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Orgel und Klavier plus Literatur sind krönender Abschluss

Gabriele Müller an Klavier und Orgel sowie Antje und Martin Schneider aus Berlin gestalteten zu den Demminer Orgeltagen einen musikalisch-literarischen Abend in St. Bartholomaei.
Gabriele Müller an Klavier und Orgel sowie Antje und Martin Schneider aus Berlin gestalteten zu den Demminer Orgeltagen einen musikalisch-literarischen Abend in St. Bartholomaei.

Wer einmal die Orgeltage in Demmin erlebt hat, will unbedingt wiederkommen. So kamen auch diesmal wieder neue und eingefleischte Musikliebhaber.

Eigentlich kam Maria Huse nur für ihre Freundin nach Demmin, weil die erkrankt war. „Ich bin eingesprungen“, sagte die Greifswalderin. Nun will die 77-Jährige wiederkommen. Die Orgeltage in der Hansestadt haben ihr so gut gefallen, dass sie „Blut geleckt“ hat. Ihrer Freundin kann sie nur berichten, was die verpasst hat. Das ist so einiges, meinte Regina Werner (68). „Ich war zum ersten Mal dabei und bestimmt nicht zum letzten Mal.“ Von jetzt ab wolle sie jedes Jahr mitfahren. „So was Schönes“, schwärmte sie. Die Orgelfahrt führte etwa 40 Interessierte diesmal ins Trebeltal in kleine Landkirchen, nach Glewitz, Quitzin und Vorland sowie ins SOS Kinderdorf Hohenwieden. „Es hat mir sehr gut gefallen“, meinte Erika Kaubisch. Vor allem die Orgelkonzerte seien wieder ein Musikgenuss gewesen. Schon viele Jahre kommt die Greifswalderin nach Demmin. Renate Engel indes schätzt die familiäre Atmosphäre der Orgeltage. „Die Gemeinschaft ist das Schöne, es ist alles sehr nett hier.

Nach der Sanierung der Buchholz-Grüneberg-Orgel in St. Bartholomaei finden seit 2002 die Orgeltage jedes Jahr statt. Sie würden hier wie selbstverständlich hinnehmen, dass ständig in der Kirche ihnen ein Kunstgenuss beschwert werde, sagte Marie-Luise von Bonin, Vorsitzende des Orgelfördervereins. Aber während der Orgelfahrt sei ihr klar geworden, wie sich auch die Dörfer nach Orgelkonzerten sehnen und oft keinen Organisten haben. 200 Orgeln in Mecklenburg-Vorpommern seien unbespielbar, bemerkte Schirmherr Ernst Wellmer. „Wir dürfen dankbar für die größte in Deutschland erhaltene Orgel des Stettiner Orgelbaumeisters Barnim Grüneberg sein.“ Zum Festkonzert am Sonnabend spielte die Berlinerin Gabriele Müller sie. Antje und Martin Schneider lasen aus Reisebriefen des jungen Medelssohn Bartholdy vor, während Gabriele Müller an Orgel und Klavier die Texte musikalisch interpretierte. In der Pause gab es wie immer den beliebten Orgelschmaus. „Dieser Abend war wirklich die Krönung eines wunderschönen Tages“, meinte Regina Werner.