Leonie Hill erlernt den Beruf des Schilder- und Lichtreklameherstellers. Sie mag den Beruf, weil er enorm vielseitig ist. Das
Leonie Hill erlernt den Beruf des Schilder- und Lichtreklameherstellers. Sie mag den Beruf, weil er enorm vielseitig ist. Das Arbeiten mit Folie schätzt sie ganz besonders. Anke Krey
Windrose und Wellengang: Auch das Label Nordstärke ist eine Kreation von Werbung Schröder aus Loitz.
Windrose und Wellengang: Auch das Label Nordstärke ist eine Kreation von Werbung Schröder aus Loitz. Anke Krey
Mehr Platz für Kreativität bietet der Neubau auf dem Gelände von Werbung Schröder in Loitz. Während i
Mehr Platz für Kreativität bietet der Neubau auf dem Gelände von Werbung Schröder in Loitz. Während in dieser Werkhalle noch letzte Arbeiten anstehen ... Anke Krey
...sind in anderen Bereichen die Mitarbeiter bereits beim Umziehen und Einräumen -– hier Martina Vahs in der Folien
...sind in anderen Bereichen die Mitarbeiter bereits beim Umziehen und Einräumen -– hier Martina Vahs in der Folienverarbeitung. Fotos: Anke Krey Anke Krey
Schilder- und Lichtreklamehersteller kombinieren in ihrem Beruf ein Faible für Design mit anspruchsvoller handwerklicher
Schilder- und Lichtreklamehersteller kombinieren in ihrem Beruf ein Faible für Design mit anspruchsvoller handwerklicher Tätigkeit: Doreen Schröder am Hochgeschwindigkeits-Hybriddrucker. Anke Krey
Azubi gesucht

Vom Entwurf bis zur Montage zum modernen Design

Leonie Hill erlernt in Loitz den Beruf des Schilder- und Lichtreklameherstellers. Ihr gefällt die Kombination aus Kreativität und Handwerk.
Loitz

Regale werden ausgeräumt, und Kisten in andere Räume getragen: Bei Werbung Schröder in Loitz erfolgt schrittweise der Umzug in eine neue Produktionshalle. Damit hat bei dem Schilder- und Lichtreklamehersteller so manches Provisorium ein Ende, und die Kreativen bekommen mehr Platz.

Das Unternehmen, 1990 gegründet von Manfred Schröder, ist nach wie vor ein Familienbetrieb. In den vergangenen Jahren hat Sohn Ronny Schröder immer mehr Verantwortung übernommen. Seit Jahresbeginn ist er nun auch offiziell Firmeninhaber, berichtet Ehefrau Doreen Schröder, die ebenfalls im Betrieb tätig ist.

Das Unternehmen bildet im Lehrberuf Schilder- und Lichtreklamehersteller aus. „Wir hatten das lange gar nicht so auf dem Schirm, aber der Fachkräftemangel hat uns nun auch erreicht. Und deshalb haben wir das Thema Ausbildung wieder verstärkt in den Blick genommen“, erklärt Doreen Schröder. „Wir brauchen die jungen Leute.“

Kosten für Berufsschule werden übernommen

Die Ausbildung dauert drei Jahre. In Eberswalde befindet sich die Berufsschule. Dort gibt es Blockunterricht, „üblicherweise jeweils sechs Wochen“, so Schröder. „Die Azubis sind währenddessen im Wohnheim untergebracht. Wir bezahlen die Unterkunft, und übernehmen auch einen Teil der Fahrtkosten.“

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Die praktische Ausbildung erfolgt komplett in Loitz im Betrieb. Dabei lernen die Azubis „in allen Bereichen, die wir haben“, sagt Doreen Schröder und zählt auf: „Grafik, Folienwerkstatt mit Drucken, Kaschieren, Plotten und Entgittern, Fahrzeugbeschriftung und Textilveredelung.“ Sie arbeiten zudem in der Schlosserei sowie mit Kunststoff und Holz. „Das ist für uns ein wichtiges Material; wir haben einen großen Kunden, der Holz stark einsetzt. Ausgebildet werden die Jugendlichen außerdem im Bereich Elektrik – schließlich soll Reklame auch leuchten!“

In der Berufsschule erlernen die Azubis zudem historische Techniken wie Vergolden oder Plakat- und Schriftmalerei. Im Beruf sind dann die Einsatzmöglichkeiten sehr breit gefächert, so Schröder. Zwar müssten sich die Jugendlichen bei der Ausbildung für einen der beiden Schwerpunkte Grafik und Folie oder Metall und Elektro entscheiden, aber diese Spezialisierung sei nicht in Stein gemeißelt: „Im Betrieb werden sie eingesetzt, wie die Interessenlage ist. Wir haben festgestellt, dass es besser ist, wenn die Leute das machen, was ihnen liegt.“

Eingebunden in hochwertige Arbeit für Kunden

Eine Lehrwerkstatt gibt es bei Werbung Schröder nicht. „Die Azubis sind von Anfang an eingebunden in hochwertige Arbeiten für Kunden. Und wenn sie volljährig sind, dürfen sie auch mit auf Montage gehen.“ Derzeit sind Teams aus Loitz für Markant und Edeka im Ruhrpott unterwegs. Werbung Schröder hat Kunden deutschlandweit, erläutert Schröder nicht ohne Stolz. Darunter sind Unternehmen wie Netto, Edeka oder Norma mit vielen Filialen: „Der Scottie vom schwarzen Netto kommt nur aus Loitz.“

Nicht immer ist das eigene Kreativteam beteiligt, so Schröder: „Unter unseren Kunden sind auch Agenturen, für die wir produzieren. So haben wir einen Lichtkasten für ein Fahrgastschiff angefertigt, das in Stralsund gebaut wurde und jetzt auf dem Bodensee unterwegs ist. Das war ein schönes Projekt.“

30 Mitarbeiter beschäftigt Werbung Schröder derzeit. Einen Azubi hat das Unternehmen in diesem Jahr nicht gefunden. Wer in dem Betrieb lernen möchte, der sollte mindestens einen Realschulabschluss vorweisen können, sagt Schröder, ein bisschen kreativ und sicher in Rechtschreibung sein. „Ein bisschen Mathe ist auch nicht verkehrt, aber wichtig ist vor allem handwerkliches Geschick. Und keine Angst vor Maschinen!“

Werbung Schröder ist sehr interessiert daran, talentierten Jugendlichen den Beruf und das Unternehmen vorzustellen. So bietet das Schulpraktikum eine gute Möglichkeit zum Kennenlernen. Auch zur Ferienarbeit können Schüler gern kommen. Wer die Schulzeit bereits hinter sich hat, dem rät Schröder zum Probearbeiten übers Arbeitsamt: „Nach den zwei Wochen weiß man, ob es passt.“

Den Lehrbetrieb einst sorgfältig ausgesucht

Diese Frage hat Leonie Hill für sich längst entschieden. Die junge Frau startet gerade in ihr zweites Lehrjahr. „Ich mag den Beruf, weil er so vielseitig ist“, strahlt sie. „Ich kann viel Phantasie und Kreativität einbringen.“ Am liebsten sitzt Leonie Hill am Computer und fertigt Entwürfe an. „Außerdem arbeite ich gerne mit Folie – selbst wenn’s nur ums Plotten geht, ich mach das gerne!“

Noch hat die Auszubildende nicht alle Bereiche kennengelernt. „Metall und Montage habe ich noch vor mir; ich bin schon sehr neugierig darauf.“ Den Lehrbetrieb hat sich Leonie Hill sorgfältig ausgesucht. In der zehnten Klasse war sie zum Schulpraktikum bei Werbung Schröder. Eigentlich war das gar nicht vorgesehen, berichtet die Jugendliche: „Ich haben mich dafür stark gemacht, dass ich trotz Corona in den Betrieb gehen darf, und damit habe ich mich auch durchgesetzt.“

In der neunten Klasse sei sie zum Praktikum im Rathaus gewesen: „Nur am PC mit Zahlen, das war nicht so meins“, meint Leonie Hill. „Angeschaut habe ich mir auch den Beruf des Ergotherapeuten; das wäre vielleicht eine Alternative gewesen. Aber bei Werbung Schröder gefällt mir die Kombination aus kreativer Arbeit am PC und Handwerk. Ich habe mich gut eingelebt und kann mir vorstellen, nach der Lehre im Betrieb zu bleiben.“

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