Corona-Schutzmaßnahmen

Tätlicher Angriff beim Corona-Spaziergang in Demmin

Seit Jahren setzt sich Heinz Wittmer gegen Rechtsextremismus ein. Deshalb begleitet er auch die Proteste gegen die Corona-Schutzmaßnahmen, weil dort zahlreiche Rechte mitlaufen. Jetzt eskalierte die Situation.
Heinz Wittmer konnte sein Handy wieder zusammenbauen.
Heinz Wittmer konnte sein Handy wieder zusammenbauen. Kai Horstmann
Demmin

Beim montäglichen Abendspaziergang gegen die Corona-Maßnahmen in Demmin ist offenbar jemand von drei Teilnehmern der Abendspaziergänge tätlich angegriffen worden. Der Vorfall ereignete sich am Montag gegen 19 Uhr.

Drei sportliche Männer packten ihn ihm Nacken und zerrten ihn nach hinten

Kurz nachdem sich der Abendspaziergang in Gang gesetzt hatte, kam es laut Heinz Wittmer, Mitglied vom Aktionsbündnis 8. Mai, auf dem August-Bebel-Platz zu dem tätlichen Angriff. Er sei von drei sportlichen Männern angegriffen worden, erzählt er. An Flucht sei aber nicht zu denken gewesen, weil er sein Fahrrad dabei hatte. Einer habe ihm in den Nacken gegriffen und ihn nach hinten gezerrt, schildert Wittmer das Geschehen aus seiner Sicht. Dabei sei die Hand des Täters abgerutscht und verursachte mit den Fingernägeln eine große Wunde am Hals.

Zudem sei er auf dem Rücken gelandet, wobei sei sein Handy aus der Tasche fiel, während er seine Kamera gut versteckt am Körper trug. Die Täter griffen laut Wittmer nach dem Telefon, worauf er dieses zurückgefordert habe. Einer der drei Angreifer schleuderte dann das Gerät auf die Pfarrer-Wessels-Straße, wo es in mehrere Teile zerfiel. „Ich erkannte zu spät, dass ich die Fußgängerabsperrung zur Straße hin übersehen hatte. Da kam ich mit dem Rad nicht rüber“, schildert Heinz Wittmer.

Anzeige wegen Körperverletzung steht gegen Anzeige gegen das Kunsturhebergesetz

Das Handy konnte er zwar wieder zusammenbauen, aber das Gehäuse wurde beschädigt. Noch während der Abendspaziergang lief, konnte der Geschädigte eine Anzeige wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung machen. Das wird von der Polizei bestätigt. Aber nicht nur das: Die Beschuldigten stellten selber eine Anzeige gegen Heinz Wittmer wegen Verstoßes gegen das Kunsturhebergesetz. Laut Polizeipressesprecherin Kathrin Jähner dauern die Ermittlungen noch an. „Ursprung des Vorfalls ist, dass der Geschädigte von den Beschuldigten Fotoaufnahmen gemacht hat“, erläutert Kathrin Jähner. „Als Privatperson darf er Fotos machen, das ist nicht verboten. Aber – im Gegensatz zur Presse – darf er diese nicht ohne weiteres veröffentlichen. Es sei denn, die Personen sind vom Gesicht her nicht erkennbar.“

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