DEUTSCHE EINHEIT

Neuer Name für einstigen Demminer Engels-Platz

Zum Einheitsjubiläum am 3. Oktober soll in Demmin ein „wachsendes Denkmal“ entstehen. Auch der dafür vorgesehene Platz könnte nach 30 Jahren wieder einen neuen Namen bekommen.
In der Folge des 9. November 1989 gab es auch in Demmin auf dem Markt immer wieder Kundgebungen.
In der Folge des 9. November 1989 gab es auch in Demmin auf dem Markt immer wieder Kundgebungen. Wolfgang Breu
Auf dieser Ecke, wo die Adolf-Pompe-Straße auf die Bahnhofstraße trifft, soll das „zusammenwachsende“
Auf dieser Ecke, wo die Adolf-Pompe-Straße auf die Bahnhofstraße trifft, soll das „zusammenwachsende“ Denkmal zur Deutschen Einheit in Demmin errichtet werden. Tobias Holtz
Demmin.

Es dauert nur noch gut einen Monat, bis in der Hansestadt ein neues Denkmal eingeweiht wird, das es in dieser Art bislang kein zweites Mal in Mecklenburg-Vorpommern gibt: Drei unterschiedliche Bäume in Dreiecksformation, deren Kronen im Laufe der Jahre ein gemeinsames Dach bilden, stehen künftig als lebendes Zeichen für die deutsche Wiedervereinigung.

CDU will den „Platz der deutschen Einheit”

Massive Sitzbänke mit schwarz-rot-goldenen Armlehnen und eine Gedenktafel in der Mitte sollen das „wachsende“ Denkmal vervollständigen. Bei den Lesern des Nordkurier stieß dieses Vorhaben der Stadt auf breite Zustimmung. Allerdings wurde auch häufig der Wunsch geäußert, dass das 30-jährige Einheitsjubiläum doch der passende Anlass wäre, um dem dafür auserkorenen einstigen Friedrich-Engels-Platz endlich wieder einen offiziellen Namen zu geben.

Mittlerweile hat sich die CDU/FDP-Fraktion zu dieser unter den Demminern heiß diskutierten Frage positioniert. Sie schlägt vor, die Fläche, an der die Adolf-Pompe-Straße auf die Bahnhofsstraße trifft, zur Erinnerung an die damaligen Ereignisse in „Platz der deutschen Einheit“ zu benennen. „Aus unserer Sicht rundet die Namensgebung des Platzes das Gesamtensemble ab“, heißt es in dem Antrag an die Stadtvertretung.

AfD bevorzugt „Bauckmeier-Platz”

Doch auch die anderen Fraktionen in der Stadt haben sich dazu schon ihre Gedanken gemacht. Für die AfD sollte die besagte Fläche den Namen einer bekannten Architektenfamilie tragen. „Ernst Bauckmeier hatte viele bedeutende Gebäude in Demmin entworfen und errichtet, darunter das Landratsamt oder das einstige Jola-Kaufhaus. Dem Sohn Jochen wurde für sein engagiertes Wirken zum Wohle der Hansestadt sogar die Ehrenbürgerwürde verlieren. Deswegen bevorzugen wir „Bauckmeier-Platz“, wie die Fraktionsvorsitzende Norina Thiel auf Nordkurier-Anfrage erklärte.

Die UWG-Fraktion sieht das hingegen völlig anders. „Personennamen kommen für uns nicht infrage“, stellte Eckhardt Tabbert klar. Mit dem Vorschlag der CDU könne seine Fraktion gut leben, betonte der UWG-Chef, bringt aber gleichzeitig noch eine andere Bezeichnung ins Spiel: „Platz der Partnerstädte wäre aus unserer Sicht auch ein geeigneter Name, um die langjährige Verbindung und Zusammenarbeit mit Porta Westfalica, Lünen, Bobolice und der Patenstadt Bad Bevensen zu verdeutlichen“, so Tabbert.

Demminer Stadtvertretung entscheidet Ende September

Die IVD teilt ebenfalls die Ansicht der CDU, dass „Platz der deutschen Einheit“ am treffendsten wäre. „Wir haben uns damals dafür stark gemacht, dass Vorpommern nach der Wende in die Namensbezeichnung unseres neu gebildeten Bundeslands mit aufgenommen wird. Somit steht die Einheit nicht nur für die Vereinigung von Ost und Westdeutschland, sondern auch von Mecklenburg und Vorpommern“, machte der Fraktionsvorsitzende Reinhardt Friedrichs deutlich.

Auch wenn die Namenspräferenz nach jetzigem Stand in eine eindeutige Richtung zu gehen scheint, bleibt es dennoch spannend, wie sich die Stadtvertretung bei ihrer nächsten Sitzung am 24. September letztlich entscheidet. Immerhin muss sich niemand Sorgen machen, dass die Umgestaltung des Platzes nicht rechtzeitig fertig wird. „Wir haben die Bauleistungen vor Kurzem an ein städtisches Unternehmen vergeben und sind sehr zuversichtlich, dass alles zum 3. Oktober steht“, räumte Bauamtsleiter Dietmar Schmidt jegliche Bedenken aus dem Weg.

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Kommentare (4)

Der Platz heißt schon seit Anbeginn Augustaplatz. Es gibt keinen Grund weitere Steuergelder für hirnlose Aktionen zu verschwenden. Es gibt außerdem schon eine Straße der Einheit in einem anderen Stadtviertel. Aber Kreativität und logisches Denkvermögen haben in der Demminer Stadtverwaltung wenig Raum.

war die erste Ehefrau des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. So wie auch Friedrich Engels ist die Kaiserin schon lange tot. Die Deutsche Einheit aber lebt ewig weiter!

Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach die Ehefrau von Wilhelm I. war die Großmutter von Wilhelm II. und danach wurde auch Platz benannt. Die CDU-Stadtvertreter hatten schon 30 Jahre Zeit um die kommunistischen Straßennamen aus dem Stadtbild zu tilgen. Es gibt immer noch Straßen welche nach Stalinisten (Clara Zetkin) und spartakistischen Republikfeinden (Liebknecht, Luxemburg) benannt sind. Da ist die Stadt Stettin schon deutlich weiter in Sachen Dekommunisierung (Abriß des Sowjetdenkmals etc.).

tot. Wer kennt sie noch?