ILLEGALE ENTSORGUNG

Tierkadaver und Fenster im Graben gefunden

Was eine Familie im Peenetal bei einer privaten Müllsammelaktion im Peenetal erlebt hat, ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Jetzt suchen sie nach den Tätern.
Ulrike Rosenstädt Ulrike Rosenstädt
Verkehrte Welt: Bei einer privaten Müllsammelaktion entdeckten Familie Junge und ein Freund aus Greifswald Fenster, die in einen Graben geschmissen wurden.
Verkehrte Welt: Bei einer privaten Müllsammelaktion entdeckten Familie Junge und ein Freund aus Greifswald Fenster, die in einen Graben geschmissen wurden. Robert Junge
An fast der identischen Stelle, am Verbindungsweg zwischen Trantow und Sassen/Treuen, wurden neben Plastikflaschen auch Tierkadaver „entsorgt“.
An fast der identischen Stelle, am Verbindungsweg zwischen Trantow und Sassen/Treuen, wurden neben Plastikflaschen auch Tierkadaver „entsorgt“. Robert Junge
Mit diesem kleinen Traktor sammelt die Familie den Müll ein.
Mit diesem kleinen Traktor sammelt die Familie den Müll ein. Robert Junge
Sassen.

Wie bitte? Was hat es genau mit den Fenstern auf sich, die aus einem Graben an der Schwinge geholt wurden? Eine Randbemerkung während eines Gespräches, bei dem es um den Verein Dorfkind ging, ließ gleich mehrmals aufhorchen. Nicht allein deshalb, weil es durchaus bemerkenswert ist, dass eine Familie regelmäßig freiwillig entlang der Schwinge, einem kleinen Nebenarm der Peene, Müll sammelt. Was sie dabei jüngst erlebt hat, übersteigt das Vorstellungsvermögen eines Otto-Normalverbrauchers, der weiß, wozu Mülltonnen und Wertstoffhöfe gut sind.

Dass beides nicht allen müllproduzierenden Bewohnern aus dem Peenetal bewusst ist, haben bereits zahlreiche Negativbeispiele, von denen der Nordkurier immer wieder berichtet hat, bewiesen. Dass alte Fernseher, Möbelstücke oder Hausmüllsäcke illegal in Gebüschen oder an Waldrändern entsorgt werden, passiert leider immer wieder.

Müllsammler sind sauer auf die Unbekannten

Doch das, was Robert Junge mit seinen Jungs Viktor und Anton und einem Schulfreund aus Greifswald bei einer privaten Sammelaktion erlebt haben, das schlägt jedem Müllfass den Boden aus: „Wir haben Fenster aus einem Graben an der Schwinge gezogen, am Weg Richtung Treuen/Sassen“, erzählen Viktor und Anton. Einmal im Jahr macht sich die Familie auf, um in der unmittelbaren Umgebung Unrat aus der Natur zu entfernen.

Die kleine hofeigene Technik kommt dabei zum Einsatz. „So haben wir alle auch Spaß bei der Sache“, sagt Robert Junge. Allerdings stand ihm nicht so sehr der Sinn nach Plaudern. Als Privatpersonen in den Mittelpunkt gerückt zu werden, wollen Vater und Söhne schon mal gar nicht. Doch sie sind unglaublich sauer auf die Unbekannten, die es fertig gebracht haben, ihre alten Fenster in der Landschaft zu entsorgen: „Das gehört sich doch nicht“, sagt der siebenjährige Viktor.

Tiere können sich an den Fenstern verletzen

Er weiß schon jetzt sehr genau, dass dieses Fehlverhalten auch Folgen haben kann: „Die Tiere, die könnten sich verletzen.“ Sein großer Bruder stimmt ihm zu. Anton hat mit seinen zwölf Jahren ebenfalls einen geschärften Blick für die Umwelt entwickelt. „Es geht einfach nicht, Dinge so wegzuschmeißen. Mich stört das bei uns im Dorf und auch woanders“, sagt der Dreizehnjährige Mühlenkamper. Um die fremden Fenster zu entsorgen, nahm Robert Junge Kontakt mit dem Loitzer Ordnungsamt auf, fuhr den Müll zum Wertstoffhof.

Leider sollte das nicht die letzte schlechte Erfahrung sein, die die Familie mit illegaler Müllentsorgung in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld in diesem Jahr gemacht hat: „Am Verbindungsweg zwischen Trantow und Sassen lagen jetzt sogar Tierkadaver und wieder viele Plastikflaschen – unfassbar“, sagt Robert Junge. Die Familie setzt die Öffentlichkeit über diese Vorfälle nicht in Kenntnis, um gut dazustehen, sondern um sich zu ihrer Wut zu bekennen, die ihnen bei der gesamten Aktion mehr als nur einmal hochgekommen ist. „Und wir hoffen natürlich, dass die Verursacher zur Verantwortung gezogen werden“, sagt Robert Junge, der erneut das Ordnungsamt über den aktuellen Vorfall informieren wird.

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