LOITZER PEENEKANAL UND KIESSEE

Start in Badeanstalten wegen Corona weiter verschoben

Die Badeanstalten am Loitzer Peenekanal und am Zarrenthiner Kiessee werden nicht vor dem20. Juni öffnen. Doch auch für danach stehen noch Fragezeichen, insbesondere was die Infektionsschutz-Regeln betrifft.
Die Gemeinde Bentzin weist an mehreren Stellen auf die derzeitige Schließung ihrer Badeanstalt am Zarrenthiner Kiessee h
Die Gemeinde Bentzin weist an mehreren Stellen auf die derzeitige Schließung ihrer Badeanstalt am Zarrenthiner Kiessee hin. Voraussichtlich beginnt die Saison dort offiziell erst am 20. Juni. Stefan Hoeft
Nächste Woche soll die Badeanstalt in Loitz wieder startklar gemacht werden. Doch ohne Wasser im Nichtschwimmerbecken geh
Nächste Woche soll die Badeanstalt in Loitz wieder startklar gemacht werden. Doch ohne Wasser im Nichtschwimmerbecken geht es ohnehin nicht. (Archivbild) Stefan Hoeft
Zarrenthin.

Normalerweise öffnen die Freibäder in Vorpommern um den 1. Juni herum ihre Pforten. Wegen Bauarbeiten und vor allem wegen der Corona-Einschränkungen wurde dieser Termin allerdings auch am Loitzer Peenekanal und am Zarrenthiner Kiessee bei Jarmen gestrichen. Und zumindest angepeilt, das Ganze Mitte des Monats nachzuholen, sprich zum jetzigen Wochenende. Doch mit Blick auf die Vorgaben von Land und Kreis nehmen die Verantwortlichen stattdessen nun den 20. Juni ins Visier. Zumal erst bis dahin alle Ergebnisse der amtlichen Qualitäts-Untersuchungen für die registrierten öffentlichen 60 Naturbadestellen in Vorpommern-Greifswald vorliegen sollen.

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Die Reparatur-Arbeiten an der Steganlage in der Loitzer Freizeitoase hingegen sind mittlerweile abgeschlossen, berichtete Christine Krüger, Geschäftsführerin der Stadtwerke. Die zeichnen für die Betreibung der Anlage verantwortlich, haben das Ganze allerdings seit mehr als einem Jahrzehnt dem Privat-Unternehmen Lexow übertragen. Das werde nun Ende dieser Woche oder zum nächsten Wochenbeginn mit den üblichen Vorbereitungen für die Saison loslegen, insbesondere das Nichtschwimmerbecken auf Vordermann bringen und befüllen.

Abstand halten im Becken: Wie soll das gehen?

Gleichzeitig laufe die Abstimmung eines neuen Hygienekonzeptes mit den Gesundheitsbehörden, schließlich sind mit Blick auf Covid-19 die Anforderungen viel höher. Wobei Christine Krüger Zweifel äußerte, ob sie wirklich jede im Gespräch befindliche Auflage realisieren können. „Dass immer nur höchstens zwei Leute in die Toilette dürfen, so etwas lässt sich ja alles durchsetzen. Aber Abstände von 1,50 Meter auf der Liegewiese und im Becken? Wie soll das gehen bei 30 Grad Celsius und Kindern?“ Sie empfände das als Zumutung sowohl für den Betreiber als auch die Besucher. Doch letztlich ständen Kommune beziehungsweise Betreiber in der gesetzlichen Verantwortung.

„Wir wollen eigentlich eine Ausnahmegenehmigung für das Becken“, erläuterte die Geschäftsführerin, auf ein Einsehen der Behörden hoffend. „Vielleicht verschieben wir den Saisonstart auch noch um eine Woche, wir ringen da mit uns. Aber wo sollen die Leute denn sonst hin?“ Selbst wenn das Freibad offiziell zu bliebe, würden wohl Leute trotzdem in den Kanal springen. Das Nichtschwimmerbecken gar nicht erst zu befüllen, wäre keine machbare Alternative: Dann würde das Wasser von der Peene durchdrücken, weiß Christine Krüger, und jede Menge Pampe darin landen.

„Kommen die sich zu nahe, wird dichtgemacht“

Die Gemeinde Bentzin als Betreiberin der Badeanstalt am Zarrenthiner Kiessee steht vor ähnlichen Problemen. Dort würde eine Absage der Saison noch viel weniger verhindern, dass die Leute den offiziellen Strand und benachbarte Uferabschnitte nutzen. Schon seit einigen Tagen geht es hier zunehmend reger zu, immer mehr steigen ins vergleichsweise noch kühle Nass.

Deshalb sah sich die Kommune mit Blick auf eine etwaige Haftung genötigt, Hinweisschilder zu montieren, dass die Freizeiteinrichtung gegenwärtig geschlossen ist. Aus dem gleichen Grund ließ sie den Aufgang zur großen Wasserrutsche mit einer Kette versehen. Die soll zur Dauereinrichtung werden, wenn keine Rettungsschwimmer vor Ort sind. Oder, wenn sich die Nutzer nicht an die neuen Abstandsregeln halten. „Kommen die sich zu nahe, wird dichtgemacht. Das ist eine erzieherische Maßnahme“, erklärte Bürgermeisterin Grit Gawrich.

Umkleiden und einige Sanitäreinrichtungen werden abgesperrt

Die besonders bei der Jugend beliebte Schwimmplattform indes bleibe vorsichtshalber gleich im Depot, weil sich das Ganze auf dem See viel schwerer regulieren ließe. Geschlossen bleiben zudem sämtliche Umkleidebereiche, einigten sich die Gemeindevertreter, immerhin ging es all die Jahre auch ohne. Darüber hinaus würden einige Sanitäreinrichtungen gesperrt, um die Zahl der Nutzer zu beschränken.

Ansonsten setzen die Abgeordneten vor allem auf die Vernunft der Bevölkerung und gegenseitige Rücksichtnahme, auch vorm Imbissstand. Schließlich sieht sich die Kommune außerstande, im Wasser und am Strand Abstandsgebote von 1,50 Meter durchzusetzen. Erst recht, wenn in der Hochsaison das Platzpotenzial von um die 1000 Gäste ausgeschöpft werden sollte. Momentan werde das Hygiene-Konzept erarbeitet und dann schnellstmöglich mit dem Gesundheitsamt abgestimmt, so die Bürgermeisterin. „Aber wenn es nicht läuft, müssen wir eben schließen“, sagte ihr zweiter Stellvertreter Michael Kühling. Dann wäre die Gemeinde aus der Haftung, aber eine Kontrolle der Infektionsschutz-Regeln noch aussichtsloser. Ganz abgesehen von der Gefahr für den Nachwuchs – mit einem Strand ohne Rettungsschwimmer.

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