Nach Großbrand

Proteste zum Backhaus-Besuch in Alt Tellin

MV-Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) wurde an der Brandruine der Schweinezucht Alt Tellin am Freitag auch von Demonstranten empfangen. Die fühlten sich allerdings ausgetrickst.
„Schluss mit dem Schweinesystem”: Greenpeace-Aktivisten haben zum Besuch von MV-Landwirtschaftsminister Till Backhaus am Freitag zwei große Banner an Silos der abgebrannten Schweinezuchtanlage Alt Tellin angebracht.
„Schluss mit dem Schweinesystem”: Greenpeace-Aktivisten haben zum Besuch von MV-Landwirtschaftsminister Till Backhaus am Freitag zwei große Banner an Silos der abgebrannten Schweinezuchtanlage Alt Tellin angebracht. Christine Gerhard
Schon am Freitagvormittag sammelten sich die ersten Demonstranten vor der Schweinezucht Alt Tellin.
Schon am Freitagvormittag sammelten sich die ersten Demonstranten vor der Schweinezucht Alt Tellin. Christine Gerhard
Die Demonstranten fordern nicht weniger als ein Ende der Massentierhaltung.
Die Demonstranten fordern nicht weniger als ein Ende der Massentierhaltung. Christine Gerhard
Neben dieser Greenpeace-Aktivistin leigt ein Banner bereit, das den Rücktritt von Alt Tellins Bürgermeister Frank Ka
Neben dieser Greenpeace-Aktivistin leigt ein Banner bereit, das den Rücktritt von Alt Tellins Bürgermeister Frank Karstädt (CDU) fordert. Christine Gerhard
Alt Tellin

Nach dem verheerenden Brand in der Alt Telliner Schweinezuchtanlage Ende März schaut sich Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Freitag mit seinen Fachleuten und Vertretern des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt die Ruine an. Sein Besuch war für 12.30 Uhr angekündigt. Bereits eine Stunde vorher betrat er nach Angaben einiger besonders früh erschienener Demonstranten jedoch die Anlage. Sie gehen dabei von Berechnung aus.

+++ Aktualisierung: Backhaus schließt Wiederaufbau in Alt Tellin aus +++

Über den verkohlten Überresten der Schweinezuchtanlage haben Greenpeace-Aktivisten zwei riesige Banner aufgehängt. „Schluss mit dem Schweinesystem“ steht darauf. Im Anschluss an den Rundgang wird sich Backhaus den Fragen der Bevölkerung, von Organisatoren und Initiativen stellen. Sein Besuch wird von Protesten begleitet bleiben. Der Anmelder rechnet mit 40-50 Protestlern.

Auch vor der Anlage haben sich Demonstrierende versammelt. Sie kommen aus den umliegenden Gemeinden, aber auch aus Hamburg oder Berlin. Anwesend sind Mitglieder der Grünen und der Linkspartei, des Tierschutzbundes, von Greenpeace, der AG bäuerliche Landwirtschaft, vom BUND, dem Bürgerbündnis ländliches Tollensetal, Climate Justice, der Tierschutzpartei sowie Privatpersonen. Sie wollen das ganze Programm mit Protesten samt Aktionen und Musik begleiten – unter dem Motto „Gegen Tierfabriken“.

Mehr lesen: Greenpeace findet Dioxine in Brandresten von Alt Tellin

Minister wegen Mega-Anlage selbst in der Kritik

Für 14.30  Uhr bis 16.30  Uhr plant der Politiker in der Bauernstube des Jarmener Ortsteiles Neu Plötz eine Zusammenkunft mit Gemeindevertretern aus Alt Tellin, in deren Gemarkung sich die Schweinezucht befindet. Nach Nordkurier-Informationen soll zumindest aus Daberkow und Jarmen jeweils ein weiterer Vertreter zugelassen sein, sind beide Kommunen doch direkte Anlieger und teils noch mehr von den Auswirkungen des Betriebes betroffen. Anschließend stellt sich Backhaus den Fragen der Öffentlichkeit und den Medien – bis voraussichtlich 18  Uhr.

Lesen Sie alle Beiträge über die Katastrophe auf unserer Themenseite: Brand in Alt Tellin

Nicht wenige Kritiker machen den Minister mitverantwortlich für die Ansiedlung der Agrarindustrie am Tollensetal. Die Gemeindevertretungen von Daberkow und Alt Tellin jedenfalls haben bereits in der Folge der Katastrophe Protestnoten verabschiedet und vor allem die Einziehung der Betriebsgenehmigung gefordert.

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