Über 2000 Tiere waren bei der Schau in Demmin ausgestellt. Danach kam es zu mehreren Ausbrüchen der Geflügelpes
Über 2000 Tiere waren bei der Schau in Demmin ausgestellt. Danach kam es zu mehreren Ausbrüchen der Geflügelpest in Kleinhaltungen. Ralf Scheunemann
Rassegeflügelzucht

Verband schockiert über Geflügelpest-Ausbruch

Nach einer Geflügelschau in Demmin wurde in mehreren Beständen Geflügelpest nachgewiesen. Für die betroffenen Tiere und deren Züchter hat das Konsequenzen.
Demmin

Eine Veranstaltung, auf die sich Züchter in ganz Mecklenburg-Vorpommern ein Jahr lang gefreut hatten, erwies sich im Nachhinein als mutmaßlicher Infektionsherd. Nach der Landesverbandschau der Rassegeflügelzüchter, die am Wochenende vom 18. bis 20. November in Demmin stattfand, erkrankten und starben Tiere aus mehreren Kleinhaltungen an der Geflügelpest. „Es ist naheliegend, dass die Krankheit über die Verbandsschau verbreitet wurde“, meint der in Hohenmocker lebende Zweite Vorsitzende Edgar Kliewe. Ihm zufolge ist es deutschlandweit das erste Mal, dass eine Rassegeflügelschau zum Infektionsherd wurde. „Darauf ist der Landesverband alles andere als stolz“, machte Kliewe deutlich.

Wie genau das Virus in die Ausstellungshalle des Trebeltalhotels gelangte, ob durch Menschen, die trotz Seuchenmatten Erreger über ihre Kleidung hereintrugen, ob durch Streu oder gar über ein infiziertes Tier selbst, könne nicht nachverfolgt werden. Dass einer der ausgestellten Vögel erkrankt war, ist aus Sicht von Kliewe jedoch eher unwahrscheinlich. Am Einlass kontrolliere das Veterinäramt Gesundheitszeugnis, Impfstatus und Haltungsform, erklärt er. Außerdem habe vor Eröffnung der Ausstellung eine Amtsveterinärin die Tiere begutachtet und für gesund befunden. Massentests im Vorfeld seien hingegen ein Aufwand, der bei Schauen bisher nicht unternommen wurde.

Teilnehmer sind zu kontrollieren

Nun müssen die Veterinärämter Schadensbegrenzung betreiben. Wie viele Zuchten betroffen sind, darüber konnte der Landesverband zunächst noch keine Angaben machen. Über 200 Teilnehmer sind durch die Ämter zu kontrollieren. Wird dabei ein infiziertes Tier ausgemacht, muss der gesamte Bestand getötet werden. Tragisch ist das sowohl für die einzelnen Vögel als auch für die Zuchten an sich. „Wir haben sehr viele wertvolle Tierbestände“, erklärt Edgar Kliewe. Durch die Tötungen, mit denen eine weitere Ausbreitung der Geflügelpest verhindert werden soll, gingen hochwertige Genreserven unwiederbringlich verloren.

Der Landesverband kann indes nur hoffen, dass nicht noch mehr Geflügelbestände betroffen sind. „Wir müssen uns jetzt Wege überlegen, dass so etwas in Zukunft nicht mehr auftritt“, meint Kliewe, „auch zusammen mit den Veterinärämtern.

Wie sollen Schauen künftig ablaufen?

Schließlich seien die Züchter auch weiterhin daran interessiert, ihre Tiere auszustellen und miteinander in den Wettstreit zu treten, ohne eine Infektion des Geflügels befürchten zu müssen. Künftig könnten sich die Rahmenbedingungen für die Schauen deshalb ändern. Denkbar wäre zum Beispiel, die Veranstaltungen vorzuverlegen. Wegen der üblichen Zuchtperioden finden die Ausstellungen bislang traditionell im Herbst statt, wenn die Tiere ausgewachsen und bereit sind. Zu dieser Jahreszeit allerdings haben die Viren wegen der höheren Luftfeuchtigkeit, ebenso wie Erkältungsviren beim Menschen, leichteres Spiel. Ob es jedoch gerade auch angesichts der gebotenen Sparsamkeit in Bezug auf Energie sinnvoll wäre, Küken bereits im Januar auszubrüten, zweifelt Kliewe an.

Während der Landesverband Entscheidungen für die Zukunft treffen muss, müssen sich Verbraucher beim Kauf der Weihnachtsgans laut Kliewe keine Sorgen machen. In Nutztierbeständen sei die Geflügelpest bislang nicht nachgewiesen. In gefährdeten Gebieten stallten Nutztierhalter die Tiere außerdem vorsorglich bereits im November ein.

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