Peters Revier ist normalerweise die Trebel. Doch um Zander zu fangen, kommt er regelmäßig nach Demmin.
Peters Revier ist normalerweise die Trebel. Doch um Zander zu fangen, kommt er regelmäßig nach Demmin. Pablo Himmelspach
Winterruhe

Peene-Angler dürfen derzeit nur spezielle Methoden anwenden

Das Angeln ist auch an der Peene in Demmin zurzeit nur eingeschränkt möglich. Einige versuchen nichtsdestotrotz an der Hafenkante ihr Glück – mit Achtung vor der Natur.
Demmin

Es ist kalt, nass und windig am Demminer Hafen. Die Oberfläche der Peene ist leicht gekräuselt und der Wind treibt feinen Nieselregen über die Hafenkante. Doch nichtsdestotrotz sitzen einige Angler auf Campingstühlen und halten ihre Ruten ins Wasser. „Peter, hier ist einer, der will mit dir sprechen“, ruft ein Mann in einer dunkelgrünen Jacke laut in Richtung Hafenende. Ein paar Schritte weiter sitzt Peter mit seiner Angel in der Hand auf einem Stuhl, neben ihm liegt ein großer Kescher aus Metall. „Nur einen Barsch habe ich bis jetzt gefangen. Eigentlich will ich Zander fischen, aber bei diesen Bedingungen ist es schwierig“, sagt er.

Fische sollen im Winter nicht zu sehr gestört werden

Denn aktuell gilt in Demmin, wie an vielen anderen Stellen auch, die Winterlager-Regelung. In der kalten Jahreszeit sammeln sich viele Fische in den tieferen Zonen an den Kaianlagen. Und damit sie dort nicht zu sehr gestört werden, ist das Fischen derzeit nur mit Einschränkungen möglich. „Es sind nur spezielle Methoden erlaubt. Drop Shot zum Beispiel“, erklärt Peter. Bei dieser Technik hängt der Köder oberhalb des Bleis an der Schnur, mit Abstand zum Grund. So werden die Fische in den tieferen Zonen nicht gestört.

Lesen Sie auch: Sanierung von Demminer Peene-Rastplatz verzögert sich weiter

Normalerweise fischt Peter Zander und Hechte. „Zander ist ja ein Essfisch und schmeckt auch wesentlich besser“, erklärt Peter. Hecht sei aber auch okay. Fängt er einen Fisch, der groß genug ist, bereitet er ihn auch zu Hause selbst zu. „Wenn sie zu klein sind, werden sie schonend wieder zurückgesetzt“, sagt Peter. Vor allem Zander seien sehr empfindlich, wenn sie noch jung sind. Für Peter gehört ein respektvoller Umgang mit der Natur und den Tieren zum Angeln dazu. „Wir nehmen ja nicht nur. Wir halten auch das Gewässer sauber“, sagt er. Regelmäßig fänden Arbeitseinsätze statt, bei denen Müll und anderer Dreck aus den Flüssen geholt werden.

Viele Naturschutzgebiete – wenige Stellen zum Angeln

In der Zwischenzeit bekommt der Angler zweimal Besuch von Bekannten. Ein Fahrschulauto bleibt kurz stehen, danach hält ein schwarzer SUV und ein Mann lässt die Scheibe herunter. „Na, schon was rausgeholt?“, fragt der Fahrer. „Einen Barsch“, antwortet Peter. „Heute Abend kommen die Großen. Niemals aufgeben“, sagt der Mann lachend und hebt zum Abschied die Hand.

Lesen Sie auch: Mann angelt Riesenwels aus der Peene

„Wir sind hier schon eine Gemeinschaft. Meistens treffen wir uns und quatschen bisschen düsig“, sagt Peter. Mitglied ist er beim Nossendorfer Angelverein. Heute aber versuche er in Demmin sein Glück. „Normalerweise ist ja die Trebel mein Revier“, sagt Peter und lacht. Schwierig sei das Angeln in der Region manchmal aufgrund der vielen Naturschutzgebiete. Dadurch gebe es trotz der drei Flüsse Peene, Tollense und Trebel, nur wenig beangelbare Stellen. „Da darf ja nicht mal ein Halm geknickt werden“, sagt Peter.

Lesen Sie auch: Fleißige Loitzer Angler packen auch 2022 einiges an

Begonnen mit dem Angelsport habe er schon als kleiner Junge. Und gerade jetzt nutze er die Zeit, da er in der Hochsaison viel arbeiten muss. Zwar könnte das Wetter wohl besser sein, aber das sei man ja gewohnt. Und was ist seiner Ansicht nach das Schönste am Angeln? „Die Ruhe“, sagt Peter.

Der Demmin-Überblick per Mail

Was gibt's Neues im Demminer Land? Unsere Reporter fassen wöchentlich die wichtigsten Nachrichten und Geschichten für Sie in unserem kostenlosen Newsletter zusammen. Jetzt schnell anmelden!

zur Homepage

Kommentare (1)

Gottlob gibt es die Naturschutzgebiete. Ein Fisch ist ein Lebewesen mit Schmerzempfinden, das dringend auch in den Binnengewässern mehr geschützt werden muß. Vor allem sollte das Trophäen-Fischen von besonders großen Fischen unter Strafe gestellt werden.