AUFNAHMESTOPP

Sechs Mitarbeiter am Demminer Kreiskrankenhaus mit Coronavirus infiziert

Das Demminer Kreiskrankenhaus musste am Donnerstag einen vorübergehenden Aufnahmestopp aussprechen, nachdem sich sechs Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert hatten.
Am Donnerstag war das Demminer Kreiskrankenhaus aus Sicherheitsgründen von der Notfallversorgung abgekoppelt.
Am Donnerstag war das Demminer Kreiskrankenhaus aus Sicherheitsgründen von der Notfallversorgung abgekoppelt. Denny Kleindienst
Im Demminer Krankenhaus, wie hier in der extra eingerichteten Corona-Ambulanz, wird sehr auf die Schutzausrüstung geachte
Im Demminer Krankenhaus, wie hier in der extra eingerichteten Corona-Ambulanz, wird sehr auf die Schutzausrüstung geachtet, trotzdem haben sich nun sechs Mitarbeiter infiziert. Karsten Riemer
Demmin.

Vorsichtige Hoffnung ist in der Corona-Krise aufgekommen. Vergleichsweise geringe Fallzahlen in Mecklenburg-Vorpommern und der offensichtliche Erfolg der Eindämmungsmaßnahmen sind die Gründe. Dennoch bleiben auch Rückschläge bei der Bekämpfung des grassierenden Virus nicht aus. Jetzt hat es das Demminer Kreiskrankenhaus getroffen, denn der Erreger hat sich unter einem Teil des Personals verbreitet.

„Insgesamt haben sich sechs Mitarbeiter bei einem Covid-Patienten angesteckt“, so der Krankenhaus-Geschäftsführer Kai Firneisen. Darunter fünf Pflegekräfte und ein Arzt. Diese befinden sich nun in häuslicher Isolation. „Es geht ihnen ganz gut und sie haben keine schweren Symptome“, sagt er. Entscheidend ist für den Krankenhausgeschäftsführer, dass sich das Virus nicht unkontrolliert ausgebreitet habe.

Von Notfallversorgung abgekoppelt

„Wir haben direkt Maßnahmen ergriffen“, so Firneisen. Alle Mitarbeiter und Patienten, die mit den Betroffenen in Kontakt standen, wurden nach Bekanntwerden der Fälle vor Ostern direkt getestet. Alle Abstriche seien negativ ausgefallen. Selbiges trifft auf den zweiten Test am gestrigen Donnerstag zu.

Einschränkungen für das Krankenhaus gibt es dennoch. Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt hat die Klinik das weitere Vorgehen abgestimmt. „Als Vorsichtsmaßnahme haben wir uns am Donnerstag von der Notfallversorgung abgekoppelt“, sagt er. Allerdings geht Firneisen davon aus, dass diese Maßnahme heute bereits wieder aufgehoben werden kann. Damit sollten beispielsweise Geburten oder Herzinfarkte wieder in Demmin behandelbar sein.

Intensivstation bleibt vorläufig geschlossen

Anders sieht es für den allgemeinen Betrieb des Kreiskrankenhauses in Notfallzeiten aus. Erst ab Montag rechnet der Geschäftsführer mit einer Öffnung für nicht aufschiebbare Operationen zum Beispiel bei Tumoren oder Knochenbrüchen. Die Intensivstation bleibt als weitere Vorsichtsmaßnahme vorläufig geschlossen. Über den weiteren Betrieb müsse zunächst mit dem Gesundheitsamt beraten werden.

Angst um Behandlungen muss sich laut Firneisen jedoch niemand machen. Dank entsprechender Absprachen mit der Uniklinik in Greifswald werden Intensivpatienten dorthin verlegt. Das gilt auch, wenn sich der Gesundheitszustand der verbleibenden Patienten auf der Demminer Corona-Station verschlechtern würde. Patienten, die bereits in Demmin intensivmedizinisch betreut werden, bleiben auch weiterhin in Obhut der hiesigen Pfleger und Ärzte. „Es ist für die Versorgung alles organisiert“, versichert Firneisen.

Allgemein sei der Ausbruch sehr bedauerlich, grundsätzlich habe das Krankenhaus aber alles im Griff. „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, so der Geschäftsführer. Das liegt nicht zuletzt an den strikten Hygienevorgaben, die die Klinik seit Beginn der Pandemie noch einmal verschärft hat. Mehr Masken im täglichen Betrieb sowie Handschuhe und Desinfektion zählen dazu, ebenso wie regelmäßiges Fiebermessen und ein Kontaktbuch für die Mitarbeiter.

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