Schon im zweiten Jahr in Folge ist die Urlaubsplanung durch die Corona-Pandemie nicht einfach.
Schon im zweiten Jahr in Folge ist die Urlaubsplanung durch die Corona-Pandemie nicht einfach. Eike Winkler
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Heike Behrens hat in ihrem Reisebüro in Demmin normalerweise im Januar Hochsaison, doch die aktuelle Corona-Situation hält viele Kunden von einer Buchung ab. Eike Winkler
Corona-Flaute

Reisebüros wünschen sich mehr Mut zum Urlaub

Im Januar wird der Urlaub für die Sommermonate gebucht. Doch die andauernde Pandemie lässt auch in diesem Jahr viele zögern und verschärft die Situation in den Reisebüros.
Demmin

Krisen in der Tourismusbranche hat Heike Behrens schon so einige durchgemacht. So hatten auch die Thomas-Cook-Pleite oder der Zusammenbruch von Air Berlin Konsequenzen für die Demminer Reisebüros. Doch eine Situation wie die aktuelle hat sie noch nicht erlebt. 1993 hat sie ihr Reisebüro aus dem Boden gestampft und sieht ihre Tätigkeit als Traumberuf. Doch seit Beginn der Pandemie wird es für sie und ihre Mitstreiter in der Tourismusbranche immer schwieriger, an diesem Traum festzuhalten.

Vor allem Kreuzfahrtmarkt zusammengebrochen

Generell sei der Gewinn der Reisebüros laut Behrens um 80 Prozent im Vergleich zu 2019 zurückgegangen. Es werde kaum gebucht und viel storniert. Darüber hinaus mussten die Arbeitsvorgänge umstrukturiert werden. Einerseits ist durch Kurzarbeit weniger Personal da. Andererseits dauern die Vorgänge länger, da nun stets der Faktor „Corona“ mitbedacht werden muss.

Besonders der Kreuzfahrtmarkt sei zusammengebrochen. „Wer möchte seinen Urlaub in der Quarantäne in einer Schiffskabine verbringen?“ bekräftigt auch Winfrid Simon, Inhaber des Reisebüros in der Gartenstraße. Er versteht die Unsicherheiten der Kunden und ihre Zurückhaltung, aktuell eine Reise zu unternehmen. Eine hundertprozentige Sicherheit können auch die Reisebüros nicht geben, aber das Risiko versteckter Kosten minimieren und prüfen, inwiefern ein Coronafall abgesichert wäre.

Von der IHK im Stich gelassen?

Die Coronahilfen von Bund und Ländern helfen der Tourismusbranche, doch von der IHK fühlt sich Behrens im Stich gelassen. Trotz Mitgliedbeiträgen gebe es keine Unterstützungsmaßnahmen. Winfried Simon lobt indes die Förderungen, ohne die es nicht möglich wäre, das Büro weiter zu halten. Dennoch zahlen beide drauf. Viele Mitstreiter aus der Reisebranche haben sich laut Behrens eine weitere Tätigkeit gesucht, um ihr Geschäft halten zu können. Denn auch für die kommenden Monate ist noch keine Entspannung in Sicht.

Das Auswärtige Amt rät seit Beginn der Pandemie von unnötigen und touristischen Reisen in verschiedene Länder ab. Seit Beginn des neuen Jahres sind weitere Länder wie Peru, Madagaskar oder die beleibte Mittelmeerinsel Malta auf die Liste der Hochrisikogebiete gewandert.

Wesentlich mehr Reisen möglich als zu Beginn der Pandemie

Doch hält man sich an die länderspezifischen Regeln und Maßnahmen sei bereits wesentlich mehr möglich, als es noch am Anfang der Pandemie war, betonen die Demminer Reisespezialisten. Denn Einreiseverbote wie in 2020 gibt es zurzeit nicht. Trotz der Einstufung als Hochrisikogebiet kann man beispielsweise aktuell nach Ägypten reisen, muss jedoch einen Impfausweis oder einen PCR-Test vorlegen. „Ob man verreist oder nicht, hängt von der eigenen Risikoabschätzung ab“, meint Winfried Simon. Für die kommende Saison wünscht er sich Mut zum Urlaub und natürlich, dass es mit dem Kampf gegen das Virus endlich vorangeht.

 

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