PFLANZAKTION

Tutower verteilen 70.000 Krokusse im Ort

Das gemeinschaftliche Gärtnern geht um in Tutow. Vereine, Schule, Kita, Kirche und Privatpersonen – viele buddelten und pflanzten, was das Zeug hielt.
Fast überall auf den Freiflächen rings um die Grundschule wurden Krokuszwiebeln gesetzt, sodass der Lehreinrichtung
Fast überall auf den Freiflächen rings um die Grundschule wurden Krokuszwiebeln gesetzt, sodass der Lehreinrichtung und ihren Besuchern im Frühjahr buchstäblich so einiges blühen dürfte. Stefan Hoeft
Jede Klasse holte sich ihren Teil der georderten 5000 Zwiebeln ab, später wurden noch mal 3000 nachgeholt.
Jede Klasse holte sich ihren Teil der georderten 5000 Zwiebeln ab, später wurden noch mal 3000 nachgeholt. Stefan Hoeft
Für einen Vormittag wurden aus den Tutower „Pommernmäusen“ mal menschliche Wühlmäuse.
Für einen Vormittag wurden aus den Tutower „Pommernmäusen“ mal menschliche Wühlmäuse. Stefan Hoeft
Diese drei holten sich noch flugs per Smartphone aus dem Internet letzte Tipps fürs richtige Blumenzwiebel-Setzen.
Diese drei holten sich noch flugs per Smartphone aus dem Internet letzte Tipps fürs richtige Blumenzwiebel-Setzen. Stefan Hoeft
Auch die Feuerwehrleute haben vor ihrem Gerätehaus über 1000 Krokuszwiebeln in die Erde gebracht.
Auch die Feuerwehrleute haben vor ihrem Gerätehaus über 1000 Krokuszwiebeln in die Erde gebracht. Freiwillige Feuerwehr Tutow/ZVG
Tutow.

Sie sind nicht mehr in Sack und Tüten. Die 70.000 Krokuszwiebeln, die den Ort Tutow schon im Frühjahr 2020 und natürlich auch noch künftig zum Blühen bringen sollen, sind nämlich allesamt verteilt worden. Nur wenige Tage wurden die Kartons mit den Blumenzwiebeln in einem der großen Beratungsräume im Gemeindezentrum „Weiße Schule“ zwischengelagert. Denn seitdem gab’s in Sachen große Pflanzaktion eine positive Zwischenmeldung nach der anderen, immer wieder konnten Hunderte und oft gar Tausende der künftigen Frühblüher an Interessenten weitergereicht werden.

„Heute hat sich Marianna Gerstmann für die Kirchengemeinde Tutow 3000 Zwiebeln abgeholt, die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr haben schon 1400 eingebuddelt, die Kita hat sich einen Termin zum Gärtnern auf ihrem Gelände gemacht, die Schule macht mit, Privatpersonen haben angefragt, ob sie sich beteiligen können. Also, Telefon und Tür stehen derzeit kaum still“, wussten Weiße-Schule-Mitarbeiterin Lilian Füsting und Gemeindevertreter Alfred Koch zu berichten. Auch Bürgermeister Roland Heiden war überrascht, dass es mit der Verteilung der Krokuszwiebeln doch so gut geklappt hat.

Ein weitere Zeichen des Zusammenhalts

Die Tutower beweisen eben immer wieder, dass sie für Gemeinschaftsaktionen etwas übrig haben. Ob es sich um die Ausrichtung von Jubiläumsfesten oder eben jetzt um die Pflanzaktion handelt – geht es darum, in Tutow ein Zeichen des Zusammenhalts zu setzen, sind sehr viele Einwohner mit von der Partie. Das wird nicht zuletzt diejenigen sehr freuen, welche die derzeitige Aktion initiiert haben.

Einer Gruppe von Senioren war die Idee gekommen, den Ort mehr als bisher zum Blühen zu bringen. Alles Frauen und Männer, die von 1946 bis 1954 hier gemeinsam die Schulbank drückten. Die nämlich treffen sich noch immer regelmäßig und hecken dabei wie einst in der Kinderzeit so einiges aus. Zu ihnen gehört Volker Manthey, der Sohn des einstigen Tutower Kolonialwarenhändlers, der inzwischen zwar in Berlin lebt, sich aber immer noch sehr für seinen Heimatort engagiert. Er ist es auch, der die Pflanzaktion finanziell maßgeblich mit unterstützt, die über eine Art offenen Brief an alle Generationen bekannt gemacht wurde.

Eine Familie sogar mit vier Generationen dabei

Inzwischen sind die Krokuszwiebeln aber nicht nur verteilt, sondern an vielen Stellen des Ortes bereits in die Erde gebracht worden. Wie etwa am Flughafen-Generationenpark durch den Karnevalsclub und um die Grundschule am Pommernring, wo deren „Pommernmäuse“ für einen Vormittag mal zu Wühlmäusen avancierten. Dabei hatten die rund 70 Jungen und Mädchen vielfältige Unterstützung aus ihren Familien. Dort half dann neben den Lehrern nicht nur so manches Elternteil oder Geschwisterkind mit, selbst einige Omas und Opas beteiligten sich, in einem Fall fanden sich sogar vier Generationen einer Familie ein.

Während die Erwachsenen sich hauptsächlich ums Aussuchen und Vorbereiten der Pflanzstellen kümmerten, übernahm der Nachwuchs das Einsetzen der Krokus-Brut. Die landete sowohl vor dem Schulgebäude und seiner Turnhalle als auch im Hofbereich und an der Sportanlage. Mitunter sogar ganz nach Muster platziert wie etwa in Form eines Smileys oder eines „ABC“. „Ich bin schon gespannt, das wird bestimmt sehr schön im nächsten Jahr“, erklärte Direktorin Ute Wegner. Bis Ende Oktober soll das große Gärtnern abgeschlossen sein, so die Vorstellungen von Initiatoren und Kommune. Und die Vorfreude auf das Ergebnis ist bei vielen Tutowern schon jetzt groß.

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Kommentare (1)

für die Wühlmäuse!