Corona-Protest

Organisatoren der Mahnwache wehren sich gegen Kritik

Die Kontroverse um die von SPD und Linken organisierte Mahnwache in der vergangenen Woche zieht weiter Kreise. Jeannine Rösler (Linke) weist die AfD-Kritik zurück.
Linken-Abgeordnete Jeannine Rösler.
Linken-Abgeordnete Jeannine Rösler. Denny Kleindienst
Seitens der AfD gab es harsche Kritik für die von SPD und Linke organisierte Mahnwache – die kontern jetzt und nehm
Seitens der AfD gab es harsche Kritik für die von SPD und Linke organisierte Mahnwache – die kontern jetzt und nehmen Enrico Schult (AfD) ins Visier. Pablo Himmelspach
Enrico Schult (AfD).
Enrico Schult (AfD).
Demmin

Ob für oder gegen Maßnahmen und Impfungdie Pandemie treibt immer wieder Menschen auf die Straße. Auch in der Hansestadt ist am Donnerstag um 18 Uhr erneut mit einem sogenannten Spaziergang vom Marienhain aus zu rechnen.

Dessen Vorgänger und die damit verbundene Gegenveranstaltung in der vergangenen Woche sorgen indes weiter für Kontroversen. Vor allem dem AfD-Landtagsabgeordneten Enrico Schult stieß die von Linke und SPD organisierte Mahnwache sauer auf – laute Kritik an Anna-Konstanze Schröder (SPD) und Jeannine Rösler (Linke) inklusive. Letztgenannte holt nun zum Gegenschlag aus.

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Verantwortung übernehmen

„Es ist ein Trauerspiel und bezeichnend, wenn sich der AfD-Abgeordnete an den Begriffen Sachlichkeit und Verantwortung stört“, so die Linken-Abgeordnete. Schließlich wäre es gerade in der Pandemie bedeutend, Verantwortung für die eigene und fremde Gesundheit zu übernehmen. Ebenso, wie für die Pflegekräfte und deren immense Belastung im Kampf gegen das Virus.

„Selbstverständlich sind Diskussionen über Sinn und Unsinn von Maßnahmen gegen das Virus wichtig und richtig“, sagt Rösler. Entscheidend sei aber, dabei die Sachlichkeit anzumahnen – ein weiterer Grund für die Mahnwache. Und einer, in dem sich Kritiker und Befürworter der Maßnahmen im Kern bisweilen gleichen.

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Tatsächlich hatte auch Schult nicht die Mahnwache an sich in Zweifel gezogen. Vielmehr richtete sich die Kritik an die Organisatoren aus der Landespolitik selbst. Diesen warf der AfD-ler vor, aus dem Elfenbeinturm heraus zu agieren und aufgrund ihrer gesicherten Existenzgrundlage den Blick für die Nöte der Demonstranten zu verlieren.

Umstrittenes Video

Schult hingegen wolle den Menschen zuhören und sich auch vor Ort in Demmin ein Bild der Lage machen. Denn die Erfahrung hätte gezeigt, dass bei den Demonstrationen eben nicht nur Corona-Leugner anwesend seien, die alle Maßnahmen strikt ablehnen.

Eine Einschätzung, die Demmins direkt gewählter Abgeordneter bereits Ende 2021 verbreitet hat. In einem Video in den sozialen Netzwerken präsentierte Schult unter anderem Gespräche mit einzelnen Teilnehmern bei einer Demonstration in Wolgast. Fazit des gut fünfminütigen Beitrags: „Wir konnten keine Rechtsextremisten oder Schwurbler sehen.“ Ein Satz, den Jeannine Rösler so nicht stehen lassen will. „Die Fahne einer rechten Verbindung im Bild und Aussagen über angeblich zusammengekippte Impfstoffe sprechen eine andere Sprache“, sagt sie.

Und tatsächlich taucht in Schults Video großflächig eine Flagge mit der Aufschrift „Freie Pommern“ auf. Eine selbst bezeichnete „unabhängige Bürgerbewegung“, die jedoch offen für die NPD wirbt und bereits ins Visier des Verfassungsschutzes geraten war. Zudem zeugen Gesprächsteile mit den Interviewpartnern mehr von diffusen Ängsten, denn von ernsthafter Auseinandersetzung mit dem Thema und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Für Rösler ist daher klar: Auch in Demmin wird Schults Bewertung der Ereignisse schon feststehen, bevor er überhaupt anwesend war.

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