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Simulator lässt Gefahren im Verkehr erleben

Beeindruckendes Erlebnis: Olivier Goldyn nach dem Aufprall auf dem Gurtschlitten.
Beeindruckendes Erlebnis: Olivier Goldyn nach dem Aufprall auf dem Gurtschlitten.
Georg Wagner

Nach wie vor zählen gerade jüngere Kraftfahrer zu den Risikogruppen im Straßenverkehr. Doch es gibt Erfolge bei der Vorbeugung. Und offenbar auch Nachdenken bei den Betroffenen selbst.

Wenn der angehende Landmaschinenschlosser Marc Biemann zur Berufsschule fährt, dann hat er einen weiten Weg. Denn der 20-Jährige lebt in Rostock, zum Unterricht muss er nach Demmin. Die Strecke fährt er täglich mit dem Auto über die A 20, Gnoien und Dargun, eine Route, auf der es immer wieder Wildwechsel gibt. Das, stellt er fest, sei nicht ungefährlich. Doch wie gefährlich ein Zusammenstoß tatsächlich sein könnte, hat er jetzt am eigenen Leib erfahren – zum Glück nur auf simulierte Weise.

Ebenso wie die anderen Berufsschüler in der Saarstraße nahm der junge Rostocker an der von der Verkehrswacht Malchin im Rahmen eines Bundesprogramms organisierten „Aktion junge Fahrer“ teil und testete unter anderem den Gurtschlitten. Mit nur zehn Stundenkilometern stieß er dabei mit dem Hindernis zusammen. „Ich hätte nicht gedacht“, so sein anschließendes Fazit, „dass der Aufprall da schon so hart ist. Wenn man sich vorstellt, dass man mit 40 oder 50 so abgebremst würde, dann macht man sich schon seine Gedanken.“

Junge Fahrer stellen den höchsten Anteil der Unfallverursacher

Solche Nachdenklichkeit zu wecken, zählt zu den Zielen derartiger Aktionstage und sie haben einen ernsten Hintergrund. Nach wie vor zählen gerade jüngere Fahrer zu den  Risikogruppen im Straßenverkehr, wenn auch die Zahl der Opfer allmählich zurückgeht. Das zeigt ein Blick in die Polizeistatistik. 21- bis 24-Jährige stellten demnach im vergangenen Jahr mit 11,3 Prozent den höchsten Anteil der Unfallverursacher im Bereich der Polizeiinspektion Neubrandenburg. Landesweit, weiß Verkehrswachtvorsitzender Torsten Dowe, ging zwar der Anteil der 18- bis 24-Jährigen an tödlichen Verkehrsunfällen von mehr als 20 Prozent auf mittlerweile rund 13 Prozent zurück. Weil aber gleichzeitig auch der Anteil dieser Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung schrumpfte, relativiert sich die Zahl wieder.

Imponiergehabe, mangelnde Erfahrung, Leichtsinn, Fehleinschätzungen vermutet Dowe Gründe für die überproportional hohe Betroffenheit junger Fahrerinnen und Fahrer bei Unfällen mit Toten oder Schwerverletzten.