Kerstin Lenz (vorn) pocht mit anderen Mitgliedern des Demminer Tierschutzvereins auf die Umsetzung des Fundtiererlasses des Landes durch die Hansestadt.
Kerstin Lenz (vorn) pocht mit anderen Mitgliedern des Demminer Tierschutzvereins auf die Umsetzung des Fundtiererlasses des Landes durch die Hansestadt. Kai Horstmann
Fundtiererlass

Tierschützer demonstrieren vor Demminer Stadtvertretung

Während immer mehr Städte und Gemeinden den neuen Fundtiererlass umsetzen, gibt es in Demmin dagegen noch allerhand Widerstand. Das wiederum trieb den Tierschutzverein jetzt zu einer Protestaktion.
Demmin

Zur Stadtvertretersitzung in der Demminer Beermann-Arena kamen am Mittwochabend auch mehrere Mitglieder des Tierschutzvereins. Ihr Anliegen: Noch immer weigert sich die Hansestadt, den neuen Fundtiererlass des Landes vollständig umzusetzen, wogegen sie mit zwei Transparenten und mehreren Plakaten demonstrierten. Hauptproblem sind die Fundkatzen, für deren Unterbringung noch kein Vertrag geschlossen wurde. Wie eine Demonstrantin sagte, sind Dargun und Stavenhagen der Hansestadt weit voraus. Das fand auch die Zustimmung der Vorsitzenden des Demminer Tierschutzvereins. „Selbst Jarmen und Neubrandenburg setzen den Erlass um. Mit dem Amt Demmin-Land haben wir jetzt einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen“, sagte Kerstin Lenz.

Dagegen steht Ordnungsamtsleiter Jörg Küthe auf der Seite des Städte- und Gemeindetages MV, der sich weigert, den Fundtiererlass vollständig umzusetzen. Nach seiner Ansicht erhalten Verwaltungsvorschriften grundsätzlich keine Bindung, wenn sie nicht durch eine gesetzliche Ermächtigung gedeckt sind und gegen geltendes Recht verstoßen. Das sieht er als gegeben an und fühlt sich nur für Katzen zuständig, bei denen wesentliche Anhaltspunkte vorliegen, dass diese jemanden gehören. So lägen tierschutzrechtliche Belange, wie bei Streunerkatzen, weiterhin beim Landkreis. Zugleich hält der Ordnungsamtsleiter an dem Fundtiervertrag mit Henry Ciesilskis Wach- und Schließgesellschaft fest, der laut der Tierschützer aber durch den neuen Erlass nicht mehr ausreichen würde.

Kritik an fehlender Transparenz

Unter den Demonstranten war auch Heidrun Dinsel. Diese kritisierte in mehrfacher Hinsicht die fehlende Transparenz. Über den Vertrag mit der Wach- und Schließgesellschaft ist in der Öffentlichkeit wenig bekannt, zudem hat das Unternehmen noch nicht einmal eine Internetseite. Dirk Bruhn, Bürgermeister von Siedenbrünzow, sieht in Bezug auf die Hansestadt nur die Probleme mit den Fundhunden als gelöst an, aber nicht die mit Katzen. „Ich bin der Meinung, man muss den Erlass umsetzen, auch wenn verschiedene Behördenvertreter anderer Meinung sind“, erklärte Dirk Bruhn.

Als dann die Stadtvertreter zur Beermann-Arena kamen, wurden sie von den Tierschützern direkt angesprochen. Auch darauf, dass jetzt das Amt Demmin-Land einen Vertrag für Katzen mit dem Tierschutzverein hat. „Das Amt Demmin-Land ist das Amt Demmin-Land und wir sind wir“, konterte Jörg Küthe nach Bayernart.

 

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