HOFFNUNGSSCHIMMER FÜR MÜHLE

Neue Perspektiven für Müllerei in Jarmen?

Während die Bürgerinitiative „Rettet die Jarmener Mühle” in der Öffentlichkeit mächtig mobil macht, scheint sich hinter den Kulissen von mehreren Seiten bereits einiges zu bewegen, was den Erhalt der Müllerei in der Peenestadt angeht.
Moderne Technik in altehrwürdigen Gemäuern: Einige der Interessenten an der Fortführung der Müllerei in Ja
Moderne Technik in altehrwürdigen Gemäuern: Einige der Interessenten an der Fortführung der Müllerei in Jarmen würden dies wohl am liebsten mit dem vorhandenen Maschinen-Bestand tun. Stefan Hoeft
Jarmen.

Auf seinen öffentlichen Internet-Seiten präsentiert GoodMills Deutschland zwar nach wie vor die Nordland Mühle Jarmen als tief mit der Region verbundenen Standort und weist explizit auf die Kampagne „Wir für Hier“ hin: „Hand in Hand arbeitet sie mit den Bäckereien und Landwirten vor Ort, um den Zusammenhalt zu stärken und zu fördern.“ Doch zumindest im internen Netzwerk hat die Gruppe die für September 2020 angekündigte Schließung des Betriebes am Peeneufer anscheinend bereits vollzogen. Denn nach Nordkurier-Informationen stellten Mitarbeiter erstaunt und pikiert fest, dass der Standort Jarmen auf den hauseigenen Seiten bereits getilgt wurde. Einher geht das offenbar mit Verzögerungen in den Verhandlungen über die Zukunft der Belegschaft, wie aus deren Reihen berichtet wird.

Aber vielleicht müssen jene Konzern-Angestellten in Vorpommern, die sich nicht ohnehin ja bald in die Rente verabschieden können und wollen, gar keinen Arbeitsplatz in der Fremde suchen. Schließlich dürfte ihr verhältnismäßig seltener Beruf vor Ort durchaus wieder gesucht sein, falls die Müllerei in Jarmen eine Zukunft behält. Und dafür gibt es durchaus Chancen, wie die Bürgerinitiative „Rettet die Jarmener Mühle“ jetzt berichten kann. Es existierten bereits aus mehreren Richtungen Ideen und Offerten, die hiesige Mehl-Herstellung zu sichern beziehungsweise auszubauen.

Konzentration der Mehlproduktion?

So stellten bereits vor Weihnachten Leute aus dem Betrieb selbst ein Konzept in der Hamburger GoodMills-Zentrale vor, die zusammen mit ihren Kollegen das regionale Geschäft weiterführen wollen. Zwar in reduziertem Maß und etwas anders ausgerichtet, aber im historischen Gebäude und mit dem vorhandenen Maschinenpark. Inwieweit der Konzern da mitgeht, wird sich vermutlich bald zeigen – noch im Januar sei ein weiteres Gespräch geplant.

Skeptiker allerdings zweifeln am Erfolg dieser Offerte. Denn während die Geschäftsführung vor allem den schwächelnden Markt und die langfristige Unwirtschaftlichkeit der Jarmener Mühle als Begründung für das Aus nannte, gehen sie davon aus, dass der Standort durchaus dauerhaft schwarze Zahlen schreiben könnte. Und es dem Unternehmen vielmehr um ein weitere Konzentration der Mehlproduktion geht, um seine Gewinnmargen zu erhöhen.

Wirtschaftsminister soll eingeladen werden

Allerdings könnte es sein, dass sich GoodMills in Mecklenburg-Vorpommern trotz seiner bisherigen Marktmacht und des Eigentums an dem hiesigen Standort bald neuem Druck ausgesetzt sieht. Schließlich soll es Überlegungen geben, bei einem Boykott des Konzerns eine völlig neue Mühle am Peenetal zu errichten und etablieren, die mit guter Qualität und Regionalität bei Zulieferern und Abnehmern punkten könnte. Unterstützung dafür hat die BI jedenfalls schon einige ausgemacht, die Ansätze reichten von einer herkömmlichen Gesellschaft mit finanzstarken Beteiligungen bis hin zu einer Genossenschaft. Genaueres wolle man derzeit aber noch nicht in der Öffentlichkeit behandelt sehen.

Allerdings könne die BI nur als Mittler und Unterstützer auftreten, heißt es aus ihren Reihen. Die konkreten Schritte müssten die Interessenten und Fachleute selbst unternehmen. Wobei die Jarmener nach wie vor auf Rückendeckung aus dem Wirtschaftsministerium setzen. So planen sie eine offizielle Einladung an Wirtschaftsminister Harry Glawe, um über die Zukunftsmöglichkeiten für den Standort in der Peenestadt zu reden.

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Kommentare (1)

Ihr seid nicht mehr rentabel.