INSOLVENZ

Schluss mit Party – Loitzer Gaststätte schließt

Nach dem Bäckerladen in der Goethestraße bleibt es nun auch in unmittelbarer Nachbarschaft, in der Schloßbergstraße, dunkel: Die Gaststätte Annis Partyservice musste Insolvenz anmelden.
Ulrike Rosenstädt Ulrike Rosenstädt
Nun geht auch im ehemaligen Bürogebäude der Loitzer Stärkefabrik das Licht aus. In den zurückliegenden Jah
Nun geht auch im ehemaligen Bürogebäude der Loitzer Stärkefabrik das Licht aus. In den zurückliegenden Jahren wurde es als Gaststätte und Veranstaltungsort genutzt. Ulrike Rosenstädt
Euphorischer Startschuss: Im Frühjahr 2014 wurde der alte Kultur- und Essenssaal der Stärkefabrik mit einer gro&szli
Euphorischer Startschuss: Im Frühjahr 2014 wurde der alte Kultur- und Essenssaal der Stärkefabrik mit einer großen Party wieder in Betrieb genommen, die Kunzes hatten der Immobilie neues Leben eingehaucht. Stefan Hoeft
Alles nur noch Geschichte: Das Untergeschoss diente als Eiscafé, zudem fand dort der Mittagstisch statt.
Alles nur noch Geschichte: Das Untergeschoss diente als Eiscafé, zudem fand dort der Mittagstisch statt. Stefan Hoeft
Loitz.

Die Lichter sind aus. Die Gaststätte Annis Partyservice in der Schloßbergstraße ist geschlossen. Dabei war sie, an diesem Standort seit 2014, mehr als eine gute Gelegenheit, um in der Mittagspause schnell eine warme Mahlzeit einzunehmen. Familien feierten dort fröhliche Runden, wie Geburtstage oder Hochzeiten. Auch aus traurigen Anlässen, wie Trauercafés, kam man in der Schloßbergstraße 1 zusammen.

Bereits Jahre zuvor gab es Annis Partyservice in der Breiten Straße. Die Nachricht von der Schließung des Unternehmens machte schnell die Runde: „Erst der Bäcker, jetzt Anni, hier geht ein Licht nach dem anderen aus“, hieß es hinter vorgehaltener Hand.

Anne Kunze, die Chefin von Annis Partyservice, musste sich erst einmal sammeln, um an die Öffentlichkeit gehen zu können, um auszusprechen, was wohl unumgänglich war: „Die Gaststätte, der Partyservice, in der Größe, wie ich ihn in der Schloßbergstraße und schon früher betrieben habe, ist insolvent. Er war Bestandteil einer Firma, zu der mehrere Bereiche gehörten. Als Schluss war mit dieser Firma, bedeutete das auch für meine Gaststätte das Aus“, erklärte die Geschäftsfrau auf Nordkurier-Nachfrage.

Schock noch nicht verkraftet

Von dem ersten Schock habe sie sich zwar schon etwas erholt, doch „so richtig verkraftet habe ich das Ganze noch nicht. Ich muss noch einiges verarbeiten“, sagte Anne Kunze. Ins Detail wollte sie auf keinen Fall gehen. Nur soviel: „Ich arbeite jetzt allein, nehme kleinere Catering-Aufträge an.“

Das Gebäude der Gaststätte, zu der ein Saal gehört, hatte das Unternehmen von der Stadt gemietet. Die ist Eigentümer der Immobilie. Das Haus liegt zentral. Es handelt sich um das ehemalige Bürogebäude der Stärkefabrik. Die schloss bereits 1999. Die Stärkefabrik verlieh der Stadt einst Identität und ernährte schließlich viele Familien. Die Betriebsanlage ist im Märchenschlaf versunken. Licht brannte bis jetzt lediglich noch im ehemaligen Funktionshaus. Jetzt wurde es auch dort ausgeknipst.

Zukunft völlig unklar

Bürgermeisterin Christin Witt bestätigte, dass es in den zurückliegenden Wochen mehrere Termine mit dem Insolvenzverwalter gab. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei noch völlig unklar, wie und ob das Gebäude künftig genutzt werden kann. Die Verwaltungsspitze wolle sehen, wie sich alles entwickelt, ob es Interessenten gibt, die ein schlüssiges Konzept für die Gebäudenutzung vorlegen können.

Auf die Frage, ob das Haus künftig für die Zukunftsstadt-Projekte genutzt werden soll, antwortete die Bürgermeisterin mit Nachdruck: „Im Rahmen dieses Projektes wird auf dem Gelände der ehemaligen Stärkefabrik ein Sommercampus organisiert. Für diesen Designwettbewerb, bei dem es im Sommer 2020 darum geht, dass Designer, Kunstschaffende und Handwerker Produkte aus Holz und Stärke entwickeln, wird das Außengelände der ehemaligen Stärkefabrik genutzt.“ Dieser Sommercampus sei zeitlich begrenzt und habe überhaupt nichts damit zu tun, dass die ehemalige Gaststätte nun leergezogen wird.

Zudem kann der traurigen Nachricht einer erneuten Geschäftsschließung auch einiges Positives entgegengesetzt werden: Während in der Schloßbergstraße ein Licht ausgegangen ist, wird an anderen Stellen der Stadt Neues installiert. Die Sanierung von Häusern in der Peenestraße geht voran. Zwei frisch renovierte Fassaden lenken dort erfreute Blicke auf sich. Auch mit dem Hortneubau und der Planung des Mehrgenerationenquartiers in der Innenstadt soll es 2020 zügig vorangehen.

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