EINE DER GRÖßTEN ANLAGEN EUROPAS

▶ Schwefelsäure in Alt Telliner Schweinezucht-Anlage ausgelaufen

In der Schweineaufzuchtanlage in Alt Tellin, die als eine der größten Anlagen Europas gilt, ist hochprozentige Schwefelsäure ausgelaufen. Ein Großeinsatz für Feuerwehren und Gefahrgutzug, denn die stark ätzende Säure ist auch ins Erdreich gesickert.
Ola Minkenberg Ola Minkenberg
dpa
Ulrike Rosenstädt Ulrike Rosenstädt
Auf dem Gelände der Schweinemastanlage in Alt Tellin ist am Dienstag hochkonzentrierte Schwefelsäure ausgetreten.
Auf dem Gelände der Schweinemastanlage in Alt Tellin ist am Dienstag hochkonzentrierte Schwefelsäure ausgetreten. Ulrike Rosenstädt
uf dem Betriebsgelände hätten Einsatzkräfte des Gefahrgutzuges in Schutzanzügen die auf den Betonboden geflossene Schwefelsäure mit Spezialbindemitteln aufgenommen.
Auf dem Betriebsgelände hätten Einsatzkräfte des Gefahrgutzuges in Schutzanzügen die auf den Betonboden geflossene Schwefelsäure mit Spezialbindemitteln aufgenommen.
Die Feuerwehren aus Greifswald, Jarmen, Züssow, Kemnitz, Neuenkirchen bei Greifswald und Torgelow waren im Einsatz, um die Gefahrstoffe zu sichern.
Die Feuerwehren aus Greifswald, Jarmen, Züssow, Kemnitz, Neuenkirchen bei Greifswald und Torgelow waren im Einsatz, um die Gefahrstoffe zu sichern. Ulrike Rosenstädt
Da auch Schwefelsäure auf dem Betriebsgelände ins Erdreich gesickert sein soll, wurde ein Bagger geholt. Die Untere Wasserbehörde wollte noch am Abend einen Bodenaustausch vornehmen lassen.
Da die Schwefelsäure auf dem Betriebsgelände ins Erdreich gesickert sein soll, wurde ein Bagger geholt. Die Untere Wasserbehörde wollte noch am Abend einen Bodenaustausch vornehmen lassen. Ulrike Rosenstädt
Alt Tellin.

Nach ersten Angaben von Kreissprecher Achim Froitzheim soll die 96-prozentige Schwefelsäure bei der Anlieferung aus einem Tankfahrzeug ausgelaufen sein. Die hochprozentige Säure wird laut Froitzheim in der Filteranlage der Schweineaufzuchtanlage genutzt, um Gerüche in der Abluft zu neutralisieren.

Welche Menge des stark ätzenden Stoffs ausgetreten ist, konnte Froitzheim am frühen Nachmittag zunächst nicht sagen. Der Fahrer des Tankfahrzeuges habe von rund 50 Litern gesprochen. Zunächst war von 500 bis 1000 Litern die Rede, die ausgelaufen sein sollen.

Der Inhaber der Anlage Jörn F. Göbert sprach am Nachmittag vor Ort von 30 bis 50 Litern. Diese Information bestätige er am Abend nach nochmaliger Nordkurier-Nachfrage. „Es handelt sich um den Inhalt des Schlauches, der ausgelaufen ist. Wir gehen weiterhin von 50 Litern aus“, sagte Göbert.

Dabei sei auch Schwefelsäure auf dem Betriebsgelände ins Erdreich gesickert. Die Untere Wasserbehörde wollte noch am Abend einen Bodenaustausch vornehmen lassen. "Der Bagger steht vor Ort", sagte ein Sprecher. 

Zahlreiche Feuerwehren im Einsatz

Die Feuerwehren aus Greifswald, Jarmen, Züssow, Kemnitz, Neuenkirchen bei Greifswald und Torgelow waren im Einsatz, um die Gefahrstoffe zu sichern. Auf dem Betriebsgelände hätten Einsatzkräfte des Gefahrgutzuges in Schutzanzügen die auf den Betonboden geflossene Schwefelsäure mit Spezialbindemitteln aufgenommen. Ob und wie viel Schwefelsäure auf dem Betriebsgelände in den Boden gesickert ist, war zunächst nicht bekannt.

Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist bisher ebenfalls noch nicht bekannt. Menschen oder Tiere sollen laut Froitzheim bei dem Unfall mit der stark ätzenden Säure nicht verletzt worden sein. Die Aufzuchtanlage in Alt Tellin mit Platz für mehr als 10.000 Ferkel gilt als eine der größten in Europa.

Dieser Artikel wurde am Dienstag, 6. August, mehrfach aktualisiert.

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Kommentare (3)

zur Massentierhaltung in Vorpommern wurden in den Wind geschlagen. Einfach so!

Was hat das in einer Tieraufsicht zu suchen. Wie krank ist denn unsere Landwirtschaft das man dazu greifen muss. Und was sagt es über die Haltung aus. Und ja auch der Kunde am der Fleischtheke ist Schuld an diesen Zustand. Hier wird es endlich Zeit eine Kehrtwende einzuläuten. Und wenn das Schnitzel dann 7 oder 8 Euro pro Kilo kostet. Das spielt keine Rolle.

Reinigung der Ausdünstungen aus den Ställen nach draußen benötigt. Ungefiltert wäre der Gestank sonst bestialisch.