8. MAI

Protest gegen „Fackelmarsch“ in Demmin

Die NPD will am heutigen Tag der Befreiung mit einem Fackelzug durch Demmin ziehen. Verschiedene Proteste sind angekündigt.
dpa
Aufmarsch der NPD am 8. Mai 2018
Aufmarsch der NPD am 8. Mai 2018 Georg Wagner
Demmin.

Mit einer Reihe von Aktionen will ein Bündnis aus Vereinen, Gewerkschaften und Parteien am Mittwoch (16 Uhr) gegen einen abendlichen Fackelzug der rechtsextremen NPD protestieren. Geplant sind ein Friedensfest, eine Andacht, ein Stadtspaziergang und Mahnwachen. In der Kleinstadt gab es nach Angaben von Historikern vom 30. April bis 3. Mai 1945 im Verhältnis zur Einwohnerzahl einen der größten Massensuizide in Deutschland zum Kriegsende – rund 1000 Menschen starben.

Das Aktionsbündnis will verhindern, dass Rechtsextreme das damalige Schicksal der Menschen in Demmin für ihre Propaganda missbrauchen. Mit einem stillen Gedenken und einem Orgelkonzert hat die Stadt Demmin bereits an die Ereignisse erinnert.

Die Polizei hat erneut umfangreiche Sperrungen im Stadtgebiet angekündigt, um mit die Sicherheit zu gewährleisten. 2018 hatten rund 1000 Menschen gegen den sogenannten NPD-Gedenkmarsch mit etwa 250 Teilnehmern demonstriert.

Tabuthema in der DDR

Ende April 1945 hatte die Rote Armee den Ort besetzt. Sie wollte Richtung Rostock und nach Westen weiterziehen. Deutsche Soldaten hatten aber Brücken über drei Flüsse gesprengt, so dass die Panzertruppen der Rotarmisten festsaßen. Es kam zu Vergewaltigungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen, wobei etwa 1000 Menschen getötet wurden oder sich selbst umbrachten. Überlebende mussten in der DDR über die Vorgänge schweigen.

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