CORONA-EINSCHRÄNKUNGEN AM MITTLEREN PEENETAL

Rathaus schränkt Zugang wieder ein

Die neuerliche Ausbreitung des Coronavirus beginnt, sich auch auf das mittlere Peenetal wieder auszuwirken. Die Behörden im Bereich Loitz und Jarmen beobachten mit Argusaugen die Pandemie-Entwicklung, eine der Verwaltungen dort schränkt beispielsweise ab nächster Woche den Publikumsverkehr ein.
Beim ersten Lockdown saß die Verwaltung für den Amtsbereich Jarmen-Tutow noch im Rathaus, nun „residiert&ldqu
Beim ersten Lockdown saß die Verwaltung für den Amtsbereich Jarmen-Tutow noch im Rathaus, nun „residiert“ sie im Übergangsquartier an der Lindenstraße. Doch so offen wie diese Woche standen die Türen dort wohl vorerst das letzte Mal. Stefan Hoeft
Nur mit Alltagsmaske und Desinfektion ist es nicht mehr getan: Auch am Eingang zum provisorischen Jarmener Rathaus findet sich
Nur mit Alltagsmaske und Desinfektion ist es nicht mehr getan: Auch am Eingang zum provisorischen Jarmener Rathaus findet sich der Hinweis auf den künftig nur noch eingeschränkt möglichen Publikumsverkehr. Stefan Hoeft
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Beim ersten Lockdown saß die Verwaltung für den Amtsbereich Jarmen-Tutow noch im Rathaus, nun „residiert” sie im Übergangsquartier an der Lindenstraße. Doch so offen wie diese Woche standen die Türen dort wohl vorerst das letzte Mal. Und erneut ist die Corona-Pandemie der Grund. Stefan Hoeft
Jarmen.

So einfach nach Lust und Laune zu den Sprechzeiten ins Rathaus gehen und seine Amtsgeschäfte erledigen? Zumindest in Jarmen wird das vorerst nicht mehr möglich sein, stattdessen ist dafür wie schon für viele Wochen im Frühjahr wieder eine genaue Terminabsprache nötig. Und heute wie damals heißt der Grund Corona. Auch wenn die Mitarbeiter mittlerweile wegen der Bauarbeiten für die Modernisierung ihres Stammsitzes an der Ortsdurchfahrt in ein Übergangsquartier an der Lindenstraße umgezogen ist. Denn die ebenso für die umliegenden Gemeinden zuständige Verwaltung will lieber zu früh als zu spät auf den neuerlichen Anstieg der Infektionszahlen in Vorpommern-Greifswald reagieren. Man hofft, diesmal auf einen eigenen Lockdown verzichten zu können. Immerhin blieb der Zugang zum Rathaus bei der ersten Pandemie-Welle vorübergehend völlig versperrt.

Telefonisch Termin vereinbaren

„Wir versuchen hier, so viel wie möglich offen und aufrechtzuerhalten“, versichert der Ordnungs- und Hauptamtsleiter, Vizebürgermeister Rainer Hardt, gegenüber dem Nordkurier. Wohl wissend, dass nicht nur die Bürger, sondern insbesondere die Kommune auf eine funktionierende Verwaltung angewiesen sind. Deshalb würden intern die Arbeitsabläufe noch einmal auf den Prüfstand gestellt, insbesondere was die Besetzung der Büros angeht. Hinzu kommen Plexiglas-Schutzwände, wo sie bisher noch fehlen, erläuterte Hardt. Und natürlich ein verstärktes Achten auf die Abstandsregeln.

Alltagsmaske und die Nutzung der Desinfektionsspender am Eingang werden zwar ohnehin von den Besuchern des provisorischen Rathauses verlangt. Doch ab nächster Woche kommt dort niemand mehr so einfach hinein: „Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Situation wird die Stadtverwaltung Jarmen ab dem 19.10.2020 nur dienstags und donnerstags für den Publikumsverkehr mit Einschränkungen geöffnet“, lautet die schriftliche Ansage an der Tür. Unterzeichnet auch vom Amtsvorsteher für Jarmen-Tutow, dem Alt Telliner Bürgermeister Frank Karstädt. Voraussetzung für einen Beratungstermin sei ab sofort eine telefonische Terminvereinbarung mit den betreffenden Mitarbeitern. Diese würden die Leute zur festgelegten Zeit dann vorne abholen.

Seit Pandemie-Ausbruch deutlich weniger Besucher

Im benachbarten Loitz wartet die Peenetal-Amtsverwaltung derweil noch ab, erneut so rigorose Einschränkungen zu verhängen. Sie beobachte die Corona-Entwicklung natürlich ebenso, stellte Bürgermeisterin Christin Witt klar. „Ich behalte mir das vor, kurzfristig zu reagieren, wenn das nötig ist.“ Wobei sich die räumliche Situation bei ihnen etwas anders darstelle als in Jarmen, weil sich die Amtstuben auf zwei Gebäude und jeweils zwei Etagen verteilten. Überdies habe sich herausgestellt, dass seit dem Pandemie-Beginn spürbar weniger Leute persönlich erscheinen, und die sich im Wartebereich wiederum diszipliniert an die Maskenpflicht und Abstandsgebote hielten.

Viel Platz gefragt

„Bei uns wird schon sehr viel die Möglichkeit genutzt, seine Anliegen online zu erledigen, wir haben da ja zahlreiche Angebote auf unserer Internetseite“, so die Loitzer Rathauschefin. Auch die Dezentralisierung der Ausgabe der gelben Säcke auf mehrere andere Punkte im Ort wirke sich positiv aus. Bewährt habe sich im Rahmen des Corona-Konzeptes auch die Nutzung der Turnhalle der Diesterweg-Grundschule für die Stadtvertretersitzungen.

In Jarmen wiederum wurden in dieser Hinsicht noch Reserven ausgemacht: Die öffentlichen Zusammenkünfte der Abgeordneten und des Amtsausschusses im großen Beratungsraum an der Lindenstraße erwiesen sich als durchaus heikel bei der Einhaltung der Sicherheitsabstände, wie Ordnungsamtsleiter Hardt einräumte. Insbesondere, wenn Bürger und andere Gäste hinzu stießen. Deshalb finden die Stadtvertretersitzungen künftig nur noch im Saal des Kulturzentrums an der Rosenstraße statt, kündigte er an. Gleiches gelte für den Amtsausschuss. Wobei dessen voraussichtlich letzte Sitzung des Jahres wohl wie üblich im Saal der Alt Telliner Storchenbar über die Bühne gehen soll.

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Kommentare (2)

Langsam dreht die Verwaltung am Rad.
Vielleicht sollten sich die Damen und Herren mal im Einzelhandel umsehen und lernen, wie das da funktioniert.
Nach meiner (nicht repräsentativen) Recherche musste noch nicht ein einziger Discounter wegen Corona schließen.
Und das bei einem Kudendurchlauf Vorbild zu 1000 Kunden täglich.
Aber es steht ja den Untertanen nicht zu, ihren eigenen, beschränkten Maßstab an die Entscheidungen der Obrigkeit zu legen.
Schämt euch. Ihr werdet vom Bürger bezahlt!

Muss natürlich heißen: von bis zu 1000 Kunden.