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Norma-Lager verlässt Demmin

Jetzt ist es raus: Nur noch rund ein Jahr lang werden die Liefer-Lkw vom Betriebsgelände in Meyenkrebs fahren. Norma will mit seinem Logistikzentrum den Standort wechseln.
Jetzt ist es raus: Nur noch rund ein Jahr lang werden die Liefer-Lkw vom Betriebsgelände in Meyenkrebs fahren. Norma will mit seinem Logistikzentrum den Standort wechseln.
Georg Wagner

Nach Kraftwerk und Störfarm folgt für den Gewerbestandort Meyenkrebs bald ein neuer Rückschlag. Norma verlegt sein Zentrallager. Was aus den Mitarbeitern wird, ist unklar.

Das Zentrallager der Discounter-Kette „Norma“ wird Demmin verlassen und nach Dummerstorf bei Rostock ziehen. Das bestätigte die Unternehmensleitung nun auf Nachfrage. Voraussichtlich im September 2018 werde der Umzug erfolgen. Noch im August werde mit dem Bau des neuen Logistikzentrums in Dummerstorf begonnen, erklärte Niederlassungsleiter Ulrich Schrage.

Für das Gewerbe- und Industriegebiet im Demminer Stadtteil Meyenkrebs bedeutet das einen weiteren herben Rückschlag. Nach dem Aus für das Biomasseheizkraftwerk und der Insolvenz der Störfarm von „Russian Sturgeon“ gehen damit in der Hansestadt weitere 95 Arbeitsplätze verloren.

Mitarbeitern wurde Übernahme angeboten

Für die Beschäftigten selbst muss das allerdings nicht unbedingt den Gang in die Arbeitslosigkeit bedeuten. Ihnen sei die Übernahme nach Dummerstorf angeboten worden, heißt es seitens des Unternehmens. Ob und wie viele Mitarbeiter des Zentrallagers auf das Übernahmeangebot am neuen Standort eingehen werden, ist nicht bekannt. Im vergangenen Jahr, als die Überlegungen zum Standortwechsel erstmals aufkamen, hatte sich dem Vernehmen nach der Wille dazu noch in Grenzen gehalten.

Aus Norma-Sicht indessen hat der neue Standort Vorteile, mit denen Meyenkrebs kaum konkurrieren kann. Die fehlende Autobahnanbindung in Demmin, damit verbundene größere Entfernungen zu den Filialen und schlechtere bauliche Voraussetzungen machten den Umzug betriebswirtschaftlich notwendig, hieß es aus der Chefetage des in Fürth bei Nürnberg ansässigen Unternehmens.

Kommentare (5)

Pendeln ist doch heute Grundvoraussetzung die vom Arbeitnehmer vorausgesetzt und erwartet wird. Bis zu 100 km pro Tour ist normal. Die Kollegen dort sollen doch glücklich sein , daß sie in dem neuen Lager weiterarbeiten können. Von Demmin bis Dummersdorf ist es ja auch nicht soweit.

Was hat Demmin auch zu bieten, nichts. Weder für Tourismus noch für überregional agierende Firmen attraktiver Standort. Ein verschlafenes größeres Dorf ohne irgendwelche Interessen am Leben außerhalb seiner Mauern! Wie eine Touristin aus Berlin schön sagte: Demmin und Berlin haben eins gemeinsam:die Dönerbude

Was hat Demmin auch zu bieten, nichts. Weder für Tourismus noch für überregional agierende Firmen attraktiver Standort. Ein verschlafenes größeres Dorf ohne irgendwelche Interessen am Leben außerhalb seiner Mauern! Wie eine Touristin aus Berlin schön sagte: Demmin und Berlin haben eins gemeinsam:die Dönerbude

in deren Haut ich nicht stecken möchte, freuen sich bestimmt sehr über aufmunternde Kommentare zu zumutbaren Pendelstrecken und dem (Un-) Wert ihres Lebensmittelpunktes.

Wieder ein Arbeitgeber weniger in Demmin und weitere 95 Arbeitsplätze weniger. Die zu Kaisers Zeiten stolze und wohlhabende Kreisstadt droht zu verarmen und zu veröden. Und niemand - so scheint es - kann ihn noch aufhalten, den schleichenden Niedergang der ostdeutschen Provinz.