Ohne Badeaufsicht ist das Baden offiziell verboten, heißt es. Was aber keine Zutrittssperre für den Kiessee bedeute
Ohne Badeaufsicht ist das Baden offiziell verboten, heißt es. Was aber keine Zutrittssperre für den Kiessee bedeuten soll. Stefan Hoeft
Die Zahl der Stand-up-Paddle-Boards nimmt auch auf dem Zarrenthiner Kiessee stetig zu. Im Badebereich der Zarrenthiner Badeans
Die Zahl der Stand-up-Paddle-Boards nimmt auch auf dem Zarrenthiner Kiessee stetig zu. Im Badebereich der Zarrenthiner Badeanstalt sollen sie aber eigentlich nichts zu suchen haben, so die Ansage der Betreibergemeinde. Stefan Hoeft
„Campen verboten!“ heißt es jetzt am Parkplatz vor der Badeanstalt, damit ist insbesondere das Abstellen von
„Campen verboten!“ heißt es jetzt am Parkplatz vor der Badeanstalt, damit ist insbesondere das Abstellen von Wohnmobilen untersagt. Stefan Hoeft
Badeanstalt

Öffnungszeit am Zarrenthiner Kiessee wirft Fragen auf

Die Saison in der Badeanstalt Zarrenthin hat Fahrt aufgenommen. Offiziell ist das Schwimmen und Parken dort aber nur zu bestimmten Zeiten erlaubt. Das sind die Hintergründe.
Zarrenthin

Wie am Eingang ausgeschildert hat die Badeanstalt am Zarrenthiner Kiessee offiziell nur von 12 bis 20  Uhr geöffnet. Das bekräftigte Grit Gawrich als Bürgermeisterin der Betreibergemeinde Bentzin auf Nordkurier-Anfrage. Hintergrund sind Irritationen, wer und bis wann dort an den Strand darf. Schließlich gibt es auch vormittags und bis in die Dunkelheit immer wieder Besucher, gerade im Sommer und bei solchem Wetter wie derzeit. Früher galt 10  Uhr als Start und 23  Uhr als Zapfenstreich, mit Blick auf die Erfahrungswerte der Vorjahre und das begrenzte Personal-Reservoir wurde das 2020 aber auf die jetzige Zeitspanne reduziert.

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Als offizieller Badestrand müsse sich die Kommune rechtlich absichern und könne die Nutzung nur erlauben, wenn Rettungsschwimmer vor Ort seien, machte das Dorfoberhaupt klar. Egal, ob nur mal vorübergehend für eine oder zwei Stunden oder eben den Vormittag und die Nacht hindurch. Ist das nicht garantiert, werde die rote Flagge gehisst und ein Extra-Hinweis-Schild am Multifunktionsgebäude aufgestellt. Beides bedeute ein Badeverbot, werde vorsichtshalber für alle auch im Schaukasten noch einmal erläutert. „Wer trotzdem baden geht, geht auf eigene Gefahr.“ Und muss obendrein damit leben, dass die Pumpe der Rutsche abgestellt ist.

Schranke wird spätestens zu 21 Uhr geschlossen

Keinesfalls aber sehe sich die Gemeinde in der Pflicht und Lage, Leute außerhalb der Öffnungszeiten von Ufer und Wasser fernzuhalten. Sprich niemandem werde der Zutritt verwehrt, außer nachts durch das Verschließen der Tür. Für den Parkplatz vor der Freizeiteinrichtung gilt dieser inoffizielle Freifahrtschein hingegen nicht. Dessen Schranke werde kurz nach 20  Uhr geschlossen, spätestens zu 21  Uhr. „Wer dann sein Auto dort noch zu stehen hat, muss es da bis zum nächsten Morgen lassen und eigentlich auch ein Parkticket lösen“, so Gawrich. „Wer mit dem Fahrrad kommt oder zu Fuß, kommt ja trotzdem noch durch.“

Auch ohne Schlagbaum ausgeschlossen sind seit dieser Saison Fahrzeuge, die dem Übernachten dienen. Auslöser ist die 2021 registrierte Zunahme von Wohnmobilen auf dem Parkplatz, die nicht unerheblich viel von der in der Hochsaison ziemlich knappen Stellfläche blockierten. Die Bentziner befürchteten, diesen Zustrom irgendwann nicht mehr kontrollieren zu können, und ließen nun ein Zusatzschild mit einem stilisierten Campingfahrzeug und dem Schriftzug „Campen verboten“ anbringen. „Das gilt also egal, womit man dort steht, vom Zelt bis zum Wohnmobil“, begründete die Bürgermeisterin.

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Was die übrigen Fahrzeuge angeht, werde anders als noch im Vorjahr künftig verstärkt auf die Park-Tickets geachtet. Wer keinen Obolus entrichtet beziehungsweise den entsprechenden Zettel nicht sichtbar im Wagen hinterlässt, muss mit Knöllchen rechnen. Auch mit dem Parken per Handy-App, das demnächst starten soll, werde es da keine Probleme geben: Eine Verwaltungsmitarbeiterin verfüge über eine Kontroll-App, die anzeige, wer auf der aktuellen Bezahlliste steht. Es könne sich also niemand mehr herausreden.

Badebereich ist für Boote und Boards tabu

Einen Schwimmkurs werde es nicht mehr in dem Gewässer geben. Schon wegen des schwer zu kalkulierenden Wetters, fügte die Bürgermeisterin hinzu. Verbunden mit einem Appell auf gegenseitige Rücksichtnahme am Strand und draußen auf dem See. Dies gilt wohl insbesondere für Besitzer von Wassergefährten wie Schlauchbooten und den Stand-up-Paddle-Boards. Für sie existierten separate Ein- und Ausstiegsbereiche am Ufer, sie dürften auf keinen Fall im Badebereich betrieben werden, so die Ansage der Bürgermeisterin. Ein Lagern dieser Freizeitgeräte am Multifunktionsgebäude oder gar eine Ausleihe durch die Gemeinde sei weder erwünscht noch geplant. Das laufe höchstens über die Tauchbasis.

Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause laufe derweil nun die Veranstaltungssaison in der Badeanstalt wieder an. Es gebe bereits mehrere Interessenten. Los gehe es am 2.  Juli mit einer Beach-Party in Verantwortung der Firma „East Events“.

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