GROßER UMBAU

Startschuss für Leerzug des Jarmener Rathauses

Wegen Umzugs vorübergehend geschlossen gilt ab Ende der Woche für die Verwaltung des Amts Jarmen-Tutow. Für den Bürgermeister wird es ein Abschied auf immer.
Abschied für immer: Auch im Dienstzimmer von Arno Karp warten bereits die Umzugskartons. Aber er wird nicht wieder ins Ra
Abschied für immer: Auch im Dienstzimmer von Arno Karp warten bereits die Umzugskartons. Aber er wird nicht wieder ins Rathaus zurückkehren, denn seine Amtszeit endet nächstes Frühjahr – nach mehr als drei Jahrzehnten. Stefan Hoeft
Die frühere Internatsbaracke, die anfangs mal ein Hühnerstall war: Der Eingang zum provisorischen Verwaltungsgeb&aum
Die frühere Internatsbaracke, die anfangs mal ein Hühnerstall war: Der Eingang zum provisorischen Verwaltungsgebäude an der Jarmener Lindenstraße wurde barrierefrei umgebaut. Stefan Hoeft
Jarmen.

Lange wurde darauf hingearbeitet, doch mehrmals gab es aus verschiedenen Gründen Verzögerungen, zuletzt wegen der Corona-Einschränkungen. Aber jetzt scheint dem Leerzug des Jarmener Rathauses, das umfassend modernisiert und mit einem neuen Anbau an der Scheunenstraße versehen werden soll, wohl nichts mehr im Weg zu stehen: Zum Wochenende steht das große Packen an, wie Bürgermeister Arno Karp dem Nordkurier gegenüber ankündigte. Damit einher gehen teilweise und auch komplette Einschränkungen beim Service. Das fängt bereits am Donnerstagn 28. Mai an, eigentlich ein Sprechtag. Denn da würden die Computer abgeklemmt, sprich auf die Datenspeicher kann niemand mehr zurückgreifen.

Die Frauen und Männer aus den Amtsstuben wechseln mit Mobiliar und Akten in die einstige Internatsbaracke des früheren Bildungszentrums Technik an der Lindenstraße. Ursprünglich mal ein aufgepeppter Hühnerstall, haben die Handwerker den Flachbau seit Herbst 2019 mit großem Aufwand und dicken Datenleitungen zu einem provisorischen Verwaltungssitz hochgerüstet. Die Kosten dafür summierten sich auf einen sechsstelligen Betrag, einschließlich behindertengerechtem Eingang und Sanitär-Bereich.

Auspacken wird eine ganze Woche dauern

Am 2.  Juni, also dem Dienstag nach Pfingsten, rücke ein professionelles Unternehmen an, um sämtliche Einrichtungsgegenstände und Umzugskartons vom Rathaus an die Lindenstraße zu transportieren und je nach Nummerierung auf die dortigen Räume zu verteilen. Wobei klar ist, dass längst nicht alle Tische, Schränke und Stühle in den Amtszimmern Platz finden. „Was überzählig ist, kommt in die alte Schweißwerkstatt vom Bildungszentrum“, so der Bürgermeister.

Er rechnet damit, dass das Auspacken und Wiedereinrichten die gesamte nächste und mit vier Arbeitstagen kürzere Woche in Anspruch nimmt, der Publikumsverkehr solange also ausgesetzt bleibt. Ziel ist demnach ein Neustart zum Sprechtag am Dienstag, dem 9.  Juni. „Aber vor Überraschungen ist man ja nie sicher“, meinte Karp insbesondere mit Blick auf die Kommunikationsanschlüsse und Computertechnik. Als Erstes müsse jedenfalls das Einwohnermeldeamt und das Standesamt wieder voll zum Laufen gebracht werden, andere Bereiche könnten dann Zug um Zug folgen.

Standesamt bleibt noch länger im alten Domizil

Letztgenanntes nimmt dabei eine Sonderrolle ein, denn die Hochzeiten für den Amtsbereich Jarmen-Tutow finden noch bis Mitte Juli im alten Standesamt an der Scheunenstraße statt. Erst dann folgt der Umzug dieser hoheitlichen Einrichtung in das Gemeindebüro der Nachbarkommune Bentzin. Also sozusagen unmittelbar vor dem Anrücken der Bagger, die mit dem Abriss des rückwärtigen Gebäudetraktes den Auftakt für die Rathaus-Modernisierung geben. Wie lange die Umsetzung des mit rund 2,5  Millionen Euro veranschlagten Großprojektes am Ende dauert, wagt das Stadtoberhaupt nicht vorherzusagen, auf jeden Fall aber mehr als ein Jahr.

Damit ist indes klar, dass der Umzug für ihn selbst ein Abschied für immer darstellt und das neue Büro bereits der Nachfolger beziehungsweise die Nachfolgerin einrichten wird. Schließlich endet Karps Amtszeit, der von der Wende ab gerechnet mittlerweile der dienstälteste hauptamtliche Bürgermeister Vorpommerns sein dürfte, im nächsten Frühjahr. Und selbst der nun zufällig und nur wegen des Pfingstmontags auf den 2.  Juni fallende Umzugstermin wirkt wie ein historischer Ringschluss: Genau drei Jahrzehnte vorher nämlich, am 1.  Juni 1990, hatte der heute 71-Jährige erstmals an seinem Schreibtisch im Rathaus Platz genommen.

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