Tutows Noch-Bürgermeister Roland Heiden tritt im November zurück. Nun gibt es einen Termin für die vorgezogene
Tutows Noch-Bürgermeister Roland Heiden tritt im November zurück. Nun gibt es einen Termin für die vorgezogene Wahl einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers. Sefan Hoeft
Kandidatur

Termin für Bürgermeisterwahl in Tutow steht fest

Die Tutower werden vorfristig zur Wahlurne gerufen, um über die Nachfolge ihres zum November zurückgetretenen Bürgermeisters zu entscheiden.
Tutow

So gelöst wie bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend hat Tutows Bürgermeister Roland Heiden in dieser Runde schon lange nicht mehr gewirkt. Er sah fast schon entspannt aus, obwohl einige heiße Eisen auf den Tisch kamen und teils heftig diskutierte wurde. Doch der Mann saß dort eben im Bewusstsein, dass dies aller Voraussicht nach sein letzter Auftritt als Vorsitzender des Gremiums sein dürfte. Schließlich hatte der frühere Direktor des Demminer Musikgymnasiums bereits im August den Rücktritt vom ehrenamtlichen Spitzenposten erklärt – zum Ende des Monats Oktober, nach rund acht Jahren Dienstzeit.

Hintergrund: Tutows Bürgermeister tritt aus persönlichen Gründen zurück

Wahl kann nicht bis 2024 warten

Nachdem seine bisherige Stellvertreterin, die Linke-Landtagsabgeordnete Jeannine Rösler, im März wegen ihrer Involvierung in die Regierungsarbeit diese Funktion niederlegte, rückte Holger Schultz in diese Funktion auf. Als zweite Vize agiert seitdem Gudrun Stark. Weil die Spanne bis zum offiziellen Ende der Legislaturperiode Mitte 2024 aber zu lange dauert, um die Amtsgeschäfte der Kommune bis dahin den Stellvertretern zu überlassen, musste nun ein vorfristiger Termin für die Wahl des Nachfolgers festgelegt werden.

Als schnellstmögliche Lösung käme dafür der 15. Januar in Frage, wie der für den Amtsbereich Jarmen-Tutow zuständige Gemeindewahlleiter Thomas Lüthke erläuterte. Aber dies wäre sowohl für die Verwaltung als auch die Bewerber einer zeitlich sehr große Herausforderungen, um alle Unterlagen rechtzeitig einzureichen beziehungsweise das Verfahren vorzubereiten und durchzuführen.

Wahllokal zur Faschingszeit schon vergeben

Die folgenden Wochenenden bis zur Mitte Februar hingegen sind so im Kalender platziert, dass sie selbst oder die möglicherweise nötige Stichwahl in die Winterferien Mecklenburg-Vorpommerns fallen würden, sprich eine beliebte Urlaubszeit. Womit zum einen erfahrungsgemäß eine geringere Wahlbeteiligung verknüpft wird und zum anderen steigende Schwierigkeiten bei der ohnehin schwierigen Suche nach freiwilligen Wahlhelfern.

Beim Sonntag nach der schulfreien Zeit hingegen macht das Tutower Vereinsleben einen Strich durch die Rechnung. Denn da will der Karnevalsklub, dessen Vorsitzender übrigens ebenfalls Roland Heiden ist, seine alljährliche Faschingssause feiern. Womit sich das Gemeindezentrum „Weiße Schule“, das als Wahllokal dient, in Beschlag befinde. Von daher einigten sich die Abgeordneten nun einhellig auf den 26. Februar als Wahltermin, eine Stichwahl fiele also auf den 12. März.

Wer will kandidieren?

Damit verbleibt nach Einschätzung von Thomas Lüthke allen Interessenten noch genügend Spielraum, um über ihre Kandidatur nachzudenken und die nötigen Formalien zu erledigen. Die Frist zum Einreichen der Bewerbung ende 75 Tage vor der Abstimmung, was in diesem Fall der 13. Dezember ist. Wie üblich fällt das Datum auf einen Dienstag, bis 16 Uhr müssten die Papiere im Jarmener Rathaus vorliegen. „Die Unterlagen dafür kann man sich ab sofort bei uns abholen oder im Internet abrufen“, so der Experte.

Ganz ohne vorherigen Besuch in der Verwaltung gehe es trotzdem nicht, machte er klar. Schließlich benötige jeder Bürgermeister-Bewerber ein Führungszeugnis. Anders als bei der Wahl des hauptamtlichen Jarmener Rathauschefs müssen ehrenamtliche Bürgermeister übrigens ihren Wohnsitz in der Gemeinde haben, hier also in Tutow.

Während die Kommune also nach einem neuen Oberhaupt sucht, muss Thomas Lüthke nun wieder nach Wahlhelfern Ausschau halten, die bei der Abstimmung und Auszählung mit von der Partie sind. „Acht sollten es schon sein. Ich wäre nicht traurig, wenn sich jemand freiwillig meldet“, äußerte der Mann im Gespräch mit dem Nordkurier.

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