SCHWER VERLETZT

Seeadler-Weibchen bei Jarmen unter Windrad gefunden

Unweit von Jarmen lag ein schwer verletzter Seeadler im Feld. Der Greifswalder Chef-Tierpfleger ist sich sicher: Der Vogel ist durch die Kollision mit einem Windrad gestorben.
Dieser Seeadler wurde schwer verletzt unter einem Windrad bei Jarmen gefunden.
Dieser Seeadler wurde schwer verletzt unter einem Windrad bei Jarmen gefunden. Tierrettung Greifswald
Bentzin.

Ein Landwirt hat bei Jarmen (Landkreis Vorpommern-Greifswald) neinen schwer verletzten Seeadler gefunden. Das 17 Jahre alte Weibchen ist wenig später an seinen Verletzungen gestorben.

Bereits am Donnerstag vergangener Woche war dem Landwirt gegen 7.30 Uhr das verletzte Tier bei der Rübenernte aufgefallen. Er stoppte die Arbeiten und informierte den Greifswalder Heimattierpark, der wiederum die Tierrettung Greifswald um Hilfe bat.

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Tote Seeadler lag im Feld

Diese machte sich auf den Weg in das kleine Dorf Bentzin bei Jarmen. Wie Klaus Kraft von der Tierrettung erzählt, lag der beringte Greifvogel etwa 10 bis 15 Meter vom Turm eines relativ neuen Windrades entfernt im Feld. Drei Windräder stehen hier nah beieinander.

Der Seeadler war schwer verletzt: Große Teile seines rechten Flügels fehlten, sein linker Flügel hatte einen offenen Bruch, eine Kralle war abgeschlagen. Da er unmittelbar an dem Windrad lag, liegt laut Kraft die Vermutung nahe, dass er damit zusammengestoßen sein könnte. „Dabei gibt es eine Studie die zeigt, dass schwarze gefärbte Windräder die Chance verringern, dass Vögel mit Windrädern zusammenstoßen”, sagt er.

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Hilfe nicht mehr möglich

Selbst der Ring, den der Adler am Fuß trug, war deformiert. Durch diesen konnte man das Alter des Weibchens bestimmen. Es wurde 2003 im nur 50 Kilometer entfernten Leopoldshagen beringt. Helfen konnte man dem Tier allerdings nicht mehr.

Frank Tetzlaff, Cheftierpfleger in Greifswald, sagte, dass man beide Flügel hätte amputieren müssen. Ein derart verstümmeltes und nicht mehr auswilderbares Tier seinem Schicksaal zu überlassen sei jedoch nicht die Herangehensweise des Tierparks. Es wäre nicht artgerecht gewesen, den verängstigen Vogel, der 17 Jahre lang in Freiheit gelebt hatte, flugunfähig in einen Käfig zu sperren. „Wir haben den Seeadler daher von seiner Angst und den Qualen erlöst”, sagt Tetzlaff.

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Laut ihm sind die Verletzungen des Vogels eindeutig auf eine Kollision mit dem Windrad zurückzuführen. „Das Verletzungesbild ist da sehr eindeutig und typisch für solche Vorfälle”, so Tetzlaff.

Klaus Kraft hob abschließend die sehr gute Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung mit dem Tierpark hervor. Immer wieder würde diese verletzte Wildtiere aufnehmen, die die Tierrettung gefunden hat. „Das funktioniert super, mittlerweile haben wir ein großes Netzwerk aufgebaut”, sagt er.

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Kommentare (10)

Dies ist grüne Logik! Wir müssen die Umwelt schützen! Alle müssen unbedingt Grüne wählen! In MV werden immer weiter fleißig neue Windkraftgebiete beschlossen und gebaut! Wählt Grün! Bis der letzte Vogel vom Himmel gefallen ist! Wen interessieren Vögel, wenn man Bienen und Insekten retten kann. Bitte gehen sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen! Wählt grün! Wegen der Umwelt!

sind aber auch nicht die Lösung. Was ist denn Ihr Gegenvorschlag?

Das ist kein Forum in dem Sinne. Ich bin nicht an einer Debatte mit Dir interessiert. Weil ich glaube, dass Du an keine Debatte interessiert bist.
Ich bin da etwas konsequenter als Du und lasse sein, was sowieso aussichtslos ist. Ich unterhalte mich lieber mit offenen, demokratischen Menschen.
Menschen die auch andere Meinungen tolerieren können und nicht immer den persönlichen Angriff starten, wenn die Argumente alle sind.
Jedem das Seine, nicht wahr?

wenn sich der SATIRIKER als offener, demokratischer Mensch sieht oder ist das nur so lächerlich wie seine sexuellen Anzüglichkeiten?

👍

in den Zeiten wo windkraftsensible, streng geschützte Vögel fliegen

der offenbar auch keine Lösung des Problems hat. Oder sich einer solchen verweigert, oder prinzipiell an einer Lösung nicht interessiert ist.

Es gibt zig Dächer - staatlich mal Subventionen in Solarpaneele stecken und die Windparks mal bremsen.

sind der Meinung, dass hier in unserer Gemeinde ein tolles Windeignungsgebiet sei. Die durch Vorgelkundler über Jahrzehnte statistisch erfassten Rotmilaneinstände, Seeadlerhorste und sogar Scharzmilannester waren nach einigen Wochen teilweise mitsamt der Bäume, auf denen genistet worden war, verschwunden. Die Kadaver unter den vorhandenen Windrädern hier werden nachts direkt von Füchsen, Marderhunden und Dachsen sowie Schwarzwild aufgenommen. So kann man natürlich nichts mehr finden. Tausende Zugvögel wie Kraniche, Gänse, Dohlen und andere Rabenvögle u.a.m. interessieren nicht. Die Nester von Weißstörchen sind zunehmend verwaist, da die in der Thermik kreisenden Vögel einfach zerhackt werden. Das gemeindlich versagte Einverständnis zum Anlagenbau wird durch ministerialen Erlass ersetzt.
Weiter so - zerstören wir den Rest pommerscher Natur hier - dafür wird dann Strom produziert, den keiner haben will und den die hier lebende Bevölkerung bezahlt! Tolle Gelddruckmaschinen für die Windmüller und Landverpächter!
Man könnte sich übergeben bei soviel Ignoranz und Arroganz!

Der Frontalangriff auf den Schutz seltener, streng geschützter Arten hat gerade erst begonnen. Windräder sollen nach der aktuellen EEG Novelle der "inneren Sicherheit" dienen, so der Plan der Bundesregierung . Damit kann die Windkraftlobby ihre Profitinteressen zukünftig noch leichter durchsetzen. Umweltverbände schließen immer öfter die Augen und Naturschutzbehörden winken Projekte zunehmend durch. Entweder gewöhnen wir uns an diesen Raubbau an unserer Vogelwelt oder wehren uns endlich gegen diese Lizenz zum Töten. Die europäischen Artenschutzbestimmungen gelten auch für Vögel in Deutschland. Die genannten Anlagen gehören tagsüber abgeschaltet.