Bei der Brandkatastrophe in Alt Tellin starben über 50 000 Schweine.
Bei der Brandkatastrophe in Alt Tellin starben über 50 000 Schweine. Stefan Hoeft
Nach Brand in Alt Tellin

Rap-Video nimmt Ferkelfabrik und andere Schweinereien aufs Korn

Der Protest gegen die Schweinezucht Alt Tellin zeichnet sich schon immer auch durch seine Vielfalt aus. Nun kommt eine musikalische Variante dazu.
Alt Tellin

Durch den verheerenden Brand in der nach der Gemeinde-Gemarkung benannten Schweinezucht Alt Tellin bei Neu Plötz findet sich diese Art der Massentierhaltung derzeit ohnehin wieder verstärkt im Fokus auch der überregionalen Berichterstattung und bringt die Politik so in Zugzwang. Jetzt gibt es sozusagen für die ganze Welt noch eine Art musikalischen Bonus obendrauf: Unter den Künstlernamen „e amuk & DJ Kanisterkopf“ läuft bei Youtube ein Video mit einem Rap-Song, in dessen Mittelpunkt die Katastrophe vom 30. März, darauf folgende Reaktionen und Proteste stehen. Bebildert mit jeder Menge Videomaterial von Anwohnern des Tollensetals über das Feuer sowie Demonstrationen vor der Brandruine und dem Schweriner Landtag.

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Youtube-Video wohl von heimischen Jugendlichen

Der gut vier Minuten umfassende Beitrag mit dem Titel „Schwein gehabt“ nimmt indes nicht nur die industrielle Landwirtschaft und deren Auswüchse aufs Korn, sondern verbindet damit eine grundlegende Gesellschaftskritik, fordert statt Konsumwahn eine Neujustierung in Wirtschafts- und Sozialpolitik. Immerhin, so die sarkastische Botschaft, war mit dem Niederbrennen der Schweinezucht Alt Tellin auch etwas möglich, was Regierung und Behörden immer als unrealistisch einstuften, für dessen Vorhersage Leute bestenfalls belächelt wurden. „Die Titanic konnte auch nicht sinken“, ist eines der neben den eigenen Reimen verwendeten Zitate.

Ansonsten kommt vor allem die Landestierschutzbundvorsitzende Kerstin Lenz aus Demmin immer wieder deutlich zu Gehör: Die Macher des Musikvideos haben nämlich einige Live-Schilderungen der Frau vor der Nordkurier-Kamera direkt am Brandtag als Tonspur in ihr Kunstwerk eingefügt. Hinter dieser Art „Raportage“ steht nach Nordkurier-Informationen unter anderem ein Sohn der Telliner Bürgermeister-Kandidatin von 2019, Gemeindevertreterin Susanne Wiest vom „Bürgerbündnis Landleben Tollensetal“. sth

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