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Von wegen Schiff Ahoi, Flaute an der Peene

Raps für die Welt: Ohne das Verladen der Ölfrucht hätte es im vergangenen Jahr kaum noch Betrieb im Demminer Hafen gegeben.
Raps für die Welt: Ohne das Verladen der Ölfrucht hätte es im vergangenen Jahr kaum noch Betrieb im Demminer Hafen gegeben.
Georg Wagner

Nur rund ein Jahr lang gab es in Demmin das Peeneland Frachtkontor, dann kapitulierte es vor den Bedingungen in der Binnenschifffahrt. Die verzeichnet zwar bundesweit inzwischen einen leichten Aufschwung, doch an der Peene kommt davon offensichtlich nichts an.

Was sich schon zur Jahresmitte 2013 abzeichnete, das liegt jetzt auch in Zahlen vor. Im Demminer Wirtschaftshafen geht der Trend beim Umschlag weiter nach unten. Insgesamt legten laut Stadtverwaltung im vergangenen Jahr 20 Frachtschiffe an. Sie schlugen zusammen 12 260 Tonnen Fracht um. Ein Jahr zuvor waren es noch 17 000 Tonnen und 2010 rund 23 000 Tonnen.

Es hätte für Demmin noch schlechter ausgesehen, wenn sich die Schifffahrt in erster Linie auf den über viele Jahre dominierenden Düngerumschlag konzentriert hätte. Gerade einmal 6285 Tonnen wurden davon angelandet. Das entspricht etwa der Ladung von zwölf Einzelschiffen. Dass fast das Doppelte über die Kaikante ging, liegt vor allem am Handelsunternehmen HaGe Nordland. Das ließ 2013 mehr Getreide und Raps verschiffen. 5975 Tonnen nahmen die Schiffe und Schubverbände von seiner Verladeeinrichtung an Bord.

Insgesamt konnte der Demminer Hafen damit nicht von jenem leichten Aufschwung in der Binnenschifffahrt profitieren, den deren Bundesverband deutschlandweit ausgemacht hat. Doch der trifft wohl vor allem auf die großen Schifffahrtsstraßen wie Rhein oder Elbe mit direkter Anbindung an Seehäfen zu. In abgelegeneren Revieren gab es auch früher schon andere Erfahrungen. Beispielsweise beim Peeneland Frachtkontor, das seinen Sitz in Demmins Hanseuferzentrum hatte.

Vor rund acht Jahren hatten es Detlef Schön aus Meesiger und ein Unternehmer aus Buxtehude gegründet. Beide glaubten damals unter anderem aufgrund steigender Dieselpreise an einen Aufwind für die Binnenschifffahrt.

Doch im Demminer Rathaus sieht man den Hafen weiterhin als wichtigen Teil der kommunalen Infrastruktur. „Es ist auch als Standortvorteil bei der Ansiedlung neuer Unternehmen unerlässlich, einen funktionsfähigen Wirtschaftshafen vorhalten zu können“, meint Bürgermeister Michael Koch (CDU). Auch wenn eine wirtschaftliche Betreibung des Hafens auf Grund der Binnennachfrage derzeit nicht möglich ist, wird die Betreibung des Hafens weiterhin gesichert.“