Wirtschaft, Umwelt und Tourismus sind die Schlagwörter, die die Zukunft Demmins prägen sollen. Der namensgleiche Aus
Wirtschaft, Umwelt und Tourismus sind die Schlagwörter, die die Zukunft Demmins prägen sollen. Der namensgleiche Ausschuss steht jedoch konstant in der Kritik. Karsten Riemer
Marcel Völs, Vorsitzender des WUT-Ausschusses
Marcel Völs, Vorsitzender des WUT-Ausschusses Karsten Riemer
Sinnsuche

Soll städtischer Ausschuss in Demmin abgeschafft werden?

Der WUT-Ausschuss soll künftig einen neuen Namen tragen – die Kernprobleme des Gremiums löst das allerdings nicht. Denn oft ist unklar, welche Arbeit er im politischen Demmin leistet. Doch es kommt Bewegung in die Sache.
Demmin

Bezüglich des Wirtschaftsförderungs-, Umwelt-, und Tourismusausschusses war dessen Name seit seiner Gründung 2019 oft Programm. Allerdings zumeist nicht auf die einzelnen Kompetenzbereiche bezogen, sondern vielmehr auf die Kurzform. Die Debatte um Sinn und Unsinn, Abschaffung oder Bestand des WUT-Ausschusses wurde teils hitzig geführt. Fakt ist: Das städtische Gremium soll erhalten bleiben und künftig auch einen neuen Namen tragen – zumindest auf dem Papier. Demmin.

Sobald die Stadtvertreter ihr Votum für die Änderung der Hauptsatzung in der kommenden Sitzung abgegeben haben, ist künftig „Wirtschaftsförderung, Tourismus und Umwelt (WTU)“ die offizielle Bezeichnung. „Dann haben wir den leidigen Begriff endlich weg“, so Bürgermeister Thomas Witkowski im Rahmen des jüngsten Hauptausschusses. Eine kleine Formalie, über die sich sicher schmunzeln lässt, wie Witkowski anmerkt. „Aber es ist definitiv kein Wut-Ausschuss“, sagt er.

Anderen Problemen widmen

Ein Vorstoß der Verwaltung, der im Ausschuss zwar angenommen wurde, dessen Mehrwert die Politik dennoch in Zweifel zieht. „Eigentlich ist das Quatsch“, so UWG-Mitglied Stefan Tabbert. Ohnehin habe sich der Ausdruck, laut UWG-Fraktionschefin Kathrin Giebener-Trost inzwischen verfestigt. „Wir sollten uns zukünftig vielleicht auch wieder anderen Problemen widmen“, bekräftigte Tabbert.

Dabei wird wohl oder übel auch der streitbare Ausschuss erneut in den Fokus rücken. Denn die Bilanz der Arbeit des Gremiums ist – zumindest nach außen hin – weiter ernüchternd. Die Tagesordnungen degradieren die Mitglieder oftmals schlicht zu Informationsempfängern über Geschehnisse in und Pläne für die Hansestadt. Eigene Impulse gehen unter.

Angedacht war das allerdings anders. So bezeichnete Bürgermeister Thomas Witkowski das Gremium in der Vergangenheit als den „wichtigsten Ausschuss“, da dessen Kernthemen für die Zukunft Demmins von entscheidender Bedeutung seien.

„Ich versuche nach wie vor mein Bestmögliches, um dem Ganzen Leben einzuhauchen“, so der Vorsitzende des WUT-Ausschuss Marcel Völs (CDU). Kleine Erfolgserlebnisse gebe es dabei durchaus. So seien Müllprobleme in Demminer Kleingartenanlagen auf Initiative des Ausschusses seitens der Verwaltung in Angriff genommen worden. Zudem würden im Hintergrund viele Arbeitsschritte, beispielsweise bezüglich Wirtschaft und touristischer Nutzung, passieren. „Das wird dann oft nicht bekannt, weil es im nicht-öffentlichen Teil der Sitzungen ist“, sagt Völs.

Stabsstelle macht einen guten Job

Nichtsdestotrotz: Die offensichtlichen, zählbaren Ergebnisse entstehen woanders. Und das aus mehreren Gründen. „Wir sind kein beschließender Ausschuss“, so Völs. Nur Beratung und Empfehlung sind demnach von Grund auf möglich. Das sei jedoch wichtig für die Entwicklung politischer Entscheidungen und eine Unterstützung für die Gremien, die am Ende ein bindendes Votum abgeben. „Man kürzt sich in den beschließenden Ausschüssen so die langen Beratungsrunden ab“, sagt er. Dennoch bestehe der Wunsch, auch Beschlüsse fassen zu dürfen.

Darüber hinaus wird das politische Gremium seit November 2021 in der Verwaltung – und damit der Außenwirkung Demmins – durch eine Stabsstelle flankiert, welche thematisch vor allem Tourismus sowie Wirtschaftsförderung stärker voranbringen soll. „Sie ist verwaltungsseitig dafür da, das was wir beraten, umzusetzen“, so Völs. Und bereits jetzt habe sich gezeigt, dass die Inhaberin der Stabsstelle für Marketing, Tourismus und Wirtschaftsförderung, Nancy Klevenow einen sehr guten Job mache.

Tatsächlich scheint die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Politik auf diesem Wege neue Facetten hinzugewonnen zu haben. „Wir sammeln im Ausschuss gemeinsam Ideen und Gedanken, was wir machen können“, sagt Klevenow. Des weiteren würden die Mitglieder regelmäßig über alles informiert und am Ende eine gewisse Kontrollfunktion bei der Umsetzung einnehmen.

Inwieweit der WUT-Ausschuss so in Zukunft aus seiner primären Rolle als Informationsempfänger und bestenfalls Zulieferer für die Fraktionen und anderen Gremien ausbrechen kann, ist allerdings noch offen.

 

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