatrie am Demminer Kreiskrankenhaus inne. An Ideen f&u
Dr. Vanda Tuxhorn hat seit Anfang Mai die Chefarztstelle in der Pädiatrie am Demminer Kreiskrankenhaus inne. An Ideen für die Zukunft mangelt es der 53-Jährigen nicht.
Demmin.

Rund 900 Kilometer trennen die slowakische Hauptstadt Bratislava und die Hansestadt Demmin voneinander. Viel mehr Gemeinsamkeiten als die Flusslage der osteuropäischen Donaumetropole und des vorpommerschen Mittelzentrums an der Peene lassen sich auf den ersten Blick nicht ausmachen. Und doch begann an der weit entfernten Comenius Universität Bratislava eine medizinische Karriere, die 2020 zum Befreiungsschlag für das Demminer Kreiskrankenhaus werden sollte. Denn seit Mai ist die Chefarztposition in der Pädiatrie mit Dr. Vanda Tuxhorn endlich wieder besetzt.

Sie versteht auch Plattdeutsch

Den direkten Weg nach Vorpommern ist die 53-jährige, in der Neonatologie (Behandlung von Neu- und Frühgeborenen) spezialisierte Ärztin dabei allerdings nicht gegangen. Nach ihrer Promotion folgten weitere Stationen in der Slowakei, den Niederlanden und seit 2015 auch in Deutschland. Zuletzt als Chefärztin für Pädiatrie und Neonatologie im Marien Hospital in Papenburg sowie in der Reha-Klinik Schönsicht in Berchtesgaden. „Als ich nach Deutschland kam, konnte ich nur ja, nein und ich liebe dich“, erinnert sich Vanda Tuxhorn. Auch, wenn es an der einen oder anderen Stelle immer noch ein bisschen dauert, bis die Medizinerin die richtige Formulierung findet, ist die Sprachbarriere inzwischen zum größten Teil überwunden. „Entscheidend ist, dass die Eltern und Kinder mich verstehen“, sagt sie. Dem einen oder anderen Plausch am Gartenzaun mit ihren künftigen, auch älteren, Nachbarn in Vorpommern steht jedoch nichts im Wege. Schließlich kann die Medizinerin nicht nur Hochdeutsch anbieten. Durch die Zeit in den Niederlanden und in Niedersachsen klappt es auch ein wenig mit dem Platt – zumindest, wenn es um das Verstehen geht.

Der Anstellung von Dr. Tuxhorn war eine monatelange, internationale Suche nach einem geeigneten Ersatz für den ehemaligen Chefarzt Ralph Richter vorausgegangen. Verbunden mit der Angst, ob die pädiatrische Versorgung in Demmin weiter sichergestellt werden kann. Mit einer der Gründe, warum sich die 53-Jährige für das Kreiskrankenhaus entschied. „Eine Schließung darf es nicht geben“, sagt sie. Zudem hätten Land und Leute die Medizinerin schlicht direkt überzeugt. Da mache auch ihr neuer Chef Kai Firneisen keine Ausnahme. „Er wirkt motiviert und enthusiastisch“, so die Medizinerin. Von Anfang an seien beide auf einer Wellenlänge gewesen.

Berufswunsch war schon im Kindergarten klar

Ein positiver erster Eindruck, der sich in den Anfangstagen auf ihrem neuen Posten gefestigt hat. „Ich wurde sehr herzlich aufgenommen“, freut sich Tuxhorn. Die ganze Abteilung aus Ärzten, Schwestern und Hebammen habe sie in ihren ersten Tagen am Klinikum tatkräftig unterstützt. Und es war auch direkt voller Einsatz gefragt. 13 Kinder wollten bereits auf die Welt gebracht werden. Darunter zweimal Zwillinge. Für die Ärztin ein besonderer Glücksfall. Nach sechs Monaten im Reha-Bereich ihrer alten Arbeitsstelle waren es die Neugeborenen, die sie am meisten vermisst hat. „Die riechen so gut“, so Tuxhorn verzückt.

Allgemein ist es die Liebe zum Geist der Kinder, die die Medizinerin von ihrem Beruf schwärmen lässt. Rein seien die Kleinen und ehrlich. „Das begeistert mich“, sagt sie. Eine Begeisterung, die schon früh ihren Anfang genommen hat. „Ich habe bereits im Kindergarten Bonbons verteilt“, erinnert sie sich. Als Tabletten im Spiel unter Gleichaltrigen. Bereits damals ist der heute 53-Jährigen nach eigenen Aussagen klar gewesen, dass sie Kinderärztin werden möchte. Zudem kam auch eine Spezialisierung auf einzelne Bereiche des Körpers für sie nicht infrage. „Ich wollte immer ganze Körper behandeln“, sagt Tuxhorn.

Neben den alltäglichen Fällen im Krankenhaus stehen für die motivierte Ärztin auch noch weitere Punkte auf dem Programm. Sie selbst bezeichnet sich als Teamplayer, demnach fällt ihr besonderes Augenmerk auf die Zusammenarbeit der Station. „Wir müssen uns wie ein Puzzle fühlen“, sagt sie. Nicht der Einzelkämpfer sei entscheidend, sondern ein gutes Team. Doch auch wenn die Grundlagen dafür vorhanden sind, müsse dieses erst wieder vollständig aufgebaut werden.

Viele Ideen für die Arbeit in Demmin

Eine Grundlage, die auch für Vanda Tuxhorns weitere Vorstellungen am Demminer Klinikum von Bedeutung ist. „Als Neonatologin möchte ich, dass die Geburtshilfe weiter auf einem hohen Niveau bleibt“, sagt sie. In weiterer Zukunft könnte sich das dann auch auf die Räumlichkeiten des Kreiskrankenhauses ausdehnen. So schwebt der Kinderärztin eine Eltern-Kind-Station vor, auf der kranke Neugeborene mit der Mutter zusammen unterkommen können. „Dort heilen die Kinder schneller“, so Tuxhorn. Auch ein spezielles Zimmer zur Überwachung von Schreikindern könnte sie sich vorstellen. Ebenso eine Adipositasambulanz und spezielle Behandlungsmöglichkeiten für Neurodermitis.

Auch wenn das derzeit noch Zukunftsmusik ist, wird schon eine Sache deutlich. An Ideen und Motivation mangelt es der Medizinerin nicht. Und um die medizinische Versorgung der Kinder muss sich niemand mehr Gedanken machen. Bei Dr. Vanda Tuxhorn finden die kleinen Patienten ein offenes Ohr und offene Arme.

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Kommentare (5)

fehlt in ihrer Heimat. In Pressburg an der Donau arbeiten an ihrer Stelle Ärzte aus Bulgarien und der Ukraine, die wiederum dort fehlen. Deutsche Ärzte und Schwestern findet man zunehmend in Zürich.

heißt seit dem 14.3.1919 nicht mehr Pressburg. Ist Ihnen wohl entgangen!

und nicht Köln. Das Rheinland war unter Napoleon fast zwanzig Jahre lang französisch.

Antideutsche und antimagyarische Ideologen werden es wohl kaum verhindern können. Die in der Tschechoslowakischen Republik vorgenommene Umbenennung bezieht sich nur auf die tschechische und slowakische Sprache (Prešpurk, Prešporok). Erst durch die Vertreibung von Deutschen, Juden und Ungarn kam es dort zu einer Vorherrschaft westslawischer Sprachen.

Viel Erfolg und ein glückliches Händchen in Demmin. Auch mich trennen fast tausend Kilometer von meiner Heimat. Verrückte Welt!