Unweit des Ortsteil Vorwerk könnte künftig ein Solarpark auf knapp 64 Hektar Fläche entstehen.
Unweit des Ortsteil Vorwerk könnte künftig ein Solarpark auf knapp 64 Hektar Fläche entstehen. Christophe Gateau
Energie

Stadt Demmin macht Weg für neuen Solarpark frei

Das Thema erneuerbare Energie hat es mehrfach auf die Tagesordnungen der Stadtpolitik geschafft. Für einen Solarpark dabei nun die Weichen gestellt.
Demmin

Ob Klimaschutz oder die Bewältigung der anhaltenden Gas- und Stromkrise – der langfristige Nutzen erneuerbarer Energien wird immer deutlicher. Neben Windrädern sind es Photovoltaikanlagen die hier – zumindest bei ausreichend Fläche – einen Beitrag leisten können. So stand auch in Demmins Stadtpolitik das Thema Solarpark jüngst wieder auf mehreren Tagesordnungen.

Konkret geht es dabei aber noch längst nicht um den Bau an sich, sondern zunächst nur um die Aufstellung zweier Bebauungspläne für Flächen südöstlich des Ortsteils Vorwerk. „Wir reden dabei über 63,8 Hektar“, so Demmins Bauamtsleiter Dietmar Schmidt. Grundlage für die Debatte ist, laut Schmidt, ein Erlass des Landes Mecklenburg-Vorpommern, welcher regelt, dass insgesamt jährlich 5000 Hektar Ackerland für den Bau von Photovoltaikanlagen genutzt werden können, wenn die zugehörige Gemeinde eine Bebauungsplan dafür entwickelt.

Gewisser zeitlicher Druck

„Die sind landesweit fast ausgereizt“, sagt Schmidt. Demnach gibt es einen gewissen zeitlichen Druck das Projekt voran zu bringen, zumal der Solarpark am Ende keine stadteigene Anlage ist, sondern Errichtung und Betrieb in den Händen der N-Sol GmbH liegen.

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Außen vor ist Demmin damit jedoch keineswegs, wie der Bauamtsleiter deutlich macht. „Wichtig ist, dass wenn wir Photovoltaik planerisch begleiten, unterm Strich auch irgendwas für die Stadt rauskommt“, sagt er. Was genau das – abseits von Gewerbesteuereinnahmen – sein könnte, steht allerdings noch nicht fest, soll aber vertraglich geregelt werden. Klar ist auch, dass an entsprechenden Forderungen rigoros festgehalten wird. „Wenn der Investor nicht nachweist, was er konkret für die Stadt und die Bürger macht, haben wir jederzeit die Möglichkeit das Bebauungsplan-Verfahren zu beenden“, sagt Schmidt.

AfD-Frau gegen Nutzung „fruchtbaren Bodens“

Alles Punkte, die trotz eigentlich landwirtschaftlicher Nutzung der Flächen sowohl im zurückliegenden Stadtentwicklungsausschuss als auch in der Stadtvertretersitzung am Mittwoch für ein positives Votum sorgten. Ablehnung gab es jedoch aus Reihen der AfD. „Ich bin total dagegen, weil es fruchtbarer Boden ist“, so Fraktionsvorsitzende Norina Thiel im Ausschuss für Stadtentwicklung. Stattdessen sieht sie im Bereich Solar Hausdächer als bessere Alternative an.

Eine Argumentation, der in der Vergangenheit wohl auch der Ausschussvorsitzende und Landwirt Rainer Tietböhl (IVD) gefolgt wäre. „Ich war immer grundsätzlich dagegen, Solaranlagen auf Ackerflächen zu bauen, aber man muss irgendwann den Mut haben, sich der Realität zu stellen“, sagt der IVD-Mann. Ziel für die Stadt müsse es angesichts der aktuellen Lage sein, in Zukunft selbst Energie zu produzieren oder durch verfügbare Flächen Einnahmen zu generieren.

Zudem schließen sich Photovoltaik und Landwirtschaft nicht gegenseitig aus, wie Bauamtsleiter Schmidt klarstellt. Explizit wird für das gesamte Areal auch eine ökologische Nutzung vorgesehen. Wie genau diese aussehen soll, könne jedoch erst im späteren Verlauf des gesamten Vorhabens diskutiert werden.

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