Heimatgeschichte

Plattdeutsch-Freunde bereiten sich auf Hörbuch-Aufnahme vor

Der Demminer Heimatverein widmet sich auch der Pflege der niederdeutschen Sprache. Beim Hörbuch-Projekt machen junge und alte Liebhaber des Plattdeutschen mit.
Einige der Sprecher und Sprecherinnen des niederdeutschen Hörbuchs trafen sich zu einer ersten Beratung am Hanseufer.
Einige der Sprecher und Sprecherinnen des niederdeutschen Hörbuchs trafen sich zu einer ersten Beratung am Hanseufer. Christine Gerhard
Demmin

Die jüngste Sprecherin, gerade einmal fünf Jahre alt, kann ihren Text schon auswendig und will vielleicht noch ein paar zusätzliche Kinderreime lernen. Die meisten anderen Teilnehmer an dem Projekt des Demminer Heimatvereins suchen noch nach geeigneten niederdeutschen Texten für das Hörbuch. Walter Heberer, mit 83 Jahren der älteste Sprecher, hat eine ganze Liste von Vorschlägen, wo sie stöbern können.

Mehr lesen: Hörbuch geplant - Wer leiht dem Demminer Heimatverein seine Stimme?

„Es muss nicht explizit überall Demmin vorkommen“, erklärte der Vereinsvorsitzende Karsten Behrens bei einem ersten Treffen der Sprecher. Wichtig sei, dass die Geschichten, Gedichte und Anekdoten in dem Hörbuch auch in Demmin spielen könnten. Was sie letztlich vortragen möchten, stellen die Sprecher beim nächsten plattdeutschen Nachmittag in der Hanse-Bibliothek am 24. August vor.

Nicht alle Teilnehmer seien aktive Muttersprachler des Niederdeutschen, erzählt Behrens, manche stammten nicht einmal aus Norddeutschland. Für die Aufnahme des Hörbuchs sei bei Bedarf ein Aussprache-coaching möglich.

Gepresste CDs pünktlich zu Weihnachten

Wenn alles vorbereitet ist und Texte und Konzept für die CD mit einstündiger Laufzeit stehen, werden die rund zehn Sprecher das Hörbuch in einem Tonstudio in Pensin einsprechen. Auch die Band Decent Rocks will sich mit dem Demmin-Lied und einem weiteren Song beteiligen. Mit der Förderung der Sparkassenstiftung in Höhe von 1200 Euro sollen aus den Dateien schließlich 500 CDs hergestellt werden.

„Sie sollen möglichst Mitte Dezember hier sein, zum Weihnachtsmarkt wäre natürlich ideal“, erklärte Behrens. Er ist zuversichtlich, dass die CDs, die nicht an die Sprecher gehen, dann verkauft werden können. „Das ist machbar, weil die Produktion nicht lange dauert.“

 

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Kommentare (1)

rettet man keinen Dialekt. Man verzögert nur sein Aussterben. Nur wenn eine Sprache auch im Alltag von jungen Menschen gespochen wird kann sie überleben. So wie es beim Schweizerdeutsch der Fall ist. Wer in der Schweiz hochdeutsch redet (und kein Deutscher ist) wird als nicht normal angesehen.