ZERSTÖRUNGEN AUF MINI-FLUGPLATZ

Verein stellt Tutower Rowdys Ultimatum

Während der Demminer Modellbauverein noch jenes Chaos beseitigt, das ungebetene Besucher auf seinem Tutower Gelände angerichtet haben, scheint sich die Schlinge um die Täter immer enger zuzuziehen.
Stefan Hoeft Stefan Hoeft
Alles im Blick: Vereinsvorsitzender Dieter Johansen befestigte jetzt Hinweisschilder auf die aufgerüstete Überwachun
Alles im Blick: Vereinsvorsitzender Dieter Johansen befestigte jetzt Hinweisschilder auf die aufgerüstete Überwachungsanlage für das Gelände des Modell-Sport-Clubs Demmin am Tutower Flugplatz. Stefan Hoeft
Notsicherung: Wirklich viel ausrichten konnten die Vereinsmitglieder an ihrem Holzpavillon noch nicht.
Notsicherung: Wirklich viel ausrichten konnten die Vereinsmitglieder an ihrem Holzpavillon noch nicht. Stefan Hoeft
Beweismittel: Auch Zigaretten-Kippen und -Schachteln wurden sichergestellt.
Beweismittel: Auch Zigaretten-Kippen und -Schachteln wurden sichergestellt. Stefan Hoeft
Tutow.

Schock, Ernüchterung und Ärger über die blinde Zerstörungswut auf ihrem Vereinsgelände am Ortsrand von Tutow scheinen bei den Mitgliedern des Modell-Sport-Clubs Demmin e.V. immer mehr einem neuen Gefühl zu weichen: Zuversicht und Entschlossenheit, mit allen Mitteln jene Täter dingfest zu machen, die das rund vier Hektar große Areal im Nordosten des einstigen Militärflugplatzes am vergangenen Wochenende heimsuchten. Immerhin demolierten diese den zur gemütlichen Laube ausgebauten kleinen Holzpavillon und sein Inventar, zerschmissen oder zertraten so gut wie alle Fenster, egal ob aus dickem Plexiglas oder in der Variante Thermo-Verglasung.

Das Gros der Schadenbeseitigung muss noch eine Weile warten. Überdies blieb das Schloss vom großen Eingangstor zu dem eingezäunten Vereins-Areal kaputt zurück. Um künftige Eindringlinge abzuschrecken, rüstet die um die 25 Mitglieder aus der gesamten Region zählende Interessengemeinschaft bei der Videoüberwachung kräftig auf, offen wie versteckt. Den Bauwagen selbst haben sie ohnehin schon immer umfangreich mit einer elektrischen Alarmanlage gesichert, erzählt Vorsitzender Dieter Johansen aus Demmin. Dies hatten die Täter offenbar noch rechtzeitig bemerkt und ihre Finger von Türen und Fächern gelassen. „Dabei gibt es bei uns eigentlich auch nichts Wertvolles zu holen. Wir lassen ja nie Wertsachen und teure Technik hier. Wir wissen doch, dass das hier ziemlich abgelegen ist.“

Vandalen waren offenbar ziemlich sorglos

Bei der Beseitigung des Vandalismus-Chaos indes stießen er und seine Mitstreiter auf diverse Spuren ihrer „Gäste“, die denen jetzt zum Verhängnis werden könnten. Dieses Fundgut reicht von Zigaretten-Kippen und -Schachteln über Bierflaschenreste und Reifenprofile bis hin zu einem auf einem Plexiglas-Bruchstück erhalten gebliebenen kompletten Schuhabdruck, wie Johansen berichtet. Sprich, die Ganoven scheinen in ihrem Zerstörungswahn ziemlich sorglos um eine mögliche Entdeckung gewesen zu sein. Und auch nicht im entferntesten daran gedacht zu haben, dass es Fotoaufnahmen von ihnen geben könnte, die er und seine Mitstreiter auswerten werden.

Hinzu kommt, dass nach der Nordkurier-Veröffentlichung über die Tat vom Wochenende und dem Ausloben einer 200-Euro-Belohnung vonseiten der Modellbauer weitere Hinweise eingegangen seien. „Wir wissen von einem Auto und einem Moped. Wir haben auch von drei verschiedenen Quellen Informationen zu möglichen Beteiligten bekommen, die sehr glaubwürdig sind“, erzählt der Vereinschef. Und da sich in allen Fällen ein Teil der Namen gleiche, geht er von einer guten Trefferquote aus. In Verbindung mit den zahlreichen Spuren zeigt er sich daher ziemlich zuversichtlich: „Ich denke, die kriegen wir.“

Verein macht Tätern einmaliges Angebot

Allerdings möchten die Bastler das Ganze am liebsten auf ihre Weise klären und appellieren deshalb an die Verdächtigen: „Wir bitten sie, sich freiwillig beim Bürgermeister oder uns zu melden. Und wenn Sie uns dann beim Wiederaufbau tatkräftig unterstützen, würden wir die Anzeige später zurücknehmen“, sagt Dieter Johansen. Die Täter könnten aber natürlich auch gleich zur Polizei gehen, fügt er schmunzelnd hinzu. „Unser Angebot ist eine einmalige Gelegenheit, die wir als Vorstand beschlossen haben. Passiert nichts, ziehen wir das Ganze bis zum bitteren Ende für die Täter durch.“

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