HAFEN VON LOITZ

Feuerwehr pumpt 4000 Liter kontaminiertes Wasser aus Peene

Die Feuerwehren aus Loitz und Jarmen waren stundenlang im Hafen von Loitz im Einsatz, denn ein riesiger Ölteppich hatte sich dort ausgebreitet - obwohl Anwohner das Unglück schon viel früher bemerkten, aber nicht die Retter alarmierten.
Stefan Hoeft Stefan Hoeft
Die Kameraden legten eine Ölsperre vor die Zufahrt, um ein Abdriften des „Ölteppichs“ auf den Fluss zu verhindern.
Die Kameraden legten eine Ölsperre vor die Zufahrt, um ein Abdriften des „Ölteppichs“ auf den Fluss zu verhindern. Feuerwehr Jarmen
Blaue Stunden im Ehrenamt: Der Feuerwehreinsatz am Loitzer Hafen dauerte bis kurz vor Mitternacht.
Blaue Stunden im Ehrenamt: Der Feuerwehreinsatz am Loitzer Hafen dauerte bis kurz vor Mitternacht. Feuerwehr Loitz
In der Loitzer Marina breitete sich am Pfingstsonntag ein schimmernder Teppich aus. Foto: Feuerwehr Jarmen
In der Loitzer Marina breitete sich am Pfingstsonntag ein schimmernder Teppich aus. Foto: Feuerwehr Jarmen Feuerwehr Jarmen
Loitz.

Was kostet die fachgerechte Entsorgung von rund 4000 Liter kontaminiertem Wasser? Mit dieser Frage werden sich in den nächsten Tagen wohl die Loitzer Verwaltung und Feuerwehr befassen müssen. Denn diese Menge „fischten“ die Kameraden am Pfingstwochenende aus dem Hafenbecken der Peenestadt.

Vermutlich handelte es sich um Diesel, der dort den Amazonas des Nordens verunreinigte, erklärt Einsatzleiter Tilo Janzen, alles weitere wären allerdings Spekulationen. Schließlich soll sich der Ölfilm, den er beim abendlichen Eintreffen an der Marina auf 25 mal 50 Meter schätzte, dort schon mindestens seit dem Vormittag ausgebreitet haben. Sprich, es war kein Verursacher vor Ort mehr auszumachen.

Offenbar hätten Leute das Malheur bereits den ganzen Pfingstsonntag über beobachtet, aber erst später sei dann jemand auf die Idee gekommen, Bürgermeisterin und Feuerwehr zu kontaktieren, schildert Janzen. Der schließlich selbst nach dem Rechten schaute und in der Folge um 19.25 Uhr Alarm über die Leitstelle auslöste. Einschließlich der Anforderung der Nachbarwehr aus Jarmen, die neben einem Boot zudem mit ihrer Löschgruppe Plötz über eine extra für die Bekämpfung solcher Notfälle ausgebildete Truppe verfügt. Acht Mitglieder machten sich samt einem mit entsprechender Spezialausrüstung beladenen Hänger auf den Weg nach jenseits der Peene, hinzu kamen zwei Bootsführer aus Jarmen, so deren Wehrleiter Gerhard Vockelmann.

Drehleiter wurde als Kran genutzt

Die Hausherren rückten derweil mit einem Dutzend Leuten aus, an Technik rollten der Einsatzleitwagen, das Mannschaftstransportfahrzeug und die Drehleiter an, berichtet Janzen. Letztere nämlich sei als Kran genutzt worden, der das Mehrzweckboot so ins Wasser absetzte, dass es hinter dem Dieselteppich landete und nicht noch hindurch fahren musste. Die Loitzer und Jarmener Bootsbesatzungen zogen eine Ölsperre vor der Marina auf, hinterher wurde die Verunreinigung mit einem so genannten Skimmer abgesaugt.

Die ebenfalls herbei gerufene Wasserschutzpolizei habe zwar Proben von dem Gemisch genommen, erklärt der Einsatzleiter. Aber dass deren Untersuchung zur Feststellung eines Verursachers führt, bezweifelt er. Zumal bei Suchfahrten Richtung Sophienhof und Zeitlow keine weiteren Verunreinigungen entdeckt wurden. „Das bleibt wohl alles an uns hängen, auch die Entsorgungskosten.“

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