LANDWIRTSCHAFT

Trockenheit macht Tierfutter knapp

Mindestens dreimal im Jahr sollte auf den Wiesen gemäht werden, damit für die kalte Jahreszeit genügend Futter vorrätig ist. Doch teilweise konnten die Bauern in der Region bisher nur einmal Heu oder Silage machen. Das könnte Folgen haben.
Georg Wagner Georg Wagner
Noch haben die Kühe genügend Futter, aber wie wird es im Winter aussehen? Wegen der Dürre wächst zu wenig Gras nach, und auch der Mais bräuchte dringend Wasser.
Noch haben die Kühe genügend Futter, aber wie wird es im Winter aussehen? Wegen der Dürre wächst zu wenig Gras nach, und auch der Mais bräuchte dringend Wasser. Georg Wagner
Demmin.

Vor dem nächsten Frühjahr könnte es in Heuschobern und Silos der Rinderhalter in der Region eng werden. Denn falls sich das Wetter nicht bald ändern sollte, dürfte das Futter für ihre Tiere knapp werden. Das zeichnet sich schon jetzt ab. Von der Jahreszeit her müsste schon der zweite Schnitt eingefahren sein, doch stattdessen dörrt das Grünland in Hitze und Trockenheit vor sich hin. Sogar auf tiefgründigen Wiesen, wo man immer Feuchtigkeit vermute, wachse derzeit nichts, stellt Hartmut Kussmann in Wolkow fest, und sein Volksdorfer Kollege Carsten Tietböhl vermutet: Einen dritten Schnitt werde es nicht geben. „Wir werden Schwierigkeiten haben, bis ins nächste Jahr zu kommen.“

Die anhaltende Trockenheit hat ihre Spuren in der Landschaft hinterlassen. Die wenigen Gewitter konnten daran nichts ändern. Mittlerweile bekommt nach Auskunft des Volksdorfer Landwirts schon die Grasnarbe Brand, und es sei auch schwierig, Zwischenfrüchte anzupflanzen. Die Äcker seien zu ausgetrocknet. Noch hat er Futter für seine rund 200 Milchkühe, aber bei Gras und Stroh ist es wie mit dem Klima: Mangel wirkt sich erst zeitversetzt aus. Was im Sommer nicht eingefahren wird, lässt sich unter den gegenwärtigen Bedingungen nur schwer ersetzen.

Niemand kann aushelfen, da alle betroffen sind

Es trifft nicht nur die Bauern westlich von Demmin, sondern letztlich alle in der Region in mehr oder weniger starkem Maß. „Im Moment ist die Futtersituation kritisch“, sagt der Vorsitzende des Bauernverbandes Demmin, Karsten Trunk. „Es wächst nichts nach und der Mais geht auch in die Knie.“ Verschärft wird das noch, weil nicht nur Vorpommern betroffen ist. „Wenn es nur regional ist, hilft man sich gegenseitig aus“, sagt Trunk. „Aber wir haben die Trockenheit deutschland- und europaweit. Da ist nichts zum Ausgleichen da.“

Jedenfalls nicht zu erschwinglichen Kosten. Stephan von Oltersdorff-Kalettka kennt das Problem. Der Demminer braucht zwar für seine Jungrinder keine ganz so hohe Futterqualität wie Milchbauern, aber er ist ein Glied der gleichen Kette wie sie. Mehr als 800 Färsen stehen in seinen Ställen. Für sie braucht er die Milchbauern als Abnehmer, und die müssen sich das Jungvieh leisten können. Da könnte sich wiederum die Futterlage rächen. Wie andere Landwirte in der Region hofft Kalettka jetzt auf einen ergiebigen Landregen, damit wenigstens der Mais noch etwas zulegt. Denn auch auf dem großräumigeren Futtermarkt ist die Lage schwierig. „Zukauf ist nur möglich, wenn jemand etwas hat und keine zu langen Transportwege entstehen“, sagt Kalettka. „Sonst wird es zu teuer.“

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