Explosive Hinterlassenschaften
Taucher bergen Panzerfaust und Granaten der Wehrmacht

Im Schlick der Tollense verbarg sich unter anderem diese Panzerfaust aus Wehrmachts-Zeiten.
Im Schlick der Tollense verbarg sich unter anderem diese Panzerfaust aus Wehrmachts-Zeiten.
Georg Wagner

Erneut sind in der Tollense explosive Hinterlassenschaften der Wehrmacht aufgetaucht. Unter anderem holte der Munitionsbergungsdienst eine Panzerfaust aus dem Schlick.

Das brisante Erbe des Zweiten Weltkriegs geht in Demmin offenbar nicht aus. Nachdem Spezialisten im April und Mai alte Munition aus der Tollense geborgen hatten, kamen jetzt erneut scharfe Sprengkörper zum Vorschein.

Taucher des Munitionsbergungsdienstes (MBD) holten dieser Tage Panzer- und Sprenggranaten sowie eine Panzerfaust aus dem Schlick nahe der Tollensebrücke. Dabei handelte es sich nach Auskunft der Fachmänner um Munition aus Wehrmachtsbeständen, die dort entweder beim Rückzug der deutschen Truppen „entsorgt“ oder später versenkt wurden. Der MBD brachte die Geschosse nach Mellenthin auf Usedom, wo sie kontrolliert gesprengt werden sollten.

Funde kommen nicht überraschend

„Allgemein ist bekannt, dass deutsche Truppen Ausrüstung, die sie bei ihrem Rückzug behinderte, zum Beispiel in lokalen Gewässern, Wäldern, aufgegebenen Stellungen etc. ‚entsorgt‘ haben“, heißt es seitens des für die Munitionsbergung verantwortlichen Innenministeriums, „auf dieselbe Art und Weise erfolgte dies auch nach der Kapitulation unter der Aufsicht der Alliierten.“

Was im Wasser als Schrott oder Blindgänger landete, blieb dort meist liegen und ist heute nur noch schwer zu bergen. „Kampfmittelräumung im Wasser“, so das Innenministerium, „ist extrem teuer.“ Der Bereich Demmin war aber auch stark belastet, schon allein wegen der Muna in der Woldeforst, wo die Wehrmacht während des Krieges unter anderem Beutemunition umarbeiten ließ.