Botschafter erkundet Peenestadt

Tango hat ein Argentinier in Loitz nicht erwartet

Nachdem die Loitzer Bürgermeisterin in Berlin beim argentinischen Botschafter zu Gast war, überzeugte der sich jetzt, was Loitz alles so zu bieten hat. Mit Tango-Kursen und Weinanbau hatte er nicht gerechnet.
Während der Botschafter der Argentinischen Republik, Edgardo M. Malaroda, (zweiter von links) noch über die herrliche Ruhe staunte, begrüßte die Vorsitzende des Loitzer Heimatvereins Karin Heymann (rechts) die Botschaftsmitarbeiterin. Bürgermeisterin Christin Witt (dritte von links) begleitete die Gäste bei ihrem Rundgang durch die Stadt:
Während der Botschafter der Argentinischen Republik, Edgardo M. Malaroda, (zweiter von links) noch über die herrliche Ruhe staunte, begrüßte die Vorsitzende des Loitzer Heimatvereins Karin Heymann (rechts) die Botschaftsmitarbeiterin. Bürgermeisterin Christin Witt (dritte von links) begleitete die Gäste bei ihrem Rundgang durch die Stadt: Ulrike Rosenstädt
Der Botschafter der Argentinischen Republik Edgardo M. Malaroda.
Der Botschafter der Argentinischen Republik Edgardo M. Malaroda. Ulrike Rosenstädt
„Wie herrlich”, zeigte sich der Botschafter beim Blick auf die Peene von der herrlichen Natur rund um Loitz beeindruckt.
„Wie herrlich”, zeigte sich der Botschafter beim Blick auf die Peene von der herrlichen Natur rund um Loitz beeindruckt. Ulrike Rosenstädt
Der Botschafter der Argentinischen Republik, Edgardo M. Malaroda, im Gespräch mit der Loitzer Bürgermeisterin Christin Witt und dem Gastgeber der Loitzer Tangotage Peter Tucholski.
Der Botschafter der Argentinischen Republik, Edgardo M. Malaroda, im Gespräch mit der Loitzer Bürgermeisterin Christin Witt und dem Gastgeber der Loitzer Tangotage Peter Tucholski. Ulrike Rosenstädt
Loitz

Er kam, sah und stellte fest: „Das kann passen.“ Schon nach einem kurzen Rundgang durch Loitz war der Botschafter der Argentinischen Republik Edgardo M. Malaroda davon überzeugt, dass die Kleinstadt Villa Paranacito, die im Südosten der Provinz Entre Ríos, im Zentrum Argentiniens, liegt, gut zu Loitz passt. Neben einem sehr positiven Eindruck, den der argentinische Gast aus Berlin bei seinem Loitz-Besuch jetzt bekam, sprechen auch Zahlen und Fakten für sich: In der Region um Villa Paranacito leben, wie im Amtsbereich Peenetal-Loitz, rund 5000 Menschen, die ebenfalls gern kulturell und sportlich aktiv sind.

Leidenschaftlich und mit einem unübersehbaren Funkeln in seinen Augen sprach der Argentinier von einem wichtigen Element, das die Menschen in seinem Heimatland verbindet: der Tango. „Musik und Tanz bringen Menschen zueinander, egal wo auf der Welt“, sagte der Botschafter bei seinem ersten Gespräch im Loitzer Rathaus. In Sachen Tango konnte auch die Loitzer Bürgermeisterin Christin Witt aufwarten: „Getanzt wird bei uns auch gern, einmal im Jahr gibt es sogar ein Treffen der Tangofreunde, mit Workshops und Aufführungen.“ Als wäre das nicht schon Zufall genug, lief den Gästen bei ihrem Rundgang durch die Stadt der Initiator dieser Loitzer-Tango-Tage über den Weg. Peter Tucholski war in der Langen Straße unterwegs, als der Botschafter und seine Mitarbeiterin, Dr. Silvia Kroyer, Richtung Peenestraße unterwegs waren. Typisch Kleinstadt. Typisch Loitz, denn schnell sprang zwischen dem Loitzer Künstler und dem Gast aus Argentinien der Funke über, wurden bei einem spontanen Plausch auf der Straße Fakten und Kontakte ausgetauscht.

Netzwerken zwischen Vereinen der Region

Der Botschafter regte an, diese Tango-Tanz-Treffen mit Sprachkursen zu verbinden: „Dann wäre es vielleicht noch leichter, Förderungen, finanzielle Unterstützungen zu erhalten“, sagte er. „Uns ist bewusst, dass so eine freundschaftliche Zusammenarbeit langsam wachsen und natürlich eine Akzeptanz finden muss, unter den Menschen, die hier leben und auch denen, die im Stadtrat Entscheidungen treffen“, sagte Silvia Kroyer, die in der Botschaft für internationale Kooperation zuständig ist, bei einem Zwischenstopp im Loitzer KulturKonsum. Dort sprachen die Gäste aus Berlin, die in argentinischer Mission unterwegs waren, bewusst nicht von einer möglichen Städtepartnerschaft, die der Botschafter zwischen Villa Paranacito und Loitz anregen möchte, sondern von Freundschaft zwischen zwei Städten mit deren umliegenden Orten. Damit stieß er bei der Vorsitzenden des Loitzer Heimatvereins Karin Heymann auf offene Ohren. Sie berichtete vom Netzwerken zwischen den über 30 Loitzer Vereinen, zu denen auch der Winzerverein gehört: „Was? Hier wird Wein angebaut? Das gibt es doch gar nicht“, verschlug es dem Botschafter der Argentinischen Republik für einen Moment die Sprache. Mit Aktivitäten in Sachen Tango und Weinanbau rund um Loitz hatte der Diplomat offensichtlich nicht gerechnet. Die Überraschung und Freude war ihm deutlich ins Gesicht geschrieben.

Auch wenn die beiden Städte Loitz und Villa Paranacito knapp 12 000 Kilometer trennen, verbindet sie mehr, als einem beim ersten Gedanken bewusst ist. Gefördert werden solche Kontakte, solche Entwicklungsinitiativen übrigens über die Einrichtung „Engagement Global“.

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