Gespräch mit Landrat

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Neue Hoffnung für Radweg nach Pensin

Einen Radweg an der Kreisstraße zwischen Pensin und Demmin wünschen sich Bürger seit langem. Jetzt will sich eventuell die Stadt der Sache annehmen.
Einen Radweg an der Kreisstraße zwischen Pensin und Demmin wünschen sich Bürger seit langem. Jetzt will sich eventuell die Stadt der Sache annehmen.
Georg Wagner

Seit Jahren fordern Bürger von Demmin bis Pensin und Kletzin einen Radweg zur Hansestadt. Jetzt scheint etwas Bewegung in die Sache zu kommen.

Wenn der Vorsitzende des Demminer Stadtentwicklungsausschusses, Rainer Tietböhl (SPD), mit dem Fahrrad nach Pensin fahren müsste, säße bei ihm wohl des Öfteren die Angst mit im Sattel. „Ich“, bekennt er freimütig, „möchte da nicht immer fahren.“ Die Kreisstraße ist schmal und kurvig, gefahren wird trotz 70er-Zonen oft genug rasend schnell. Seit Jahren fordern Bürger aus der Pensiner Siedlung genauso wie den angrenzenden Dörfern deshalb einen Radweg, vor drei Jahren gab es sogar eine Unterschriftensammlung. Getan hat sich bisher nicht viel. Jetzt aber scheint zumindest Bewegung zu entstehen.

Nachdem sich Tietböhl vor einiger Zeit an den Landrat gewandt hatte, gab der es weiter an Thomas Fitzke von der kreislichen Wirtschaftsfördergesellschaft WMSE. Fitzke, der dort für das Radwege-Netz des Landkreises verantwortlich zeichnet und als engagierter Radwegvertreter gilt, blieb nicht untätig. Um eine Planungsgrundlage zu bekommen, veranlasste er eine Verkehrserhebung. Die fiel allerdings ungünstig aus. Rund 2500 Kfz pro Tag sollten auf einer Strecke rollen, gibt er die Faustregel wieder. Zwischen Pensin und Demmin waren es aber nur etwa 1000.

Bau nur mit Beteiligung der Stadt möglich

Aufgeben wollte er deshalb nicht. Er fragte bei der Landesregierung an, ob es auch andere Kriterien gebe. Die Antwort fiel nach seiner Darstellung einigermaßen salomonisch aus. Letztlich sei es eine politische Willensentscheidung des Landkreises. Ob es dann aber Fördermittel gäbe, blieb laut Fitzke offen. Ohne Zuschüsse aber wird der an der Kreisstraße eigentlich zuständige Landkreis den Radweg kaum bauen. Dafür wäre sein Haushalt zu überschuldet.

Jetzt suchen die Beteiligten nach anderen Lösungen, um an die nötigen Mittel zu kommen. Die Stadt hat sich eingeschaltet. Denn eines scheint festzustehen: Ohne ihre Beteiligung wird es kaum gehen. Das liegt an den Fördermitteln. Der Landkreis ist damit für den Radwegbau bereits relativ gut gesegnet und hat nach Thomas Fitzkes Einschätzung nur geringe Chancen auf weitere Mittel. Anders könnte das aussehen, wenn die Stadt den Antrag stellen würde.

Gemeinschaftsmaßnahme mit dem Amt Demmin-Land

Das ist auch im städtischen Bauamt bekannt. Dem ist ein derartiges Vorgehen auch nicht fremd. Ähnlich sei es schon gelaufen, als vor Jahren der Radweg nach Wotenick gebaut wurde, sagte Bauamtsleiter Dietmar Schmidt, als er jüngst im Stadtentwicklungsausschuss über den Stand der Dinge berichtete.

Im Fall des Weges nach Pensin ist die Lage aber etwas komplizierter. Denn der Ort gehört zur Gemeinde Kletzin, etwa die Hälfte der Strecke liegt auf deren Gemeindegebiet. „Es muss eine Gemeinschaftsmaßnahme mit dem Amt Demmin-Land werden“, stellte er denn auch fest und nannte gleich eine Grundvoraussetzung für Fördermittel: das Eigentum an den Grundstücken. Eine Einsicht ins Grundbuch ergab immerhin, dass das nicht allzu zersplittert ist. „Ich bin heilfroh, dass wir es nur mit vier, fünf Grundstückseigentümern zu tun haben“, so Schmidt. Jetzt will die Stadt zunächst noch einmal einen Gesprächstermin mit dem Landrat vereinbaren. Kommt er zustande, soll laut Schmidt auch das Amt Demmin-Land dazu geladen werden.

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versiegelt Boden unter Asphalt.