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Schneeschippen gibt es für Mieter nicht zum Nulltarif

Roman Gau, Geschäftsführer der Demminer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft, hat die Mieter aufgerufen, ihre Verpflichtung zum Winterdienst an ein Unternehmen abzugeben.
Roman Gau, Geschäftsführer der Demminer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft, hat die Mieter aufgerufen, ihre Verpflichtung zum Winterdienst an ein Unternehmen abzugeben.
Georg Wagner

Sie kommt jetzt wieder, die Zeit mit Schnee und Glatteis. Da muss wieder vor der Haustür Schnee geschoben und gestreut werden, damit niemand ins Rutschen kommt. So ein Unfall kann für Mieter teuer werden. Darum gibt es für sie jetzt Alternativen.

„Die Bewohner in unserem Häusern werden immer älter und schaffen den Winterdienst nicht mehr. Aber sie sind mit ihrem Mietvertrag in der Verantwortung“, sagt Roman Gau, Geschäftsführer der Demminer Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft. Darum hat er jetzt die Mieter dazu aufgerufen, diese Verpflichtung an ein Unternehmen abzugeben. Aber dafür muss sich eine Hausgemeinschaft auch einig sein, sonst muss wohl bald wieder jeder Mieter Schnee schieben. In einer Mieterversammlung hat sich Roman Gau für die rechtliche Aufklärung Unterstützung geholt. Rechtsanwalt Dr. Reiner Stefanski informiert die Mieter über die Rechtsfolge laut der Straßensatzung der Hansestadt. „Die Stadt beauftragt laut Satzung die Grundstückseigentümer, den Winterdienst zu übernehmen. Der Grundstückseigentümer gibt dies an die Mieter weiter. So ist es auch im Mietvertrag verankert“, erklärt der Rechtsanwalt. Wenn jemand ausrutscht, haftet also der Mieter. Und das kann teuer werden. Diese Erfahrung hat die Wohnungsgesellschaft in Demmin schon gemacht. „In einem Fall ist eine Frau an Müllcontainern ausgerutscht und hat sich so verletzt, dass sie berufsunfähig ist. Die Wohnungsgesellschaft muss jetzt zahlen“, sagt Roman Gau. Nach diesem Fall sei man aufmerksam geworden und wolle zum Schutz der Mieter jetzt Firmen für den Winterdienst beauftragen, die über eine Haftpflichtversicherung abgesichert sind.

„Was kostet das denn für uns“, wollte ein Mieter wissen. Knapp drei Euro monatlich würden laut Gaus Kalkulation auf die Mieter eines typischen Wohnblocks mit acht Mietparteien zukommen. „Tatsächlich umgelegt wird aber nur das, was auch geleistet wurde“, so Gau. Die Wohnungsgesellschaft habe ein Kontrollsystem und schaue bei Schnee und Glätte regelmäßig, ob auch geschoben und gestreut werde. „Viele sind über das Angebot, ihnen die Last abzunehmen froh“, so Gau. Er hoffe, dass man sich im Aufgang einig werde. Jeder Mieter muss dafür einen entsprechenden Vertrag bei der Wohnungsgesellschaft unterschreiben.