Der Teich in Deven dient der Rückhaltung des Regenwassers, das über die Felder Richtung Dorf fließt.
Der Teich in Deven dient der Rückhaltung des Regenwassers, das über die Felder Richtung Dorf fließt. Christine Gerhard
Regenwasser

Streit über einen Teich, der keiner mehr ist

Der Teich in Deven ist zugewuchert. Aus Sicht eines Anwohners nimmt er so nicht genügend Regenwasser auf. Eine Entschlammung jedoch erfordert etwas Vorarbeit.
Demmin

Wo vor vielen Jahren noch Enten geschnattert haben, bietet sich im Demminer Ortsteil Deven heute ein eher trauriger Anblick: Der Teich ist leer, lediglich ein Gestrüpp aus Pflanzen wuchert in der schlammigen Mulde. Zwar dient das Becken nicht primär dazu, den Ortskern optisch aufzuwerten. Es soll das Regenwasser zurückhalten, das aus Richtung Devener Hof über die Straße und den Acker in Richtung Deven fließt.

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Doch auch seinen praktischen Zweck erfüllt der Teich aus Sicht von Anwohner Roland Mohns nicht mehr. Bei starkem Regen staue sich das Wasser so mitunter auf seinem Grundstück, an dem der Graben zum Teich entlangführt. Vor einiger Zeit habe es 20 bis 30 Zentimeter hoch in seiner Garage gestanden.

Deven hat keine Kanalisation

Der Teich nehme das Wasser nicht mehr in ausreichender Menge auf, so Mohns. „Wenn man jedes zweite Jahr mit einem Bagger den Schlamm und den Modder herausholen würde, wäre das vermutlich ausreichend“, meint er. „Die Teiche müssen regelmäßig gewartet werden.“ Doch während in der Stadt viel getan werde, hat er den Eindruck, dass die Ortsteile oft zu kurz kommen.

Der Stadt indes ist ein Rückstau von Straßenregenwasser auf Grundstücken nach eigenen Angaben nicht bekannt. „Deven besitzt keine Regenwasserkanalisation. Für die Ableitung von Regenwasser ist daher jeder Grundstückseigentümer zuständig“, heißt es vom Bauamt.

Teich 2019 gereinigt

Der umzäunte Teich jedoch fällt nicht in den Zuständigkeitsbereich der Bewohner. Obwohl sich Roland Mohns daran erinnert, dass das Gewässer einst über die jetzigen Pfähle hinaus bis zum Schilfgürtel jenseits davon reichte und Platz für die Enten zweier Haushalte bot, spricht das städtische Bauamt nicht von einer Verkleinerung. Stattdessen sei der Teich 2012 entschlammt, die Böschung mit Pfahlreihen befestigt und eine Umzäunung gebaut worden.

2019 wurde der Teich zudem nach Angaben des Bauamts gereinigt. Eine Teichentschlammung dagegen sei erst nach einer Reduzierung der Nährstoffeinträge sinnvoll, die festzustellen und abzustellen seien. „Die Verkrautung des Teiches ist wahrscheinlich durch übermäßigen Nährstoffeintrag entstanden“, begründet der stellvertretende Bauamtsleiter Thomas Engler.

Gräben werden jetzt entkrautet

Die Gräben des Entwässerungssystems im Bereich Deven und Warrenzin hingegen sollen ab dieser Woche durch den Wasser- und Bodenverband entkrautet werden. Einmal jährlich finde diese Maßnahme statt. Nicht ausreichend aus Sicht von Mohns, der auf verkrautete Gräben hinter dem Teich hinweist und auch auf Rohre, die im anschließenden Bereich der Entwässerung einen kleineren Durchmesser haben als davor. „Dadurch entsteht eine Trichterwirkung“, meinen er und sein Sohn Sebastian. Eine Änderung der Ableitung des Teichwassers ist laut Bauamt jedoch nicht vorgesehen, „da mit der Planung durch ein Fachingenieurbüro und die Genehmigung durch die zuständige Wasserbehörde hierfür keine Notwendigkeit besteht“.

Auch was eine direkte Ableitung des Regenwassers in Richtung Peene ohne den Umweg um das Dorf herum angeht, verweist Engler auf topographische Gegebenheiten und unterirdische Wasserscheiden als Zwangspunkte. Zudem müssten für eine Erschließung einer Ortsentwässerungsanlage zum Großteil die Anlieger selbst aufkommen. Diesbezügliche Anfragen der Anwohner des Ortsteiles lägen im Bau- und Liegenschaftsamt nicht vor.

 

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