Corona-Panik?

Unbekannte klauen Desinfektionsmittel aus Demminer Kita

Panik-Reaktion oder Geschäftemacherei? Kaum gab es den ersten Corona-Infizierten im Altkreis Demmin, wurde die Kita „Südmauer“ Opfer von skrupellosen Dieben.
Die Kita „Südmauer“ in Demmin wurde Opfer dreister Diebe. Vermutlich im Zuge der Coronavirus-Angst machten si
Die Kita „Südmauer“ in Demmin wurde Opfer dreister Diebe. Vermutlich im Zuge der Coronavirus-Angst machten sich unbekannte Täter über die Desinfektionsmittelspender her. Lea Biermann
Demmin

Neben Hamsterkäufen von Konserven, Mehl und Klopapier oder wilden Gerüchten über neue Krankheitsfälle, fördert die Verunsicherung wegen des Coronavirus offenbar auch das Schlechte in einigen Menschen zutage. Denn die Meldungen über Liefer-Engpässe bei Desinfektionsmitteln lassen offenbar die Hemmschwelle zur Kriminalität sinken. Diebstahl in öffentlichen Einrichtungen ist die Folge.

Das musste jetzt auch die Kindertagesstätte „Südmauer“ in Demmin erfahren. Ende vergangener Woche wurde dort von unbekannten Tätern sämtliche Händedesinfektion aus insgesamt fünf Spendern im Hortbereich gestohlen. „Da sieht man, welche Dreistigkeit an den Tag gelegt wird“, empört sich Kita-Leiterin Silke Trunk. Die Kita reagierte unter anderem mit einem Schild auf dem Gelände, mit dem der Unmut über die Tat deutlich gemacht wurde. Kinder bestehlen sei moralisch ganz unten angesiedelt, stand darauf.

Tür nun am späten Nachmittag verschlossen

Das zog Kreise. In den sozialen Medien sorgte der Fall für verärgerte Kommentare, welche in der Wortwahl allerdings noch einmal deutlich drastischer ausfielen. „Aber wir haben damit eine Sensibilisierung der Eltern erreicht“, sagt Trunk. Künftig würde noch mehr darauf geachtet, wer das Gebäude betritt. Zusätzlich sei aus Sicherheitsgründen die Tür nun am späten Nachmittag verschlossen.

Dabei ist der Nutzen zusätzlicher Schutzmittel, wie Desinfektion oder auch Masken, für den Privatgebrauch umstritten. Laut Experten des Robert-Koch-Instituts ist gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife absolut ausreichend. An anderer Stelle, so auch in Krankenhäusern, ist die zusätzliche Hygiene indes dringend erforderlich. Daher hofft der Krankenhausgeschäftsführer Kai Firneisen darauf, dass die Klinik von solchen Diebstählen verschont bleibt. „Aber ich frage mich auch immer wieder, wann der Erste auf die Idee kommt, die Spender abzuschrauben“, sagt er. Grundsätzlich geht Firneisen jedoch davon aus, dass der Respekt im Krankenhaus noch einmal höher ist. Außerdem gebe es selten Momente, in denen auf den Fluren kein Betrieb herrscht. Einfach sei ein Diebstahl demnach nicht.

Stadt will keine weiteren Desinfektionsspender aufstellen

Auch in der Stadtverwaltung hat der Vorfall in der Kita bereits die Runde gemacht und sorgt für Unverständnis. „Das ist schlimm“, so Demmins Ordnungsamtsleiter Jörg Küthe. Bislang sei es allerdings der einzige Fall, der ihm zu Ohren gekommen ist. Sorgen um die Ausstattung der Kitas und Schulen in Demmin muss sich indes nicht gemacht werden. „Desinfektionsmittel gehört zur Grundausstattung“, sagt Küthe. Das gilt auch für die Kita „Südmauer“, welche ihre Spender bereits wieder aufgefüllt hat. Zusätzliche Desinfektionsmittelspender sind in Demmin seitens der Stadt aktuell nicht geplant. Über weitere Maßnahmen in Bezug auf das Virus würde das Gesundheitsamt entscheiden. „Da sind wir nur Befehlsempfänger“, sagt er.

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Kommentare (1)

... mal bei den Eltern die Taschen kontrolliert werden.