GROßBRAND IN ALT TELLIN

Riesige Schweinemast wird verkleinert – aber nur gegen Geld

Zigtausende Schweine sind bei einem Großbrand in Alt Tellin gestorben. In Zukunft würde der Betreiber dort weniger Tiere halten, wenn er dafür eine Prämie bekommt.
dpa
Rund 55.000 Schweine sind bei einem Großbrand in der Mastanlage in Alt Tellin gestorben.
Rund 55.000 Schweine sind bei einem Großbrand in der Mastanlage in Alt Tellin gestorben. Kai Horstmann
Nach dem Brand in Alt Tellin gab es mehrere Großdemonstration gegen Massentierhaltung.
Nach dem Brand in Alt Tellin gab es mehrere Großdemonstration gegen Massentierhaltung. Stefan Hoeft
Die abgebrannten Schweineställe auf dem Gelände der Schweinezuchtanlage in Alt Tellin: 55.000 Tiere starben hier.
Die abgebrannten Schweineställe auf dem Gelände der Schweinezuchtanlage in Alt Tellin: 55.000 Tiere starben hier. Stefan Sauer
Die riesige Schweinezucht ist eine Ruine.
Die riesige Schweinezucht ist eine Ruine. Stefan Sauer
Alt Tellin ·

Die Betreiber der abgebrannten Schweinezuchtanlage in Alt Tellin (Vorpommern-Greifswald) können sich vorstellen, ihre Kapazitäten in Zukunft zu reduzieren. Voraussetzung dafür sei eine Art „Zukunftsprämie für die Weiterentwicklung der Schweineproduktion” oder eine „Stilllegungsprämie”, wie es sie in anderen Ländern schon gibt, teilte ein Sprecher der Landwirtschaftlichen Ferkelzucht Deutschland (LFD Holding) am Mittwoch mit. So gebe es in Dänemark und den Niederlanden entsprechende Programme, die auf Kapazitätsabbau und mehr Tierwohl bei Schweinen zielen.

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Die LFD Holding gilt als größtes deutsches Ferkelzuchtunternehmen. Sie hat nach eigenen Angaben 400 Mitarbeiter in 11 Betrieben in Sachsen-Anhalt, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Brandenburg. Davon liegen Fahrbinde, Medow und Alt Tellin in Mecklenburg und Vorpommern. Insgesamt hält die LFD rund 55 000 Sauen, die pro Jahr Hunderttausende Ferkel werfen.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung

Die Anlage Alt Tellin war am 30. März abgebrannt. Dabei wurden etwa 50.000 Schweine, das Gros Ferkel, getötet. Die Brandursache ist noch unklar, die Justiz ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung. Unklar ist noch, was an dem Standort neu gebaut wird.

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Am Mittwoch hat Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) Vertreter der Landwirtschaft, Schlachthöfen, Handel und Verbänden zu einem Krisengespräch geladen, unter anderem wegen der Probleme im Zusammenhang mit der der Afrikanischen Schweinepest.

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Kommentare (4)

Richtig! Wiederaufbau! Baut 17 statt 18 Ställe, dann ist alles i. O..

Perfide. Tausende Tiere verrecken elendig und der Betreiber will Kohle vom Staat damit er weniger Tiere hält. Das sollte virlleicht auf andere Bereiche ausgeweitet werden:

Gebt den Rechten Geld, dann hetzen und jagen die weniger Nichtdeutsche.

Gebt den Linksextremen mehr Geld dann machen die bei der nächsten Demo nicht soviel kaputt.

Gebt den Politikern mehr Geld, dann machen die eine vernüftige Politik. Ach wobei das ist Quatsch, egal wieviel Kohle die bekommen, die scheissen trotzdem auf uns.

dieses Zeug zu essen. Einfach die Grundlage für ihr mieses Geschäft entziehen!

Damit die "Investoren und Betreiber" weniger Tiere quälen, soll die Allgemeinheit sie entschädigen - unglaublich. Und wenn wir kein Gramm Schweinefleisch mehr verbrauchen würden, müssten wir noch mehr Entschädigung für ihr entgangenes Geschäft zahlen. So geht "Marktwirtschaft".