Lebensgefahr
Retter befreien Zehnjährigen aus Dorfteich

Schon am Sonnabend war das Eis auf dem Kletziner Teich zum Betreten zu dünn. Seither ist es weiter geschmolzen. 
Schon am Sonnabend war das Eis auf dem Kletziner Teich zum Betreten zu dünn. Seither ist es weiter geschmolzen.
Georg Wagner

Das ist gerade noch gut gegangen: Mit einer großartigen Rettungsaktion haben Dorfbewohner einen Zehnjährigen vor dem Ertrinken gerettet.

Fast wäre es zu einer Tragödie gekommen am Sonnabend in Kletzin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte), als ein zehnjähriger Junge im Eis des Dorfteiches einbrach. Dabei hatten ihn seine größere Schwester und sein 14-jähriger Bruder vor dem Betreten gewarnt. Doch der Zehnjährige wagte sich hinaus und versank plötzlich im eiskalten Wasser. „Zum Glück ist er nicht mit dem Kopf unter Wasser geraten“, war seine Großmutter, Brigitte Käming, am Montag immer noch erleichtert, als sie dem Nordkurier davon erzählte.

Ihr ging es dabei nicht um eine Sensation, sondern sie wollte sich bei allen Helfern herzlich bedanken. Denn nachdem der Kleine eingebrochen war, kam es spontan zu einer großen Rettungsaktion. Die beiden Geschwister seien nach Hause gelaufen, um Hilfe zu holen. Der Vater des Jungen wagte sich, gesichert mit einem Seil, selbst aufs Eis, wobei er eine Leiter vor sich her schob, und brach gleichfalls ein. Menschen aus der Nachbarschaft eilten mit Leitern und Decken zu Hilfe, die Pensiner Feuerwehr rückte an, dann auch noch die Demminer mit ihrem Boot. „Da war der Junge aber schon gerettet.“

Allein hätte er es nicht mehr geschafft

Zum Glück verhielt sich auch der Zehnjährige selbst sehr gut, sagt Brigitte Käming. Er habe sich immer wieder mit den Ellbogen auf den brechenden Eisrand gestützt und so in Richtung Ufer gearbeitet. Etwa fünf bis sechs Meter hatte er nach ihrer Schätzung schon geschafft, als er sich an der vom Vater herangeschobenen Leiter festhalten konnte und aus dem Wasser gezogen wurde.

Allein hätte er es wohl nicht mehr geschafft. Als Notarzt und Rettungswagen vor Ort waren, betrug seine Körpertemperatur laut Brigitte Käming nur noch 30 Grad. Er wurde sofort ins Krankenhaus gebracht. „Die haben es sehr gut hingekriegt“, sagt sie. Am Nachmittag durfte er wieder nach Hause. Das Drama hatte gerade noch einen glücklichen Ausgang genommen, vor allem auch dank vielfältiger Hilfe. „Dafür“, betont Brigitte Käming, „möchte ich auch im Namen der Eltern allen danken.“