Für Hochzeiten hält das Jahr 2022 ein ganz besonderes Datum im Kalender parat. Doch das Interesse am 22. Februar sch
Für Hochzeiten hält das Jahr 2022 ein ganz besonderes Datum im Kalender parat. Doch das Interesse am 22. Februar scheint recht unterschiedlich in Vorpommern. Friso Gentsch
Hochzeiten

Verlockt der 22.02.2022 auch Verliebte im mittleren Peenetal?

Zu dem besonderen Hochzeitstermin gibt es in Jarmen und Loitz zumindest noch keine festen Anmeldungen. Aus wissenschaftlicher Sicht ist das vielleicht aber auch gut so.
Jarmen

Wenn es ums Heiraten geht, dann sollte wohl vor allem viel Liebe mit im Spiel sein, manchmal scheinen aber auch praktische Überlegungen den letzten Ausschlag zu geben. Bei der Wahl des Termins zur Eheschließung hingegen existiert ein ganzer Strauß an Beweggründen. Das reicht von der Jahreszeit und Familientraditionen über die „Verfügbarkeit“ von Verwandtschaft und Freunden bis hin zur Nichtkollision mit anderen Feiertagen oder aber genau dem Willen zu dieser. Und hin und wieder sorgen besondere Datums-Konstellationen, die sogenannte Schnapszahlen oder Ähnliches bilden, für den „Zuschlag“ der Brautleute.

Regelrechter Ansturm auf den 9.9.'99

Besonders in Erinnerung geblieben sein dürfte da aus der jüngeren Vergangenheit der 9.9.1999, denn der erlebte durchaus einen Ansturm in Vorpommerns Standesämtern. Alleine in den Rathäusern der drei Städte des Altkreises Demmin registrierte der Nordkurier damals 13 Trauungen, absolut rekordverdächtig für einen Donnerstag. Sieben davon entfielen auf Demmin, vier auf Loitz und zwei auf Jarmen. Zudem bekamen in Loitz noch zwei Paare den kirchlichen Segen, in Jarmen und Tutow war es jeweils eines. Der 19.9.1999 blieb übrigens aus dienstlichen Gründen völlig außen vor – es handelte sich um einen Sonntag.

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Aber auch das vergangene und das neue Jahr boten beziehungsweise bieten wieder mal so eine Gelegenheit. Schließlich steht demnächst der 22.02.2022 vor der Standesamtstür. Eine ziemlich ungewöhnliche Ziffernfolge, die besonders ohne die Punkte geschrieben ins Auge fällt.

Zumindest in Demmin scheint die bereits einiges in Sachen Hochzeiten zu bewegen, wie eine Nordkurier-Anfrage im Rathaus verdeutlicht. Obwohl dieser Termin weit außerhalb der üblichen Hochsaison für Ja-Worte liegt und mit Dienstag auf einen sonst eher unbeliebten Wochentag fällt, gibt es in der Hansestadt gegenwärtig vier Reservierungen für eine Trau-Zeremonie, wohl alles andere als ein Zufall. Ganz anders stellt sich das Bild in der Nachbarschaft die Peene abwärts dar.

Standesbeamte hält nichts von Ja-Wort nach Kalender

Beim Amt Peenetal/Loitz etwa gibt es bisher überhaupt noch keine festen Anmeldungen für 2022, nur einige Termin-Vormerkungen, wie die Standesbeamtin Monika Wascher berichtet. Auch für den besagten 22.  Februar hatte demnach jemand Interesse bekundet, bisher aber nichts amtliches folgen lassen. Und so langsam dürfte die Zeit dafür knapp werden. Aber der Ansturm auf solche Tage scheint sich ohnehin in Grenzen zu halten. Zwar gab es tatsächlich am 12.02.2021, übrigens einem Sonnabend, eine Eheschließung in Loitz. Der 21.02.2021 hingegen spielte überhaupt keine Rolle. „Wir hatten die letzte Trauung am 18.  Dezember.“

Im Amt Jarmen-Tutow gab es derweil weder an dem einen noch dem anderen Schnapszahl-Datum einen offiziellen Ringtausch, wie Standesbeamtin Christina Plischke erklärt. Für den jetzt nahenden 22.  Februar existiere zumindest eine Vormerkung, wirklich eingetütet ist dieser Termin aber noch nicht. Wobei die Rathaus-Angestellte mit der Lizenz zum Verheiraten ohnehin keine Freundin solcher Konstellationen ist, wie sie verrät. „Wir machen das natürlich, das muss ja jeder selbst wissen.“ Aber aus ihrer langjährigen Erfahrung stellten solche besonderen Kalendertage eben alles andere als einen Garanten für das Umschiffen von Ehe-Klippen dar.

Dass ihre Wahrnehmung keineswegs nur auf die Vorpommern zutrifft, belegen sogar wissenschaftliche Studien. So präsentierte etwa die Universität Melbourne eine Untersuchung, nach der Verlobte, die sich für eine Schnapszahl, ihren Jahrestag oder gar den den Verliebten gewidmeten Valentinstag als Hochzeitstermin entschieden, später viel häufiger trennten als andere. Die Forscher hatten dabei Ehe- und Scheidungsregister in den Niederlanden über einen Zeitraum von 14 Jahren verglichen. Um herauszufinden, dass Paare, die sich an solch „besonderen“ Tagen das Eheversprechen gaben, eine fünfmal so hohe Scheidungsrate aufweisen als jene, die sich für ein zufälliges Datum entschieden. Zwar vermuteten sie dahinter mehrere Ursachen, aber der Fakt an sich war unübersehbar.

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