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Ökotech in Demmin auf Ramsch-Niveau

Die letzten Job-Maßnahmen enden in dieser Woche, der Ausverkauf läuft: Sang- und klanglos geht das Kapitel Ökotech nach 25 Jahren zuende.
Die letzten Job-Maßnahmen enden in dieser Woche, der Ausverkauf läuft: Sang- und klanglos geht das Kapitel Ökotech nach 25 Jahren zuende.
Thoralf Plath

Alles muss raus: Der Ausverkauf der Beschäftigungsgesellschaft läuft. Jüngst konnte sich jeder Demminer mit Harken, Schaufeln und Motorsensen aus dem ABM-Depot eindecken.

Wäre die Geschichte anders und besser verlaufen, Werner Sack hätte in diesen Tagen wohl zu einem kleinen Betriebsfest eingeladen. Die Demminer Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft Ökotech stand im Jahr ihres 25. Jubiläums, als Ende März Schluss war mit lustig: Die Stadtvertretung beschloss die Auflösung des Sozialjob-Trägers. Geschäftsführer Werner Sack bekam die Kündigung. Statt Jubiläum zu feiern, organisiert er jetzt den Ausverkauf.

Vorigen Freitag waren die Kleinteile dran. All jene Gerätschaften, mit denen Hundertschaften von ABMern und Ein-Euro-Jobbern jahrelang unsere Landschaft pflegten, DDR-Altlasten beseitigten und dabei meist selbst für einige Monate ein halbwegs sinnerfülltes Arbeitsleben fanden. Jetzt wird das Sozialwerkzeug zur Ware. Hammer, Sichel, Motorsense: Was irgendwie geht, soll noch zu Geld gemacht werden.

"Soviel wie möglich herausholen"

"Soviel wie möglich herausholen, um den Verlust für den Gesellschafter, also unsere Hansestadt, so gering wie möglich zu halten", beschreibt Rainer Tietböhl, für die SPD im Stadtparlament und zum Liquidator von Ökotech bestellt, seinen Job. Der Kleinteile-Ausverkauf sei erstaunlich gut gelaufen.

Tietböhl hat sich um den Job als Liquidator nicht gerissen, wie er sagt. Er setzte sich für die kommunale Unterstützung des Beschäftigungsträgers ein: "Eine Stadt wie Demmin mit einer so strukturschwachen Region braucht so ein Unternehmen." Doch die brutal gekürzten Jobcenter-Zuschüsse brachen Ökotech das Genick.

 

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