Einige Verkehrsteilnehmer brausen über die Huckelpiste, ohne am Vorfahrtsschild (links) zu bremsen. Wie ausgefahren die S
Einige Verkehrsteilnehmer brausen über die Huckelpiste, ohne am Vorfahrtsschild (links) zu bremsen. Wie ausgefahren die Schlaglochpiste von den Lkw und Traktoren inzwischen ist, zeigt sich vor allem bei Regen (rechts). Christine Gerhard
Verkehrslärm

Traktoren auf der Huckelpiste rauben Dorfbewohnern jede Ruhe

Ein kleines Dorf, eine kleine Straße und viel Schwerlastverkehr. Die Anwohner fordern eine Verlegung der Zufahrtsstraße zum örtlichen Milchbetrieb.
Vanselow

Fast rund um die Uhr, manchmal im Minutentakt, fahren die Lkw und landwirtschaftlichen Fahrzeuge laut Alexander Szymczak auf der Huckelpiste an seinem Haus in Vanselow vorbei. „Zur Ruhe kommen wir nie richtig“, klagt der Vaselower, der wie seine Partnerin im Schichtdienst arbeitet. Außerdem habe durch die Erschütterungen beim Vorbeifahren der Traktoren und Lastwagen der Putz schon Risse bekommen.

Parcours aus Pfützen

Die Gemeinde weiß um das Problem. Im vergangenen Jahr habe es geheißen, dass die Straße zu dem nahen Milchviehbetrieb umgelegt werden solle, um die Lärmbelästigung für die Anwohner zu reduzieren. „Eigentlich ist sogar noch länger die Rede von der Straße“, meint Szymczak, der sich genau so eine Umlegung wünschen würde. Bis jetzt aber sei nichts passiert, im Gegenteil. Die Straße in Richtung Alt Tellin werde nur schlimmer. Besonders nach Regenfällen gleicht sie, wie Alexander Szymczak auf Fotos zeigt, einem Parcours aus Pfützen.

Bürgermeister Dirk Bruhn und seine Gemeindevertretung haben die Anwohner nicht vergessen. „Wir haben das Problem im Bick“, versichert er. Einen Lösungsansatz gibt es denn auch bereits: So soll ein neuer Weg von der Biogasanlage zum Milchviehbetrieb durch dessen Land die Anwohner entlasten. „Wir haben schon bei der Umweltbehörde nachgefragt und die hat grünes Licht gegeben“, erklärt Bruhn. Eine mögliche Planung eines Ingenieurbüros liege auch vor, eine ungefähre Kostenschätzung wurde veranlasst. Als Nächstes müsse das Finanzielle geklärt und das Vorhaben in das Projektmanagementplan des Amtes aufgenommen werden. Einen Zeitplan für all das gibt es laut Bruhn aber noch nicht.

Die Insolvenz der Biogasanlage mit drängenden Folgen für die Gemeinde (Nordkurier berichtete) kam dazwischen, hinzu kamen die niedrigen Milchpreise. „Aber wir sind im Gespräch mit dem Milchviehbetrieb und verhandeln zusammen, was die beste Lösung ist“, so Bruhn. Er ist sich der Belastung für die Anwohner bewusst. „Dort herrscht ein hohes Transportaufkommen und es wird sehr schnell gefahren“, erklärt er.

Tempolimit und Vorfahrt missachtet

Auch Alexander Szymczak beobachtet regelmäßig, dass Tempolimit und Vorfahrt von vielen Fahrern an der Ecke nicht beachtet werden. Um Abhilfe zu schaffen, hatten sich Gemeinde und Verwaltung laut Bruhn um ein Stopp-Schild bemüht.

Das jedoch sei nach einer Begehung mit der Straßenverkehrsbehörde des Kreises von dieser als nicht erforderlich eingeschätzt worden. Als Begründung wurde nach Wissen von Jörg Puchert, Leitender Verwaltungsbeamte im Amt Demmin-Land, damals angegeben, dass der Weg eine „geringe Verkehrsbedeutung“ habe.

„Auf den Erlass verkehrsrechtlicher Anordnungen besteht nach Auffassung der Straßenverkehrsbehörden kein Rechtsanspruch“, erklärt Puchert. „Verkehrsrechtliche Anordnungen sollen die Sicherheit im Straßenverkehr im Allgemeinen gewährleisten und keine subjektiven Rechtspositionen Einzelner begründen.“ Szymczak allerdings berichtet, schon häufiger Zeuge von Beinahe-Zusammenstößen vor seinem Haus geworden zu sein.

 

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