So sieht die Kriegsgräberstätte in Tutow-Dorf nach der Sanierung aus. Die Kreuze im vorderen Bereich signalisieren,
So sieht die Kriegsgräberstätte in Tutow-Dorf nach der Sanierung aus. Die Kreuze im vorderen Bereich signalisieren, dass es sich um eine Grabstätte handelt. Ulrike Rosenstädt
Vertreter des Landesamtes für Innere Verwaltung, des Amtes Jarmen-Tutow, des kreislichen Ordnungsamtes und die Bürge
Vertreter des Landesamtes für Innere Verwaltung, des Amtes Jarmen-Tutow, des kreislichen Ordnungsamtes und die Bürgermeistern der Gemeinde Kruckow kamen zu einem Gespräch in Tutow-Dorf zusammen. Ulrike Rosenstädt
Für alle gut sichtbar steht an der B110 ein Hinweis auf die Kriegsgräberstätte in der Ortschaft Tutow-Dorf, die
Für alle gut sichtbar steht an der B110 ein Hinweis auf die Kriegsgräberstätte in der Ortschaft Tutow-Dorf, die zur Gemeinde Kruckow gehört. Ulrike Rosenstädt
Einweihung

Neues Umfeld für Kriegsgräber bei Tutow geschaffen

Im Vorfeld des Volkstrauertages wurde die sanierte Kriegsgräberstätte in Tutow-Dorf noch einmal genauer ins Visier genommen. Am Sonntag soll sie der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Tutow-Dorf

Jetzt ist es ganz offiziell. Die Umgestaltung der Kriegsgräberstätte in Tutow-Dorf, dieses Areal gehört zur Gemeinde Kruckow, ist beendet. Aus diesem Grund trafen sich am Donnerstag noch einmal Vertreter der Institutionen, die die Umsetzung begleitet, forciert und schließlich betreut haben. 2018 wurden erste Schritte unternommen. Coronabedingt verschob sich der Baustart. Ende 2021 konnten die Aufträge an hiesige Firmen vergeben werden. Jetzt ist die Arbeit beendet.

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Um sich das Ergebnis anzuschauen, waren Anja Vanselow, die Dezernatsleiterin Kriegsgräberangelegenheiten des Landesamtes für Innere Verwaltung, und ihr Mitarbeiter Dirk Schoppenhauer aus Schwerin angereist. Sie hatten dafür gesorgt, dass Mittel, die der Bund für die Arbeit an und den Umgang mit Kriegsgräberstätten zur Verfügung stellt, für das Projekt in Tutow-Dorf abgerufen werden konnten. Das Landesamt nimmt in solchen Fällen Kontakt mit dem jeweiligen zuständigen Landkreis auf. Der richtet sich, im zweiten Schritt, an die Verwaltung direkt vor Ort.

Über 20.000 Euro sind in die Sanierung der Kriegsgräberstätte in Tutow-Dorf geflossen. Wie mehrfach berichtet, war die Fläche in einem schlechten Zustand. Das hölzerne Kreuz war im Laufe der Jahre baufällig geworden, die Steine und Namensplatten sanierungsbedürftig, die Zuwegung nicht geeignet, um das Areal unkompliziert pflegen zu können.

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All dies gehört jetzt der Vergangenheit an. „Wir sind sehr froh darüber zu sehen, wie das Konzept umgesetzt wurde“, wandte sich der Mitarbeiter aus Schwerin an die Jarmener Verwaltung. Sowohl Bauamtsleiterin Karina Bodemann als auch Karsten Windmüller, der das Projekt von Beginn an begleitet hatte, standen während des gesamten Prozesses mit dem Fachamt in Schwerin in Kontakt.

Beide Seiten nutzten die Gelegenheit am Donnerstag auch, um auf die Kritik von zwei Tutowern kurz öffentlich einzugehen. In Bezug auf die scharfe Kritik, die zum Abtransport der alten Namenstafeln geäußert wurde, sagte Dirk Schoppenhauer: „Hier ist kein Name verloren gegangen. Im Gegenteil. Die Namenslisten wurden nochmals gründlich recherchiert und mehrmals abgeglichen. Mit dem Ergebnis, dass sogar noch einige Namen mit dazu aufgenommen werden.“ Die alten Steine seien nicht mehr reparabel gewesen. „Man muss auch mal den Fachleuten glauben, ihnen vertrauen“, warb der Schweriner um Verständnis auf Seiten derer, die die Umgestaltung der Fläche kritisch betrachten.

„Bei Versammlungen, bei denen es auch um diese Anlage ging, habe ich Rede und Antwort gestanden. Es gibt sogar einen Mailverkehr, der belegt, dass wir Anfragen zu diesem Thema wohl wahrgenommen und auch beantwortet haben“, sagte Karsten Windmüller.

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Der Mitarbeiter der Jarmener Verwaltung kündigte zudem an, dass es Überlegungen gibt, ob die zweite, die neue Namensplatte, die von einem Jarmener Steinmetz angefertigt wurde, mit Namen von Kriegsopfern ergänzt wird, von denen es im Amtsbereich Einzelgräber gibt. „Wir überlegen, ob diese umgebettet werden und damit hier in Tutow-Dorf auf der neuen Anlage einen würdigen Platz finden könnten. Das sind zunächst Überlegungen, die wir natürlich mit denen, die sich um die Gräber kümmern, oftmals sind das die Kirchengemeinden, besprechen werden“, sagte Karsten Windmüller.

Doch zunächst erst einmal wird es am kommenden Sonntag, am Volkstrauertag, Gelegenheit geben, in angemessener Form der Toten zu gedenken. Wie Elke Hempel, Bürgermeisterin der Gemeinde Kruckow, ankündigte, ist eine Kranzniederlegung geplant, die sie gemeinsam mit der Pastorin der Evangelischen Kirchengemeinde Kartlow-Völschow, Silke Kühn, organisiert. Beginn ist um 14 Uhr. „Gäste sind herzlich willkommen, um sich die Neugestaltung der Kriegsgräberstätte anzuschauen“, sagte Elke Hempel.

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Auch in Tutow werden anlässlich des Volkstrauertages Kränze an der Kriegsgräberstätte niedergelegt. Diese Geste der Würdigung übernehmen Mitarbeiter der Amtsverwaltung Jarmen-Tutow.

Korrektur – 16:50 Uhr, 11.11.2022: Die Kranzniederlegung beginnt um 14 Uhr, nicht wie zuerst berichtet um 13 Uhr. – Die Redaktion

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