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"Neue Fraktion ist bloß alter Wein in alten Schläuchen"

Wolfgang Holst (SPD) aus Verchen
Wolfgang Holst (SPD) aus Verchen

Tun die Unabhängigen so, als wären sie die Erneuerer der Demminer Stadtpolitik?  SPD-Mitglied Wolfgang Holst glaubt das.

Eines hat die neue Wählergemeinschaft (WG) in Demmin erreicht: Aufmerksamkeit. Denn nach der Fraktion der Linken, aus denen vier der WG-Mitglieder die Fronten gewechselt und eine eigene unabhängige Fraktion gebildet haben, reagiert nun auch die SPD. „Es bleibt noch bis Mai wie es war, denn die neue Fraktion ist letztlich bloß alter Wein in alten Schläuchen“, meint Wolfgang Holst aus Verchen. Das SPD-Mitglied ist erstaunt über Aussagen von Stadtpräsident Eckhard Tabbert, dem Vorsitzenden der Wählergemeinschaft und einstigen Linken-Frontmann. Wenn sie etwas tun wollen, dass die Bürger ihre Macht wieder zurückbekommen, dann fragt sich Holst, warum das dem Stadtpräsidenten erst jetzt einfalle und warum er als Repräsentant der Ratsversammlung, dem gewählten Gremium der Stadt, überhaupt die Macht aus den Händen gegeben hat. „Auch die anderen Mitglieder dieser neuen Fraktion sollten jetzt nicht so tun, als wären sie die Erneuerer der Demminer Stadtpolitik.“

Holst betont aber, dass Demmin Menschen braucht, die die Politik in der Stadt voranbringen, die sich engagieren und in ihrem Willen, Demmin vorwärts zu bringen, auch dann nicht nachlassen, wenn es Rückschläge gibt. Solche Bürger würden in CDU, die Linke, SPD und Wählergemeinschaften gebraucht. Wichtig sei bei diesem Engagement nur der Wille, viel Zeit zu investieren, um sich für die Belange der Stadt einsetzen zu können. Die SPD zum Beispiel mache einmal im Monat eine für jeden öffentliche Versammlung. In dieser können die Bürger über Beschwerden und Hinweise zu Knackpunkten in der Hansestadt berichten. Das können sie mit den sozialdemokratischen Stadtvertretern direkt besprechen. „Die Bürgerbesuche zu diesem Angebot sind allerdings, sagen wir mal, sehr überschaubar“, so Holst.

Das ist ja die Kunst, Bürger anzusprechen. Dieses Ziel hat jedenfalls die Wählergemeinschaft. Sie will Leute versuchen zu mobilisieren, die sich für die Stadtpolitik interessieren, erklärte Stefan Tabbert in der Gründungsversammlung.