TRINKWASSER

Schwacher Wasserdruck in Dörfern sorgt für Ärger

In mehreren Dörfern des Demminer Landes sitzen die Einwohner derzeit fast auf dem Trockenen, weil kaum Wasser aus den Leitungen fließt. Abhilfe gibt es wohl erst in ein paar Wochen.
André Schönerstedt-Jankowski zeigt die vier Pumpen, die jetzt wesentlich mehr Wasser liefern müssen.
André Schönerstedt-Jankowski zeigt die vier Pumpen, die jetzt wesentlich mehr Wasser liefern müssen. Kai Horstmann
Die vier Wasserpumpen in Ganschendorf übernehmen jetzt die Aufgabe vom Wasserwerk Leistenow.
Die vier Wasserpumpen in Ganschendorf übernehmen jetzt die Aufgabe vom Wasserwerk Leistenow. Kai Horstmann
Das Wasserwerk in Ganschendorf übernimmt jetzt die Aufgabe des in Leistenows mit.
Das Wasserwerk in Ganschendorf übernimmt jetzt die Aufgabe des in Leistenows mit. Kai Horstmann
Amt Demmin-Land.

Tropf, tropf – kein Wasser aus dem Wasserhahn. Kaum vorstellbar in unser so hochzivilisierten Welt. Doch die Bürger in Tentzerow und Hohenmocker standen am Dienstag kurz vor so einem Szenario. Wie Bürgermeister Thomas Korrmann bemerkte, war der Wasserdruck extrem schwach. Bei der Versicherungsmaklerin Caroline Henning aus Hohenmocker war es nicht anders. Aus der Duschbrause kam nur ein schwacher Wasserstrahl, die Waschmaschine und die Spülmaschine wurden aus Angst vor Schäden erst gar nicht angestellt.

Pferde-Tränke zeitweise ausgefallen

Noch dramatischer wirkte sich die fehlende Wassermenge beim Reiterhof in Tentzerow aus. Hier kam aus dem Wasserhahn ebenfalls nur ein kleines Rinnsal, die Pferdetränken fielen zeitweise ganz aus. „Damit stand die Gesundheit der Pferde auf dem Spiel, weil sie nicht mehr saufen konnten“, sorgt sich Dieter Papendorf um seine Tiere.

Die Ursache für den Wasserdruck liegt in einem Problem, das schon vor einiger Zeit entstanden ist. Laut André Schönerstedt-Jankowski, Betriebsleiter der Gesellschaft für kommunale Umweltdienste (GKU) in Demmin, begann alles mit dem Wasserwerk in Leistenow. Das Rohwasser im dortigen Brunnen war so stark mit Resten von Pflanzenschutzmitteln aus der Landwirtschaft belastet, dass die GKU sich dazu entschloss, das Wasserwerk zu schließen.

Der Betriebsleiter betont allerdings, dass die Grenzwerte noch nicht überschritten waren. Die GKU bereitete daraufhin die geplante Abschaltung der Brunnen vor, die Pumpen im Werk dienen nur noch als Druckstation. Gleichzeitig musste nun das Wasserwerk Ganschendorf erneuert und die Förderleistung der Pumpen erweitert werden, um den zusätzlichen Trinkwasserbedarf abzudecken. Ab Mitte August wurde dann der Reinwasserbehälter in Leistenow aus Ganschendorf mit täglich rund 100 Kubikmetern Wasser befüllt. „Wie sich jetzt durch die Beschwerden zeigt, stimmen die hydraulischen Berechnungen nicht mit den realen Verhältnissen im Trinkwassernetz überein“, erklärt André Schönerstedt-Jankowski.

Neue Anlage soll Problem lösen

Der Ausgangsdruck für Trinkwasser im Wasserwerk Ganschendorf kann indes nicht beliebig erhöht werden, weil zum einen die Geräte des Werkes dafür nicht ausgelegt sind und auch viele Haushalte keine Wasserdruckminderer besitzen, sodass es dort zu weiteren Schäden kommen könnte. Momentan liegt der Ausgangsdruck in Ganschendorf bei etwa 5,4 Bar, während der Druck in Tentzerow am Dienstag bei etwa einem Bar lag.

Zur Lösung des Problems beabsichtigt die GKU nun, in Strehlow eine Druckerhöhungsanlage zu bauen. „Das Ende der jetzigen Druckschwankungen hängt ab von den Lieferzeiten der technisch Anlagen. Ich reche damit im Ablauf der nächsten vier bis sechs Wochen“, schätzt André Schönerstedt-Jankowski.

Die Brunnen in Leistenow müssen laut dem Betriebsleiter aus trinkwasserschutzrechtlichen Gründen verfüllt werden, damit das Grundwasser nicht zusätzlich verunreinigt wird. Sollte dort künftig die Wasserqualität wieder steigen, weil zum Beispiel von konventioneller auf Bio-Landwirtschaft umgestellt wird, würde es laut Schönerstedt-Jankowski voraussichtlich zehn Jahre dauern, bis die geeignete Rohwasserqualität wieder erreicht wird. „In dem Falle müssten die alten durch neue Brunnen ersetzt werden“, sagt der Betriebsleiter.

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