DEMMINER VEREIN SETZT BELOHNUNG AUS

Rowdys verwüsten Tutows Mini-Flugplatz

Bisher unbekannte Täter hinterließen auf dem Testgelände des Modell-Sport-Club Demmin in Tutow Chaos und Zerstörung. Es war auch nicht der erste ungebetene Besuch.
Stefan Hoeft Stefan Hoeft
Böse Wochenend-Überraschung: Im und vom Pavillion auf dem Tutower Modellsport-Flugplatz blieb kaum etwas heil bezieh
Böse Wochenend-Überraschung: Im und vom Pavillion auf dem Tutower Modellsport-Flugplatz blieb kaum etwas heil beziehungsweise an seinem Platz. Roland Heiden
Inzwischen haben die Vereinsmitglieder wieder halbwegs alles aufgeräumt, doch der Schaden und Ärger blieb.
Inzwischen haben die Vereinsmitglieder wieder halbwegs alles aufgeräumt, doch der Schaden und Ärger blieb. Roland Heiden
Nicht nur die äußere Plexiglasscheibe am Bauwagen wurde demoliert, sondern auch das dahinter befindliche Thermofens
Nicht nur die äußere Plexiglasscheibe am Bauwagen wurde demoliert, sondern auch das dahinter befindliche Thermofenster. Roland Heiden
Zu Land, zur Luft und auf der See: Die Modellbauer sind bei den Dorffesten der Region mit ihrer Miniatur-Technik immer wieder
Zu Land, zur Luft und auf der See: Die Modellbauer sind bei den Dorffesten der Region mit ihrer Miniatur-Technik immer wieder gern gesehene Gäste wie hier im Sommer in Zemmin. Stefan Hoeft
Tutow.

Als Mitglieder des Modell-Sport-Clubs Demmin e.V. am Wochenende wieder mal ihrem Trainings- und Testgelände am Rand des Tutower Flugplatzes einen Besuch abstatteten, wollten sie anfangs ihren Augen nicht trauen, später setzten Fassungslosigkeit und mächtige Wut ein. Denn nicht nur, dass sie das zirka vier Meter breite Eingangstor zum Vereinsgelände aufgebrochen vorfanden, die ungebetenen Besucher hatten auch dahinter eine unübersehbare Spur der Verwüstung hinterlassen.

So hebelten sie die Tür zu jenem achteckigen Holzpavillon auf, den sich die Modellbauer als gemütliche kleine Laube hergerichtet hatten, rissen das Inventar heraus und zerstörten die Plexiglas-Fenster. Auch den benachbarten Bauwagen, der bei Regenwetter als Unterstand dient, und das Schleppdach an seiner Seite suchten sie heim, demolierten beispielsweise die von innen durch Gitter geschützten Fenster. Und zwar nicht nur die äußere Plexiglasscheibe, sondern auch das dahinter befindliche Thermofenster, sodass es hier nun ungehindert hineinregnen kann.

Tatzeit zwischen Freitag und Sonnabend

Für diese Aktion sei einige Zeit und Kraftanstrengung nötig gewesen, weiß Vereinsvorsitzender Dieter Johansen aus Demmin, der die Tatzeit zwischen Freitag und Sonnabend vermutet. Zwar hätten er und seine Mitstreiter inzwischen vieles aufgeräumt, doch der Schaden und die daraus resultierenden Reparaturarbeiten werden noch einigen Aufwand erfordern. Von der Aufarbeitung des Geschehens an sich ganz zu schweigen.

Dabei hat sich der 1991 aus der Demminer Station Junger Naturforscher und Techniker hervorgegangene Verein in Tutow ein echtes Kleinod geschaffen, um das ihn andere durchaus beneiden. Die Interessengemeinschaft zählt laut ihrem Chef aktuell um die 25 Leute, die keineswegs nur aus der Hansestadt kommen, sondern beispielsweise auch aus Jarmen, Loitz, Kruckow, Greifswald und Neubrandenburg. Schon viele Jahre sind sie am ehemaligen Militärflugplatz Tutow ansässig, hatten dort anfangs ein Grundstück im Südosten gepachtet.

Abgelegenes Gelände reizt offenbar zu „Streichen”

Doch weil dieses Areal für die Bestückung mit Solaranlagen ausgewählt wurde, bekamen die Modellbauer Anfang dieses Jahrzehnts vom Fotovoltaik-Investor als Ausgleich eine neue „Spielwiese“ geschaffen: Auf mehr als vier Hektar im Nordosten entstand eine Art Miniflugplatz samt einem Landekreuz aus zwei zehn Meter breiten Asphalt-Bahnen mit je 120 Metern Länge. Auf dem angesichts des enormen Platzangebots nicht nur fliegende Modelle getestet werden können, sondern natürlich auch all jene, die mit ihren Rädern auf dem Boden bleiben.

Obwohl die Bastler bereits seit 2011 in dieser schwer einsehbaren Ecke weitab vom Schuss zu Hause sind, gab es bis vor rund zwei Jahren kaum Probleme der jetzigen Art: Damals seien im Sommer mal ein Fahrrad und Pfandflaschen geklaut worden, erinnert sich Dieter Johansen. „Nun gut, so ein abgelegenes Gelände reizt vielleicht auch, das kann man noch als Dumme-Jungen-Streich abtun.“ Genau wie das Aufhebeln der Pavillontür Ende dieses Augusts, bei dem es sich die ungebetenen Gäste anscheinend unterm Schleppdach gemütlich gemacht hatten.

Verein setzt Belohnung aus

Doch der neuerliche „Besuch“ sprengt diesen Rahmen völlig und stellt auch für die Gemeinde eine völlig neue und inakzeptable Dimension dar, wie Bürgermeister Roland Heiden klarmacht. Der ohnehin in der Vergangenheit zur Genüge mit derartigen Vorfällen in seiner Kommune zu tun und schon selbst einige Male entsprechende Anzeigen bei der Polizei gestellt hat. Auch wenn es keiner so direkt ausspricht, gelten vorerst erneut Jugendliche aus dem Ort und seiner näheren Umgebung als Hauptverdächtige.

Die Modellbauer derweil wollen es nicht bei ihrer offiziellen Anzeige belassen und setzen 200 Euro Belohnung aus für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, wie Dieter Johansen berichtet. Zugleich kündigt er an, noch diese Woche mit der Installation einer Videoüberwachung zu starten, deren Kameras das Vereinsareal rund um die Uhr unter die Lupe nehmen und diese Bilder in Echtzeit übertragen. „Denn das kann so ja nicht weitergehen“, erklärt der Vorsitzende.

 

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